Die Länder Osteuropas profitieren von der Europäischen Union, ohne geben zu wollen - das sät Zwietracht.
Ein Satz genügt, um Zeugnis zu geben von einem grandiosen Krach in der Europäischen Union, um eine tiefe Kluft zu offenbaren. Der polnische Finanzminister Jan Rostowski behauptet, es sei "überhaupt nicht hinnehmbar, dass die armen Länder Europas den reichen Ländern Europas helfen sollen, die armen Länder der Welt zu unterstützen".
Eine Fahne, viele Interessen: Die EU leidet unter der Politik der osteuropäischen Mitgliedsstaaten (© Foto: ddp)
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Mit diesem Satz erteilt er nicht nur der europäischen Klimapolitik eine Absage, weil er die Schutzhilfen der Union verweigert. Er macht auch erstaunlich schonungslos klar, wie tief die Union fünf Jahre nach ihrer großen Osterweiterung gespalten ist und welches Anspruchsdenken in ihren Reihen regiert.
Destruktiv und blamabel zugleich
Die neuen EU-Mitgliedsstaaten fordern ihre westlichen Partner bei jeder Gelegenheit auf, solidarisch zu sein. Kommt es aber darauf an, selbst Großzügigkeit walten zu lassen, dann fallen die mittel- und osteuropäischen Länder ganz schnell in ihre alten Rollen zurück. Dann sind sie die armen Opfer, die vierzig Jahre unter kommunistischer Diktatur gelitten haben, während der Westen in Freiheit erblühen konnte.
Vor zwanzig Jahre hat sich der Eiserne Vorhang gelüftet, vor fünf Jahren wurden diese Staaten in die Union aufgenommen - und heute ist ihre Haltung noch immer destruktiv und blamabel zugleich.
Gerade Polen sollte sich daran erinnern, dass es vor allem nur deshalb schon 2004 der Union beitreten konnte, weil sich andere Länder solidarisch verhielten. Damals drückten die Westeuropäer beide Augen zu, um das Land für ,,europareif'' zu erklären.
Und Kandidaten wie Ungarn, die die Aufnahmekriterien längst erfüllt hatten, mussten sogar länger auf ihre Aufnahme warten, weil aus politisch-diplomatischen Erwägungen heraus das große Land Polen nicht später als das kleine Ungarn in die Union aufgenommen werden konnte.
Zu hoch gepokert
Seither wurden viele Milliarden Euro aus dem europäischen Haushalt in Polen, Ungarn, Bulgarien, Tschechien und Rumänien investiert. Fast die Hälfte des Geldes, das die Union zwischen 2007 und 2013 für neue Straßen, Schienen oder öffentliche Einrichtungen ausgibt, fließt in die neuen Mitgliedsländer.
Das ist wiederum nur möglich, weil Länder wie Spanien, Portugal oder Italien verzichten. Und auch beim Klimaschutz haben die neuen Länder im vergangenen Jahr Sonderwünsche durchgesetzt, die westliche EU-Partner einige Milliarden Euro zusätzlich kosten werden.
Die jetzt geäußerte Vorstellung, überhaupt keinen Euro an die Entwicklungsländer der Welt zu zahlen, kommt einer Erpressung gleich. Entweder die westlichen Partner übernehmen erneut die gesamte Zeche - oder die Union kann ihr Versprechen nicht erfüllen, den Entwicklungsländern finanziell zu helfen, um sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Im Ergebnis wird der Graben zwischen West und Ost vertieft, Europa wird handlungsunfähig.
Dieses Mal pokern die Polen und ihre Verbündeten zu hoch.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 30. Oktober 2009/odg)
Bilder des Tages
Zurück zum Kern-Europa! Und der Spaltpilz USA drängt nun auch noch auf die Aufnahme der Türkei. Nachtigall, ick hör Dir singen...
sind nicht deswegen möglich weil Länder wie Spanien, Portugal oder Italien plötzlich ihre Spendierhosen entdecken sondern weil Länder wie Deutschalnd, die Niederlande oder Großbrittanien weiter kräftig in den gemeinsamen Topf einzahlen. Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Irland haben lange Jahrzehnte von den Fördertöpfen der EU profitiert und tun es auch jetzt noch.
Die USA wollten und wollen uns die osteuropäischen Staaten aufs Auge drücken mit dem Argument der gemeinsamen Sicherheitslage und der Verankerung in Europa und in der NATO ...... mit den gleichen Argumenten wirbt die USA für den Beitritt der Türkei. Wer jetzt noch für den Beitritt der Türkei votiert sollte sich das Verhalten der Polen, Tschechen, Rumänen und Bulgaren vor Augen halten.
Die USA haben auf die Aufnahme gedrängt, um die EU langfristig zu schwächen. Was sich ja jetzt auch bewahrheitet. Dass die Ostländer nichts geben können, war ja auch schon immer klar. Die destruktive Haltung ist die 1:1 Weitergabe der Orders aus Washington. Das war auch übrigens allen europäischen Regierungschefs klar. Wer verantwortlich dafür ist ? Na, wohl die selben, die Ueberflüge und Lager erlaubt haben. Könnte man noch endlos weiterspinnen das Thema.
Da der Klimawandel natürlichen Ursprungs ist und der Anteil des "unnatürlichen", von Menschen produzierten CO2 an den natürlichen Treibhausgasen in Promillen anzugeben ist, ist jeder Cent für den Kampf GEGEN den Klimawandel reine Verschwendung. Insofern sollten sich die westlichen Staaten der HAltung der Oststaaten anschließen, statt sie zu der Verschwendung noch zu animieren.
(Man sollte sich lieber an den Klimawandel anpassen)
Nicht dass ich das Verhalten der östlichen Länder gut fände, aber...
überall außer in der SZ kann man inzwischen lesen, dass auch Frau Merkel, unsere tolle Klimakanzlerin, in Brüssel am Pokern ist, Zahlungen verweigert und damit den Klimaschutz auf Jahre gefährdet.
spiegel.de/politik/ausland/0,1518,658211,00.html
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