Von Karin Steinberger

Bei seinem Besuch in Bochum wiederholt der Dalai Lama sein ewiges Mantra zur Gewaltlosigkeit und zur Autonomie Tibets - das politische Hickhack um seine Deutschlandreise kommt nicht zur Sprache.

Es ist Freitagmorgen in Bochum, es regnet leicht, drinnen drängeln die Mitarbeiter der Stadt am Abgrenzungsseil, draußen fährt die Kolonne vor. "Schaut ja fast aus wie das Papamobil", sagt eine Frau. "Es ist aber der Dalai Lama." Gelächter. Dann steht er plötzlich vor ihnen, grüßt freundlich, ist gleich wieder weg, wird nach oben gebracht, zum Goldenen Buch der Stadt.

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Der Dalai Lama in Bochum (© Foto: dpa)

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Kurz danach sitzt der Dalai Lama vor den Journalisten, dankt für die klaren Zeichen der Solidarität aus Deutschland für sein Volk in den letzten Wochen und Monaten, spricht über den inneren Frieden, über die Verantwortung der Journalisten.

Kein Wort sagt er über das politische Hickhack, das sich an seinem Besuch entzündet hat, über die Kanzlerin, die Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul gegen SPD-Minister Steinbrück ausgespielt haben soll, kein Wort über die Chinesen, die bei der Bundesregierung protestiert haben gegen das offizielle Treffen der Ministerin mit ihm. Es fragt auch keiner.

Er sagt nur immer wieder, was er schon seit Wochen und Monaten und Jahren sagt, dass es für ihn keine Alternative zur Gewaltlosigkeit gibt, dass die Han-Chinesen Brüder der Tibeter sind, dass er nicht heimlich für die Unabhängigkeit Tibets kämpfe, wie die Chinesen behaupten, sondern dass er schon seit mehr als zwanzig Jahren für eine Autonomie Tibets innerhalb Chinas eintrete, eine Autonomie, die die eigene Kultur, Sprache und Umwelt bewahrt.

Es ist sein ewiges Mantra, vor Dutzenden Kameras dieser Welt immer und immer wieder wiederholt, in unzähligen Vorträgen und Pressekonferenzen und Statements für alle nachlesbar niedergeschrieben. Dann umarmt er einen chinesischen Journalisten und rauscht weiter zum Kindergarten St. Nikolaus in Bochum-Wattenscheid, wo das Bundeskriminalamt die Kirche umlagert. Drinnen stellen Kinder dem Dalai Lama Fragen, danach geht es weiter in die RuhrCongress-Halle.

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