Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat nichts gegen die von Bayerns Innenminister Beckstein geforderten verschärften Maßnahmen - wenn das Gemeindeleben nicht gestört wird.

"Wenn Rücksicht genommen wird und das Gemeindeleben nicht gestört wird, dann ist das in unserem Sinne", sagte der Vorsitzende Nadeem Elyas.

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Aber die Erfahrung lehre die Muslime, dass bei einem Verdacht in der Regel "unpassend" vorgegangen werde.

Der Einsatz von Hundertschaften der Polizei auch während des Gebetes versetze die Menschen in Schrecken und zerstöre das Vertrauen in den Staat.

Als Reaktion auf die Terroranschläge in London hatte der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) eine schärfere Überwachung muslimischer Gemeinden gefordert.

Auch gegen das Einschleusen von Informanten sei nichts einzuwenden, sagte Elyas: "Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass radikale Personen erkannt und ausgeschaltet werden."

Lehmann fordert Distanzierung vom Terror

Zuvor hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, von den Muslimen eine deutliche Distanzierung von solchen Taten gefordert.

Muslime in Deutschland sollten ein "aktives Bekenntnis" zu den Lebenswerten unserer Verfassung abgeben, sagte Lehmann im Deutschlandradio Kultur. Dies sollte vor der Verleihung der Staatsbürgerschaft verlangt werden.

Der Mainzer Bischof forderte muslimische Gemeinden auf, stärker mit den Geheimdiensten zu kooperieren. So könnten sie verdächtige Vorgänge in ihrer Umgebung melden. Es sei verständlich, dass Muslime, die keinen Kontakt zur Terrorszene haben, mit Verbitterung und Abwehr auf geheimdienstliche Untersuchungen von Moscheen und Wohnungen reagieren.

"Aber man muss dafür werben, dass das Verständnis dafür da ist und dass so etwas bei uns auch nicht willkürlich geschieht. Das ist ganz wichtig auf dem Weg der Integration."

Die Anschläge in London machten deutlich, wie schwierig dies sei. "Die Integration solcher Leute ist natürlich, wenn sie so jung sind und regelrecht abgerichtet werden für so etwas, fast unmöglich", sagte Lehmann. "Wichtig ist, dass sie bei uns viel stärker verpflichtet werden müssen, unsere Sprache zu lernen und unsere Kultur zu kennen, damit diese Isolation vermieden werden kann."

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(dpa)