Durch die dramatische Alterung der deutschen Bevölkerung wird sich die Zahl der hochbetagten Pflegebedürftigen bis 2050 verdreifachen - mit dramatischen Folgen für die sozialen Sicherungssysteme.

Im Jahr 2050 seien voraussichtlich 1,2 Millionen Menschen zwischen 85 und 90 Jahre alt und pflegebedürftig, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, bei der Vorstellung des Jahrbuchs 2003.

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Hahlen betonte die drastischen Auswirkungen auf die sozialen Sicherungs- und Versorgungssysteme. Damit ist gemeint, dass es nicht nur mehr Pflegebedürftige gibt, die zusätzliche Kosten verursachen, sondern dass auch immer weniger Erwerbstätige die sozialen Sicherungssysteme finanzieren.

Durch Zuwanderung könne die Überalterung der Gesellschaft nicht aufgehalten, sondern allenfalls gelindert werden.

Einwanderung kann Alterung nicht aufhalten

Deutschland hat heute 82,5 Millionen Einwohner. Davon sind 24 Prozent über 60 Jahre alt und 4 Prozent 80 Jahre und älter. Wegen der Schrumpfung der Bevölkerungszahl und der drastischen Alterung werden diese Anteile bis 2050 auf 37 beziehungsweise 12 Prozent steigen.

Ende Dezember lebten rund 7,3 Millionen Ausländer in Deutschland. Das sind 8,9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Hahlen sagte, wenn statt der 200.000 Zuwanderer jährlich 300.000 nach Deutschland kämen, hätte dies nur geringe Auswirkung auf die Altersstruktur der Gesellschaft.

Ost-West-Wanderung hält an

Dann müssten aber 13 Millionen Ausländer eingegliedert werden, was eine enorme Herausforderung sei. Um die Alterung aufzuhalten, wären jedoch "astronomische Zahlen" von Einwanderern nötig.

Zur Binnenwanderung sagte Hahlen, seit 1990 seien 1,1 Millionen Menschen netto aus Ostdeutschland abgewandert. Im vergangenen Jahr seien erstmals seit 1997 wieder weniger Menschen von Ost- nach Westdeutschland gezogen als im Vorjahr. Doch per saldo hätten die neuen Länder noch immer rund 81.000 Menschen an den Westen verloren.

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(sueddeutsche.de/AP)