Allerdings kennt in der überschaubaren und eng vernetzten Welt der rechtsextremen Kameradschaften jeder jeden, der es in der Szene zu einiger Prominenz gebracht hat - etwa wie Wohlleben, der zwischenzeitlich zum NPD-Landesvize in Thüringen aufstieg. Solche Verbindungen belegen darum mitnichten, dass westdeutsche Neonazis von dem mörderischen Treiben der Zwickauer Terrorzelle auch nur wussten. Sicher ist nur, dass es in allen Städten, in denen die Terroristen mordeten, zur Gewalt - also womöglich auch zur Hilfe für Gewalttäter - bereite Neonazis gibt. Die Ermittler gehen jedenfalls dem Verdacht nach, dass die Zelle Helfer im Westen gehabt haben könnte.
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In Nürnberg, wo die Täter drei Menschen erschossen, ging bei den örtlichen Nürnberger Nachrichten eine Selbstbezichtigungs-DVD der Zelle ein - und zwar nicht per Post. Wer hatte sie eingeworfen? Warum wurden Kopien der DVD an das Nürnberger "Rote Zentrum" oder eine Hamburger Hinterhof-Moschee geschickt, beide überörtlich völlig unbekannt? In der Region Nürnberg sind rechtsextreme Kameraden seit langem aktiv. Das "Freie Netz Süd" um den vorbestraften Neonazi Matthias F. pflegt enge Kontakte ins benachbarte Thüringen. Fränkische Extremisten wie F. oder der seit 2005 spurlos untergetauchte Gerhard Ittner traten mehrmals bei Kundgebungen der Thüringer Kameraden auf.
Die Franken sind wiederum eng mit Münchens Neonazis vernetzt. In der Landeshauptstadt fielen zwei Menschen Schüssen aus der Ceska-Pistole zum Opfer. Und es gab dort Neonazis, die sich anschickten, Terroranschläge zu begehen: 2003 wurden Mitglieder der Kameradschaft Süd um Martin Wiese festgenommen und später verurteilt. Sie hatten sich Sprengstoff und Waffen für einen Anschlag auf die Grundsteinlegung der Münchner Synagoge besorgt.
In Schleswig-Holstein und Hamburg, wo 2001 die Serienmörder von Zwickau ihren dritten Mord begingen, zerschlug die Polizei 2003 eine Neonazi-Gruppe namens "Combat 18". 18 steht für Adolf Hitler und der Gruppenname verweist auf den terroristischen Arm des internationalen, in Deutschland verbotenen Skinhead-Netzwerks "Blood & Honour". Führungsfiguren der Kameradschaften beherrschen auch Hamburgs NPD. Landeschef Torben Klebe und sein Vize Thomas Wulff gehören zu den bundesweit bekanntesten Köpfen der Neonazi-Szene.
Auch in Rostock, 2004 Tatort eines Terrormordes, sind die örtlichen Kameradschaften eng mit der NPD verflochten. Der in der Hansestadt wohnende NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit war führender Kopf der inzwischen verbotenen "Mecklenburgischen Aktionsfront". Aus der Umgebung Kassels führt gar ein direkter Link ins Jenaer Umfeld der Terrorzelle: Kevin S., verurteilter Neonazi-Schläger aus dem nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, soll einige Monate im dem von Wohlleben eingerichteten "Braunen Haus" in Jena gewohnt haben. Im April 2006, als der Kasseler Internetcafé-Betreiber Halit Yozgut ermordet wurde, war S. allerdings erst 16 und lebte noch nicht im Raum Kassel.
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(SZ vom 21.12.2011)
Youtube-Hit aus USA
"In der Naziszene sind nur wenige nicht gewaltbereit und ALLE halten zusammen."
Na, da kann ich Ihnen mal nur die alten Artikel der rechten Bild, auch Altermedia genannt empfehlen, ein zaenkischer Kleingaertnerverein ist ein Ausbund an Geschlossenheit gegen diese Waschweiber.
Aber Vorsicht, zu langes Lesen kann Kraempfe in Zwerchfall und Bauchmuskeln verursachen.
wenn hier demnaechst ein ernstgemeinter Artikel erscheint aus dem eine gigantische Verschwoerung mit Ausserdischen und allem drum und dran, Zahlenmystik, fliegende Untertassen usw. erscheint.
Dabei kann man das auch vereinfachen, Verfassungsschutz aufloesen, alle Bediensteten dieser Organisation bis zur Klaerung unter Hausarrest stellen und mal sauber Akten sichten und dann nach den Massstaeben der Terrorbekaempfung gegen die RAF Vernehmungen durchfuehren.
Waer ich echt gespannt was dabei rauskommen wuerde.
@Ya_Basta
Ihr: 'Und genau da liegt der Unterschied: In der Naziszene sind nur wenige nicht gewaltbereit und ALLE halten zusammen',
Ob dies pauschal richtig oder falsch ist, ist einfach eine Frage der politischen Perspektive. Beweise gibt es weder für das eine noch das andere. Es scheint die Technik vorzuherrschen, nach der einen Seite totdifferenzieren, nach der anderen Seite totpauschalisieren.
Und die Grenze zwischen Gewaltbereitschaft únd Gewaltlosigkeit war in der Linken gewiss nicht so präzise gesteckt wie Sie behaupten, eher dominierte immer ein taktisches Verhältnis zur Gewalt. Da weiß schon, wovon ich rede. Und wie Fischer sich da auf Grund mangelnder Beweise raustricksen konnte, ist mir nicht ganz klar. In der Montagetechnik der Versatzstücke und Verdächtigungen wäre er gewiss gefangen.
Der Tagesspiegel hat sich dankenswerter Weise vor ein paar Tagen dazu aufgemacht, mit eines der führenden weiblichen Köpfe der NPD zu einem Gespräch einzuladen, anders als fast alle Medien, die die Rechtsradikalen zum absurden Monstrum eines Paralleluniversums hochzuschreiben, mit dem man nicht spricht. Da ist es natürlich einfacher Simpel-Projektionen zu kultivieren.
Dort hörte sich das mit der angeblichen pauschalen Gewaltbereitschaft ganz anders an. In manchen Medien besteht eben ein Interesse, mit allerlei Versatzstücken, unbewiesen Verbindungen auflaufen zu lassen, mehr Stimmungsmache, immer mit dem NPD Verbot im Hinterkopf.
Bekanntlich ist Frau Zschäpe wahrscheinlich noch nicht mal die Mitgliedschaft in der NSU nachzuweisen (FAZ vom 19.12.11), dann wären es juristisch zwei Einzeltäter, da zu einer kriminellen Vereinigung mindestens drei Personen gehören. Aber hier wird völlig unbewiesen so rundumverdachtet, als wenn die gesamte Rechte in der NSU wäre. Eine solche Kultur des Pauschalverdachts kennt man gemeinhin aus autoritären Systemen. Es herrscht in Bezug auf den NPD Kontext ein Klima der Manipulation und von wenigen Fakten. Der ‚mündige’ Leser wird durch solche Manipulation eher beleidigt, manche genießen dass, weil sie nun ihre einkodierten Reflexe hemmungslos ausleben können.
Ich habe mich schon seit langem gefragt, warum diese offensichtlich ausgezeichnete Vernetzung der Neonazi-Kreise in Deutschland so ungehindert und unvermindert "blühen" konnte.
Jetzt wissen wir es: Das geschah nicht nur mit Billigung sondern auch mit Förderung durch den - "Verfassungsschutz" !
Stattdessen veranstaltete die neokonservative schwarz-gelbe Bundesregierung mit ihren Länder-Vasallen zunehmend Phantomverfolgungen von real kaum vorhandenen "Linksextremisten". Höchste Zeit, dass diesem neofaschistischen Spuk ein Ende bereitet wird!
Erst hat man die Vandalen im Brutkasten gezüchtet und jetzt, wo sie flügge sind, jetzt haben wir auf einmal ein Problem? Das Morden ist nicht das Werk Einzelner – es hat System und auch gar nichts mit der NPD zu tun! Das sind ganz gewöhnliche Kriminelle, nur geistig etwas unterbelichtet.
Der Hallesche Universitätsprofessor Marneros schreibt in seinem Buch (Blinde Gewalt): „Wenn aus purer Lust an sinnloser Gewalt getötet wird". Er schreibt nicht über die NPD, sondern über ein kulturelles Problem, wo jede kleine Ortschaft über Paramilitärs verfügt, die gehätschelt und getätschelt werden. Kollektive Sympathie wird durch Falschaussagen und Meineide bekundet, weil diese Jungs doch nur das ausführen, wozu man selbst zu feige ist, aber ganz oben auf der Wunschliste steht.
Schweigen, wegschauen, verdrängen - das ist inzwischen offenbar eine Einstellungsvoraussetzung bei deutschen "Qualitätsmedien", nicht nur bei Politikern, wenn vor unseren Haustüren geschieht, was aus Gründen der politischen Korrektheit eigentlich gar nicht geschehen darf.
ARD zum Überfall in Halberstadt: Die Anzahl rechtsextremer Übergriffe steigt (in der DDR) kontinuierlich. Von oben verordnet: Aktion Wegschauen - wie die Polizei Rechtsextreme schützt. Die Grünuniformierten hatten nach dem gemeingefährlichen Überfall lediglich die Daten der Opfer aufgenommen, sogar mehrmals hintereinander, nicht die der Täter, die sich immer noch am Tatort befanden.
Man kann die Berichte auch langsamer schreiben und muss ja nicht überall hinsehen, wurden die Polizisten in Dessau angewiesen.
http://www.spiegel.de/spam/0,1518,488716,00.html
Die Spuren der Gewalttaten sind nicht zu übersehen. Die haben getötet, wen sie töten konnten. Aus einem Mord wurde nicht selten ein "Unfall". Das wahre Ausmaß der Massaker wurde so verharmlost.
Jan Dreßler, Rechtsmediziner an der UNI Leipzig am 25.06.2009 in der LVZ: "40% der Totenscheine sind falsch, weil sich die Angaben auf den Totenscheinen nicht mit den Befunden bei der Autopsie decken".
Wenn sich die Übermächtigkeit der Täter aber hinter einer grünen Uniform und schwarzen Robe versteckt und das zuständige Justiz- bzw. Innenministerium alles als Bagatelle verharmlosen, "wegschauen" anordnen?
Herr Endrias vom Verein gegen rechte Gewalt: "Die meisten Übergriffe kommen nicht von Skinheads, sondern von scheinbar ganz normalen Menschen".
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