Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) verlangt unterdessen von der Deutschen Bahn wegen der massiven Technikprobleme einen Verzicht auf Preiserhöhungen in diesem Jahr. Dies sei das Mindeste, was die Fahrgäste erwarten könnten, teilte der VCD mit. Der Vorsitzende Michael Gehrmann kritisierte, noch sei von der "Kunden- und Qualitätsoffensive" nichts zu spüren, die nach den Problemen im Winter angekündigt wurde.
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Bahn: Keiner rechnete mit 35 Grad
Für die Deutsche Bahn meldet sich Georg Brunnhuber zu Wort: Der 62-Jährige saß 19 Jahre für die CDU im Bundestag und war bis März 2010 im Bahn-Aufsichtsrat. Seit Juli kümmert er sich als Sonderbeauftragter von Bahnchef Rüdiger Grube um die politische Kommunikation. Brunnhuber gibt im Gespräch mit stern.de zu: "Zum Zeitpunkt der Planung dieser ICEs ist niemand davon ausgegangen, dass wir einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad in Deutschland haben würden."
Per Pressemeldung verkündet die Bahn ein Ergebnis jener Task Force, die gemeinsam mit den Herstellern gebildet worden war. Demnach sind die Wartungen gemäß dem geltenden Regelwerk und den Empfehlungen der Hersteller durchgeführt worden. "Die Untersuchung hat gezeigt, dass hier weder ein Wartungsmangel noch ein systematischer technischer Fehler bei den Klimaanlagen der ICE 2-Flotte vorliegt", so Vorstand Ulrich Homburg.
Den Vorwurf, die Bahn habe wegen des geplanten Börsengangs zu sehr gespart, weist Sonderberater Brunnbauer zurück: "Die Wartung der Klimaanlagen ist absolut korrekt durchgeführt worden." Bei der anstehenden Komplettsanierung werde man versuchen, die Klimatechnik auf derart hohe Temperaturen nachzurüsten.
Bis dahin gibt die Deutsche Bahn immerhin ihren Mitarbeitern einige Tipps - in leicht verschwurbeltem Deutsch. Als vorbeugende Maßnahme soll "bei zu erwartenden Außentemperaturen ≥ 32° C bereits vorausschauend (in der Regel vormittags) die Sollwertgeber für Raumtemperatur in Stellung 'warm' gestellt werden."
So soll die "Gefahr einer Überlastung der Kälteanlage" reduziert und die Luft um mindestens fünf Grad abgekühlt werden. Allerdings bedeutet dies, dass selbst bei funktionierender Kühlung die Fahrgäste schwitzen müssen, denn 27 Grad sind immer noch recht warm und Fenster könnten nicht geöffnet, weil die Züge - zumindest theoretisch - eine Klimaanlage haben.
Zudem gibt das Papier unter der Überschrift "Umsichtig und verantwortungsvoll handeln" weitere Tipps: Die Zugchefs und -betreuer sollen bei besonderer Hitze die Reisenden in den betroffenen Wagen direkt ansprechen und besonders auf "Kinder, Schwangere, ältere Reisende und andere hilfsbedürftige Personen" achten. Falls möglich sollen ihnen Plätze in der 1. Klasse oder kühleren Waggons angeboten werden.
Zudem sollen die schwitzenden Kunden Freigetränke erhalten und alle anderen Möglichkeiten der Fahrgastbetreuung gemäß "Richtlinie 680.0050 ff. " ausgeschöpft werden. Gefettet ist der Satz abgedruckt: "Gehen Sie dabei kulant vor."
Unterdessen wurde bekannt, dass die Justiz nach dem Hitze-Kollaps mehrerer Schüler jetzt gegen den Zugchef ermittelt. Derzeit werde geprüft, ob er den Zug früher als in Bielefeld hätte anhalten müssen, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart am Mittwoch. Der Verdacht gegen den ICE-Zugchef: fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung.
Der letzte Zwischenfall ereignete sich am gestrigen Mittwoch nördlich von Bamberg. Dort blieb nach einem Oberleitungsschaden ein ICE liegen, wodurch die Klimaanlage im Zug bei Außentemperaturen von rund 35 Grad ausfiel. Aus Sicherheitsgründen mussten etwa 200 Passagiere knapp 90 Minuten in dem heißen Zug warten, bis Ersatzbusse für die Weiterfahrt nach Bamberg zur Verfügung standen.
Etwa ein Drittel der Reisenden musste wieder in den Zug einsteigen und eine weitere Stunde ausharren, bis der liegengebliebene ICE mit Hilfe von Dieselloks nach Bamberg geschleppt werden konnte. Mittlerweile funktionierten auch die Toiletten in dem ICE von Berlin nach München nicht mehr. Die Reisenden wurden vom Roten Kreuz mit kalten Getränken versorgt. Wie kulant sich die Bahn-Mitarbeiter verhielten, ist nicht bekannt.
Mitarbeit: Christoph Gröner, Markus C. Schulte von Drach
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(sueddeutsche.de/mati/cgn/gba/mcs/jja)
Youtube-Hit aus USA
kollabiert ein reisender aufgrund zu hoher temperaturen und deswegen streikender klimaanlagen sollte die bahn verklagt werden. und zwar wegen fahrlässiger körperverletzung. die bahn weiß um diesen mißstand und läßt die züge trotzdem bei diesen temperaturen fahren. nimmt demnach billigend in kauf, dass menschen, die evtl. schon geschwächt sind komplett zusammenklappen.
in den usa hätten die mittlerweile schon eine milliardenklage am hals.
Die UIC ist der weltweite Fachverband (Lobbyorganisation) der Eisenbahnunternehmen. Zu den Zielen gehört neben der Schaffung neuer Geschäftsfelder auch:
Zitat:"Förderung der Interoperabilität, Schaffung neuer weltweiter Standards für die Bahnen (inkl. gemeinsamer Standards mit anderen Verkehrsträgern),"
Das Ziel der UIC liegt darin, Standards, die Kosten verursachen, zu senken und den Profit der Mitglieder zu steigern. Aufgrund des internationalen Auftretens ist die UIC bestens dafür geeignet z.B. auf EU Ebene Beschlüsse zur Sicherheit von Schienenfahrzeugen zu senken. Leistungsfähige Klimaanlagen kosten Geld. Die Baureihe 1+2 der ICE war mit Anlagen ausgestattet die noch bis 35°C leistungsfähig waren. 35°C wurden auch schon vor Einführung der Baureihe 3 in heißen Sommern erreicht und überschritten. Schon damals hat die Bahn, in dem sie unzureichende Anlagen eingebaut hat, vabanque gespielt. Trotz der sich abzeichneneden Klimaerwärmung wurden von der UIC die Standards weiter gesenkt, um den Mitgliedern höhere Profite zu sichern.
Ich hoffe das die Ermittlungen wg. fahrlässiger Körperverletzung gegen die Bahn auch weitergeführt werden.
Von mir selbst kann ich behaupten die Bahn als reisender gut zu kennen, da ich infolge eines Augenleidens seit 20 Jahren auf dieses Unternehmen angewiesen bin. Als in den neunziger Jahren die Privatisierung begann gab es auch schon ICE-Züge, waren diese Überfüllt lies man Entlastungszüge bestehend aus zwar älteren aber klimatisierten Wagengarnituren fahren. Das geht heute nicht mehr, da man alles verschrottet hat, aber Triebwagen nicht flexibel einsetzbar sind. Seit 1993 wurde desweiteren ein gnadenloser Sparkurs gefahren, will heißen bahneigene Ausbesserungswerke wurden getrichen, man schloß mit den Herstellern Wartungsverträge ab, weil das ja angeblich billiger war.Das Zugpersonal hat man im gleichen Zeitraum ausgedünnt so daß man heute nur noch von einem Personalgerippe sprechen kann, diesen bedauerlichen Zustand merkt jeder, der im regionalverkehr unterwegs ist. Mineralwasser im überhitzten Zug, das Personal traut sich ja nicht einmal mehr die vorgeschriebenen Pausen einzuhalten, will man von derart eingeschüchterten Leuten etwa verlangen, daß sie die Rendite um die Kosten von ein paar Kästen Wasser schmälern, die würden doch mit fadenscheinigen Begründungen nach Hause geschickt, es ist eben so, will man einen öffentlichen Verkehrsträger erhalten muß die Privatrwirtschaft die Finger weg lassen. Privatisierung hat für den Kunden immer nur eines bedeutet, Service runter Preise rauf, damit muß Schluß sein und zwar nicht nur bei der Bahn
Sie sind in ihrer Funktion ja ganz nahe dran an der Spitze der Bahn. Was ist in deren Sicht die Ursache des Problems?
Bis ins letzte Detail sind die Ursachen noch nicht geklärt. Wir haben seit Dienstag eine Taskforce eingesetzt, die alle mit dem Problem zusammenhängenden Fragen klären wird. Ein Punkt ist allerdings bereits eindeutig erkannt: Zum Zeitpunkt der Planung dieser ICEs ist niemand davon ausgegangen, dass wir einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad in Deutschland haben würden. Und nach der europäischen DIN-Norm für Klimaanlagen hat die herstellende Firma Siemens zusammen mit Bombardier die DIN-Norm bis maximal 35 Grad beachtet. Bis zu dieser Temperatur funktioniert die Technik auch. Wenn weiterhin so heiße Sommer möglich sind, dann wird man in Zukunft die spanische DIN-Norm beachten müssen, die als einzige in Europa Temperaturen bis 40 Grad berücksichtigt.
Ich brüll mich weg, spanische DIN!!!! Kennt die jemand????????
Die Bahn wird doch bereits jährlich durch Milliarden Summen des Bundes unterstützt! Und obwohl sie mit der letzten Bahnreform "schuldenfrei" gestellt war, hat sie dennoch wieder einen Schuldenberg angehäuft, der zwar in den letzten Jahren etwas kleiner geworden, andrerseits auch auch "Tafelsilber" veräußert wurde!
Vermutlich kann die DB AG derzeit überhaupt nur Gewinne ausweisen, weil sie durch den Bund erheblich bezuschusst wird und - ein weiteres goody - nicht auf den realen Wert ihres Anlagevermögens abschreiben muss!- Insoweit ist die sogenannte "Dividende" für sich gesehen (begrifflich) ein potemkinsches Dorf; denn im Grunde genommen erhält der Bund damit lediglich einen kleinen Teil seiner Bezuschussung zurück!
D.h., faktisch hängt die DB AG am Tropf des Bundes bzw. der Steuerzahler!- Eine Tatsache, die aber offensichtlich ohne Konsequenzen für das Handeln der DB AG geblieben ist?- Hat dieser Umstand die DB AG doch nicht davon abgehalten, im Ausland weiter zu expandieren?
Insoweit wäre es doch erst einmal folgerichtig, die Strategie der DB AG im Sinne der Bürger und Steuerzahler auf den Prüfstand zu stellen und das Kerngeschäft der DB AG nach deren Interssenslage (der der Bürger und Steuerzahler!) neu und zukunftsfähig zu definieren!- Und zweifelsohne sollte hierbei der Ansatz sein, dass die DBAG endlich auf eignen finanziellen Füßen stehen kann! (Wobei aus meiner Sicht, dieses nicht heißt, dass man sein Heil in der Privatisierung der DB AG sucht!)
Und das Klimaproblem beim ICE?- Wenn man mal als Bürger die diversen "Probleme" des ICE Revue passieren läßt - die offensichtlich bereits Nachbesserung oder kürzere Wartungsinteralle zu Folge hatten (Was haben eigentlich "Nachbesserungen oder kürzere Wartungsinteralle" bislang gekostet?) - dann wäre es doch wohl mal angesagt, der Frage auf den Grund zu gehen, was eigentlich die Ursache dafür ist!
Und aus der Distanz eines Bürgers könnte man auf die Idee kommen, dass diese "technischen Probleme" doch vom Grund her, eher einem "systemimanenten Mangel" zuzuschreiben sein könnten?- So gesehen wäre es doch eher gerechtfertigt, sich nicht nur auf die technischen Ursache zu konzentrieren oder gar nach mehr Geld für Investitionen zu fragen, sondern mal die Planungseffizenz der Organisation an sich zu Hinterfragen!?
Und wenn man nicht weiter weiß, kann man ja mal sich der Expertise der französischen Bahnkollegen bedienen....
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