Sarkozy will unbedingt einen deutsch-französischen Minister. Frankreichs ehemaliger Kulturminister Jack Lang würde den Posten übernehmen. Doch die Bundesregierung ist äußerst skeptisch.
Ein Phantom geht um in Paris, ein Phantom namens deutsch-französischer Minister. Alle paar Tage wird in der französischen Hauptstadt die Idee eines solchen Hybridwesens ins Spiel gebracht, und dann wieder als Spekulation verworfen.
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Wäre gern deutsch-französischer Minister: Jack Lang. (© Foto: AP)
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Am Dienstag nun, einen Tag vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Paris, wurde der französische Industrieminister Christian Estrosi ungewohnt deutlich. Seine Regierung denke über einen solchen Minister nach, sagte er und betonte: "Ich bin überzeugt, dass man das machen wird." Denn Präsident Nicolas Sarkozy habe den Ehrgeiz, das deutsch-französiche Bündnis in Europa zu stärken.
Bereits am Freitag hatte Europastaatssekretär Pierre Lellouche angedeutet, ein deutsch-französischer Minister werde womöglich im Januar geschaffen. Die sozialistische Oppositionspolitikerin Ségolène Royal begrüßte am Dienstag die Idee eines Doppelministers und schlug vor, ihm das Ressort wirtschaftliche Entwicklung zu übertragen.
Auch der frühere Bildungs- und Kulturminister Jack Lang spricht sich für einen deutsch-französischen Minister aus. In Paris heißt es, der 70 Jahre alte Sozialist würde diesen Posten selbst gerne bekommen. Zwar sind in Berlin wie Paris bürgerliche Regierungen im Amt. Sarkozy ist aber dafür bekannt, der Opposition gerne Politiker auszuspannen. Lang hat im Sommer immerhin schon einen Deutschkurs beim Goethe-Institut in Berlin gemacht. Derzeit sondiert er als Sondergesandter Sarkozys die Lage in Nordkorea.
Die Bundesregierung registriert den Pariser Vorstoß für einen Doppelminister "mit Unbehagen", wie zu hören ist. In Berlin will man prüfen, ob ein solches neues Amt überhaupt möglich ist. Darf ein französischer Staatsbürger deutsches Kabinettsmitglied werden? Könnte ein Minister auf die französische und die deutsche Verfassung zugleich vereidigt werden? Käme es da nicht zu Loyalitätskonflikten? Und wie nützlich wäre die "faszinierend klingende Idee" eines Doppelministers?
Schließlich wird in Kabinetten viel über nationale Sachfragen diskutiert, etwa über Details einer Rentenreform, die für ausländische Politiker uninteressant sind. Sinnvoller könnte es aus deutscher Sicht daher sein, die jeweiligen Fachminister aus Paris und Berlin zusammenzurufen, wenn Fragen anstehen, die beide Länder betreffen.
"Flitterwochen" von Merkel und Sarkozy
Derzeit versucht die Bundesregierung, den Partner ein wenig von der hohen Warte der symbolischen Politik herunterzuholen, ohne ihn zu verprellen. Berlin möchte sich konkreten Projekten zuwenden. Dabei geht es um die Bildungs-, Umwelt-, Energie- und Verteidigungspolitik. Genannt wird etwa die Entwicklung umweltschonender Automotoren und moderner Rüstungsgüter.
Gemeinsame Projekte könnten am 22. Januar, dem Jahrestag des Elysée-Vertrages, bekanntgegeben werden. Der frühere Beauftragte für die deutsch-französische Freundschaft, Bruno Le Maire, meint, Frankreich habe "eine endgültige Entscheidung" für Deutschland getroffen. "Die Frage ist nicht mehr, ob beide Länder für Europa zusammenarbeiten, sondern wie sie diese Führerschaft ausüben."
Zwischenmenschlich läuft es derweil bestens. Sarkozy und Merkel verstehen sich so gut, dass die Agentur AFP von einer "lune de miel", von Flitterwochen spricht. Diesen Mittwoch wollen der Präsident und die Kanzlerin unter dem Arc de Triomphe in Paris des Waffenstillstandes nach dem Ersten Weltkrieg gedenken. Bislang war das ein französisches Fest, an dem die Kanzler nicht teilnahmen.
Nun, nachdem der letzte französische Teilnehmer an diesem Krieg tot ist, möchte Sarkozy daraus eine deutsch-französische Versöhnungsfeier machen. Die Zeit sei reif, "um uns gemeinsam der Leiden zu erinnern, der Soldaten zu gedenken und den Frieden zu feiern".
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(SZ vom 11.11.2009/jab)
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zu munichois: Symbolik ...
"Der Hyperprésident sucht schon lange ein Portefeuille für Jack Lang, nicht zuletzt um den Sozialisten noch eins auszuwischen wie schon mit Außenminister Kouchner, Kulturminister Mitterand (selbst wenn der m.W. nicht Parteimitglied bei PS ist bzw. war) usw., und Lang würde sich auch gern noch einmal im Glanz der Medien sonnen. "
Ihre Begründung für diesen Einfall von Nicolas Sarkozy zeigt aber doch deutlich, daß französische Innenpolitik und deren Problematik in andere Länder exportiert werden und für einen alternden Politiker noch ein Posten geschaffen werden soll. Warum sollen wir uns das in Deutschland antun? Außerdem wird es auch in Frankreich wieder Wahlen geben die andere Parteien- und Regierungskonstellationen hervorbringen können und Sarkozy bekommt sicher auch einmal einen Nachfolger, der nicht unbedingt aus seiner Familie stammen muß. Warum sollen wir es uns mit zukünftigen Regierungen und Präsidenten verscherzen, nur um der Champagnerlaune eines umtriebigen Sarkozy zu folgen?
du hast ja wirklich ein Verfolgungswahn durch unseren längst verstorbennen König, verwechselt ihm sogar mit Sarkozy, das lässt sich aber terapieren, ansonsten sind deine Beiden Kommentaren nicht besonderst aufschlussreich.
Ich würde sagen milde ausgedrückt , Bull-Dozer Manieren um die Netiquette zu bewahren :-)
Ich habe gerade nachgesehen, es sind noch alle Tassen im Schrank! Ich erkläre Ihnen aber gerne wer Ludiwg der XIV. war oder Napoleon Bonaparte ...
einen Austragler-Posten oder träumt Nicolas Sarkozy die Träume Ludwig des XIV.?
...ständig unlautere Absichten? Dass sie es bei den Symbolen zu unerreichter Meisterschaft gebracht haben, sollte uns Deutschen ein Beispiel sein. Dass wie uns damit schwer tun, ist nachzuvollziehen, bei der Geschichtslast, die wir immer noch mit uns herum schleppen.
Glücklicherweise sehen es unsere Nachbarn und Brüder in Europa und anderswo nicht mehr so. Deshalb sollten wir die Zeichen, die aus Paris nach Berlin gesandt werden, dankbar annehmen und uns schleunigst dazu entschliessen, mitzumachen.
Die rechtlichen und praktischen Bedenken, die der Herr Hoyer von der FDP von sich gibt, erscheinen mir dabei nur als hilfloses Gefasel. Verfassngen kann man den Zeiten anpassen. Oder hat er Angst, seinen Posten bald an einen französischen Kollegen abgeben zu müssen? Würde mich jetzt auch nicht übermässig stören.
Wenn Frau Merkel ihre gebetsmühlenartig vorgetragenen Versicherungen der Freundschaft und Partnerschaft mit unseren westlichen europäischen Landsleuten ernst meint, dann hat sie jetzt die Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen.
Die Franzosen haben gelernt, einen deutschen Airbus-Chef zu akzeptieren, der in Toulouse sehr einen hervorragenden Job macht und dafür allseits geschätzt wird.
Wenn es der gemeinsamen Sache dient, wäre ich ohne weiteres bereit, sogar die Last eines triebgeplagten Präsidenten NS mit meinen Brüdern in Frankreich zu teilen. Vor allem dann, wenn es die Sache Europas endlich wieder voranbringt.
Und für den Anfang würde ich unseren Vorzeige-Deutsch-Franzosen Dany le Rouge (Cohn-Bendit) vorschlagen. Der ist so herrlich unbequem und wird seinen Kabinetsskollegen in beiden Hauptstädten genau auf die Finger schauen...
Vive la France, vive l'Allemagne, vive l'Europe!
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