Design für G7-Gipfel in Elmau G7-Logo kostete 80 000 Euro

Sieben Linien streben zum Gipfel: Das Logo des G7-Gipfels auf Schloss Elmau (Foto: Bundesregierung/dpa).

(Foto: dpa)

Weil Russlands Präsident Putin vom Gipfel ausgeladen wurde, musste das Logo für den G7-Gipfel in Elmau noch einmal neu entworfen werden. Das trieb die Kosten in die Höhe.

Sieben Linien streben dem Gipfel zu, die einen auf direktem Wege, die anderen gezackt wie Blitze. Die Bildsprache des Logos zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau ist klar: Sieben Staaten treffen sich in einem Punkt, haben sich ein hohes Ziel gesetzt - wenn auch der Punkt, in dem sie sich treffen, in weiter Ferne zu liegen scheint.

Gekostet hat dieses Logo, das von Medien in der Berichterstattung aufgegriffen wurde und sinnbildlich für den Gipfel stehen sollte, eine ganze Stange Geld. Knapp 80 000 Euro nämlich. Unzählige Meetings von Grafikdesignern waren offenbar notwendig, um das Logo von der Idee bis zur Umsetzung zu verwirklichen.

Vor allem aber die Ausladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin trieb die Kosten hoch: Die Gestalter des Logos mussten beinahe wieder von vorne anfangen, als bekannt wurde, dass sich nicht acht, sondern sieben Staaten an dem Gipfeltreffen beteiligen. Weil der erste Entwurf "aufgrund der aktuellen politischen Lage" im Papierkorb landete, seien die Kosten für die Entwicklung des Logos derart gestiegen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Transparenzorganisation Abgeordnetenwatch.de. Insgesamt kostete das Logo demnach 79 964,43 Euro.

Angesichts der Gesamtkosten fällt das Logo kaum ins Gewicht

Mit der Entwicklung des Logos habe man im Februar 2014 begonnen. Eine Ausschreibung sei für den Auftrag nicht erforderlich gewesen, das Logo wurde laut Abgeordnetenwatch.de von einer Vertragsagentur des Bundespresseamtes, der Agentur Scholz & Friends, entworfen. Die Hamburger Agentur habe bereits mehrmals Aufträge von öffentlichen Stellen erhalten, beispielsweise vom Bundesbildungsministerium oder der Europäischen Kommission.

Immerhin, darauf weist die Bundesregierung in ihrer Antwort hin, sei das Logo wiederverwendet worden: Beim Außenministertreffen am 14. und 15. April in Lübeck wurde dieselbe Grafik benutzt, allerdings mit neuer Beschriftung.

Betrachtet man die Kosten, die der G7-Gipfel insgesamt verursacht hat, fällt das Logo ohnehin kaum ins Gewicht: Je nach Quelle kostete das Treffen zwischen 200 Millionen (Innenministerium) und 360 Millionen Euro (Bund der Steuerzahler).

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