Angela Merkel und Nicolas Sarkozy müssen aufpassen: Parteinahme zu Gunsten der iranischen Oppostition könnte kontraproduktiv sein - und das Regime stärken.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy möchte "mehr Härte" gegen Iran, Angela Merkel verlangte eine neue Auszählung der Stimmen nach der Wiederwahl von Mahmud Ahmadinedschad. Wenn die Staats- und Regierungschefs nur für sich oder mit Gleichgesinnten sprechen, werden sie leicht energisch.
Beim Freitagsgebet an der Teheraner Universität beten die Gläubigen - und pflegen anti-westliche Ressentiments. (© Foto: AFP)
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Nimmt an den Beratungen im größeren Kreis der G-8-Staaten auch Russland teil, dann gäbe es keine Schlusserklärung, falls die Legitimität des iranischen Präsidenten in Frage gestellt würde. Es muss also bei unverbindlichen Hoffnungen "auf rasche Regelung der Krise durch demokratischen Dialog" bleiben.
Ohnehin weiß niemand, wie die Härte aussehen soll, die Sarkozy verlangt. Präsident Barack Obama verhält sich geschickter, wenn er alles zu vermeiden sucht, was die Iraner als Einmischung deuten könnten.
Auch wenn Obama seine Kritik an Teheran immer schärfer formuliert, will er im Nahen Osten keine Türen zuschlagen, schon gar nicht in dem Augenblick, da er die US-Botschaft in Syrien, also beim Verbündeten der Iraner, wieder öffnet. In dieses Bild passt gut, dass Hamas-Chef Khaled Meschaal in Damaskus Obamas neue Sprache begrüßt, ohne Iran auch nur zu erwähnen.
Sympathien für die iranische Opposition sind eine Sache. Parteinahme zu ihren Gunsten im Streit über das Wahlergebnis eine andere. Die könnte kontraproduktiv sein und im Ergebnis das Regime stärken.
Iraner sind empfindlich. Viele von ihnen, auch wenn sie selber gegen das System sind, hören gute Ratschläge von außen nicht unbedingt mit Begeisterung. Ahmadinedschads Herausforderer Mir Hussein Mussawi würde sich sehr dagegen verwahren, der Mann der Amerikaner oder der EU zu sein.
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(SZ vom 27.06.2009/woja)
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