Der Weg nach Berlin Das ist Alexander Radwan

CSU-Politiker Alexander Radwan im Kurzporträt.

Von Ulrike Heidenreich

Alexander Radwan, 48, Ingenieur und Rechtsanwalt aus Rottach-Egern. 1999 bis 2008 im Europa-Parlament, seitdem im Bayerischen Landtag.

Der Bundestagswahlkreis 224 ist besonders reizvoll. Er umfasst das bayerische Voralpenland, das sich um die Täler der Isar und Loisach schmiegt, die reichen Seeufer von Starnberg bis zum Tegernsee umschmeichelt und schließlich triumphal im Wendelstein gipfelt.

Das Schönste für einen CSU-Kandidaten aber ist: Immer hat in diesem Wahlkreis nur der Direktkandidat der CSU gewonnen; zuletzt war es Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die sich hier vor drei Jahren mit 54 Prozent der Erststimmen nach Berlin wählen ließ. Weil sie nach Bayern zurückkehrt, steht eine Rochade an. Der Landtagsabgeordnete Alexander Radwan wird ihr seinen Landtags-Stimmkreis Miesbach überlassen und sich im Gegenzug für den Bundestag bewerben. Allerdings gibt er sich vorsichtig: Alles hänge noch von der Delegiertenversammlung Ende November ab, sagt Radwan.

Zwar gibt es keinen Herausforderer, zwar wird er in der CSU als mögliche Führungskraft gehandelt, doch Radwan will auf keinen Fall vorgreifen: "Es wurden schon viele als Führungspersönlichkeiten in der CSU gehandelt", sagt er. Gelassenheit und Ironie gibt er als seine Eigenschaften an, was wohl nicht die ungeeignetsten sind - zum Beispiel, wenn manche seiner Parteispezln gegen Europa Stimmung machen. Radwan sagt dann, er sei ebenfalls "kein Hurra-Europäer", mahnt aber mehr Sachlichkeit an. In Rottach wohnt er im geerbten Haus der Großeltern, gleich nebenan leben seine Eltern. Mit seinem Hund geht er ab und an in den Bergen wandern, sein Lieblingsplatz ist eine stille Bank auf einer Anhöhe in Enterrottach, mit Blick auf See und Berge. In Berlin wird er mit definitiv anderen Aussichten vorlieb nehmen müssen.