Keine Kompromisse: Der BUND ist in Sachen Atomenergie die radikalste aller Umweltorganisationen. Ihr Chef, Hubert Weiger, fordert den Ausstieg bis 2012, spätestens jedoch in dieser Legislaturperiode. Mit der SZ sprach Weiger außerdem über die Beteiligung der Bürger bei der Energiewende und Konflikte mit der Opposition.
Die Umweltverbände tun sich schwer mit der Atomwende der Bundesregierung. Seit Jahrzehnten kämpfen sie gegen Atomkraftwerke, jetzt aber sind sie gespalten. Manche streiten für einen parteiübergreifenden Konsens, andere wollen schon im Jahr 2015 raus aus der Atomkraft, und nicht erst 2022. Doch keiner der großen Verbände ist so radikal wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). "Man muss standhaft bleiben", sagt Verbandschef Hubert Weiger, 64.
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Kein Verband stellt so radikale Forderungen zum Atomausstieg wie der BUND. "Man muss standhaft bleiben", sagt der Vorsitzende Hubert Weiger. (© dpa)
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SZ: Herr Weiger, wann waren Sie eigentlich zuletzt mit einer umweltpolitischen Neuerung so richtig zufrieden?
Weiger: Da muss ich lange zurückdenken. Das war wohl 2002 beim Bundesnaturschutzgesetz. Das hat vieles verbessert. Ansonsten haben wir in den letzten Jahrzehnten vor allem schöne Worte gehört. Aber real gab es seit der Einheit fast nur Rückschritte.
SZ: Aber jetzt passiert doch real etwas: Die Bundesregierung will den Atomausstieg. Und der BUND ist dagegen.
Weiger: Für die Regierungsparteien ist das, was da gerade passiert, eine dramatische Kehrtwende. Die haben ihre Positionen korrigiert, das begrüßen wir natürlich. Das ist die eine Seite. Wenn man aber Fukushima ernst nimmt, dass also ein hypothetisches Risiko in einem hoch entwickelten Industriestaat in Wirklichkeit ein sehr reales Risiko ist, dann muss man wesentlich konsequenter sein. Was wir jetzt haben, ist nichts anderes als der Status, den wir vor der Laufzeitverlängerung im Herbst hatten, nämlich der rot-grüne Ausstieg.
SZ: Für dessen Erhalt viele Umweltgruppen noch im vorigen Herbst stritten.
Weiger: Wir waren immer schon der Meinung, dass es wesentlich schneller gehen muss. Fukushima hat natürlich auch uns noch zusätzlich bestärkt, aber unsere Position hat sich nicht geändert. Der BUND ist eben ein Kind der Anti-Atom-Bewegung.
SZ: Aber die ist doch nicht mehr dieselbe wie vor 20, 30 Jahren.
Weiger: Sie verändert sich, ganz klar. Bei den Atom-Demonstrationen sind wieder viele junge Leute dabei, aber auch Unternehmer oder Beschäftigte aus dem Bereich erneuerbarer Energien. Wir haben in Deutschland bald eine Million Leute, die selber Strom erzeugen. Da entsteht ein ganz neues Fundament, eine neue Generation von Umweltbewegten. Aber den größten Zuspruch haben wir immer, wenn wir sagen: Ausstieg sofort. Nicht irgendwann, sofort.
SZ: Dann dürfte also keine Sekunde mehr Atomstrom produziert werden.
Weiger: Das heißt natürlich nicht, dass alle auf einen Schlag abgeschaltet werden können.
SZ: Das müssen Sie erklären.
Weiger: Wir sind nicht naiv. Wir können technische Gegebenheiten und die Versorgungssituation nicht ignorieren. Sofort heißt für uns: ohne schuldhaftes Zögern. Das wäre problemlos bis 2012, 2013 möglich, ohne wirtschaftliche Einbußen, ohne soziale Probleme. Technisch ist das machbar, mit erneuerbaren Energien, mit Energieeinsparungen ...
SZ: ... und neuen Kohlekraftwerken.
Weiger: Die sind nicht nötig. Genügend Analysen sagen: Der Atomausstieg ist auch ohne neue Kohlekraftwerke bis zum Ende dieser Legislaturperiode zu machen. Jeder spätere Ausstiegstermin ist für uns völlig inakzeptabel.
SZ: Unter den großen Umweltverbänden sind Sie damit der radikalste. Greenpeace reicht 2015, die Deutsche Umwelthilfe schlägt 2017 vor.
Weiger: Wir haben diese Grundüberzeugung, und dafür streiten wir. Ob wir von einem Prozent der Bevölkerung oder 50 Prozent unterstützt werden, ist für uns nicht entscheidend. Wir sind keine Partei, sondern ein Verband. Und in zwei Bereichen sind wir kompromisslos: Atomenergie und Agro-Gentechnik. Das ist eine Frage politischer Glaubwürdigkeit.
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Es ist immer wieder sehr interessant, wie sich sog. "Verantwortliche"
äußern, denn nach dem abschalten der KKW ist die Atomgefahr gebannt. Für wie lange läßt sich dieses Volk auch noch vom BUND und
den Grünen verdummen ? Nach dem abschalten bestehen die sog. Gefahren, doch immer noch Jahrzehnte weiter, da ja die KKW`s immer
noch im gleichen Zustand sind, da die Reaktoren und die Abfälle in
vollem Umfang vorhanden sind. Somit ist es doch völlig gleichgültig
ob die KKW`s laufen oder abgeschaltet sind, solange das Entsorgungs-problem nicht gelöst ist. Und das Problem und die Kosten der Entsorgung sollte eine Angelegenheit der Betreiber sein und nicht auf
Kosten der Steuerzahler. Die Versuchsanstalt in Karlsruhe hatte schon vor 15 Jahren Lösungen für die Entsorgung und dies war ja dann auch ein Grund dafür, daß dies nicht bekannt werden durfte
und diese Anlage entsorgt wurde.
Lösungen, welche für den Verbraucher preiswerte Energieversorgung betrifft, sind in unserem Wirtschaftsystem nicht
gewünscht und werden zurückgehalten um den Bürgern weiterhin
das sauer verdiente Geld aus der Tasche zu ziehen und der
DEUTSCHE mault und mault, tut nichts und zahlt.
Manche Menschen eifern schon mit einer schon radioaktiv anmutenden Rethorik gegen Warnungen, die man bei einem etwas gründlicheren Nachdenken nur ernst nehmen kann.
Das "Es wir schon nichts passieren" war in der Geschichte immer schon dann besonders beliebt, wenn die Gefahren akut waren.
So wie der menschliche Organismus bei besonders schmerzhaften Verletzungen die Schmerzempfindung mit ausblenden kann, wird hier bei besonders akuten Gefahren die Wahrnehmung der Alarmzeichen einfach durch dröhnende Angriffe gegen berechtigte Warner übertönt.
Noch kein Feuer wurde durch das Ausschalten der Sirenen unschädlich gemacht.
Es gibt nun mal Menschen, die nicht naiv genug sind, es hier darauf ankommen zu lassen, wenn es auch anders geht.
"Und ewig sterben die Wälder" heißt der Schinken.
und seine Reaktion auf den unlängst bei arte ausgestrahlten Film "und sterben die Wälder".
Man kann ihn getrost als unbelehrbar klassifizieren.
Hat Herr Weiger eigentlich in seinem Leben schon mal was anderes gemacht, als nur dumm daherzureden? Als wohl größter Lobbyist der Nation und als Waldschützer (der als Bürokrat sehr gut von der Tatsache lebt, dass es in D. Industrien gibt, durch deren Mehrwert er überhaupt eine Chance zum Geldverdienen hat) hat dieser Mann keine Ahnung von Wirtschaft und will dann unserer Gesellschaft "verkaufen", dass man bereits im kommenden Jahr den Übergang zu Alternativenergien schaffen kann. Die "Süddeutsche" scheint inzwischen ja allen Unsinn zu publizieren: Hauptsache kritisch gegen Atomkraft.
Übrigens: Weiger hat 1986 den "den Paulaner Forschungspreis" erhalten. "Paulaner" ist eine der großen Münchner Brauereien und der Preis ist wohl dotiert mit einigen Kästen Bier pro Woche - da weiß man dann, wo all der Unsinn des Herrn Weiger herkommt!
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