Der Streit zwischen Iran und Saudi-Arabien  Phantomschmerz

Die Botschaft von dem einen Gott und seinem Propheten Mohammed: Die riesigen Kalligrafien hängen in der einst christlichen Hagia Sophia in Istanbul, dem Zentrum osmanischer und damit sunnitischer Macht.

(Foto: JOHANNES SIMON)

Nahost brennt, die Neuordnung verläuft blutig. Grund ist nicht allein der Streit zwischen den Konfessionen des Islam, sondern auch die Sinnkrise der sunnitischen Welt.

Von Sonja Zekri

Vier Jahre, drei Augenblicke, eine Frage: Was stimmt hier nicht?

Kairo im Januar 2011. Die Stadt ist eine einzige Erwartung, glucksende Euphorie liegt in der Luft, aber auch Angst. Muss Mubarak, der Pharao, abdanken? Der Tahrir-Platz kocht, aber hier, ein paar Kilometer entfernt, marschiert die Konterrevolution auf: Beamte, Polizisten. Und: der koptische Klerus. In vollem Ornat, mit mächtigen Kreuzen und reifenartigen Kappen, schwarz schimmernd wie Käferflügel.

Wie das? Wieso misstrauen viele Christen dieser Revolution, dem Arabischen Frühling? Was ist anders ...