Wenn gute Betreuung von Kindern und Alten vom Staat kaputtgespart wird, dann bedeutet das die Verwahrlosung der öffentlichen Verantwortung.
Kinder werden nicht, wie viele alte Menschen in den Heimen, per Nasensonde ernährt. Sie werden nicht, wie die Alten, ans Bett gefesselt, sie können sich also nicht zu Tode strangulieren, wenn das Heimpersonal in der Eile die Gurte falsch angezogen hat.
Ministerin Zypries will den Kinderschutz verbessern. (© Foto: ddp)
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Kinder werden anders malträtiert, aber mit ähnlichen Folgen: Die Fälle Kevin, Jessica oder Dennis waren schaurige Beispiele. Wenn Eltern furchtbar versagen, wenn ihre Kinder verkümmern, verwahrlosen, verhungern - dann muss der Staat Vater sein und Mutter und Vormund, dann tritt zu dem Sorgerecht, das die leiblichen Eltern haben, eine Sorgepflicht des Staates.
Es ist daher lobenswert, wenn die Bundesjustizministerin den Kinder- und Jugendschutz verbessern will. Man kann gewiss da und dort an den Paragraphen drehen. Aber Kevin, Jessica und Dennis sind nicht an einer unzureichenden Rechtslage gestorben, sondern daran, das die Behörden das Recht dieser Kinder nicht verwirklichen konnten oder wollten, weil sie überfordert waren, das Geld nicht reichte, die Jugendämter zu wenige Betreuer für die Kinder haben.
Wie soll sich ein Betreuer um 250 Kinder in prekären Verhältnissen kümmern können? Die Jugendhilfe gehört zu den Sparopfern der sogenannten Reformen des Sozialstaats. Es ist schön, wenn die Ministerin Zypries will, dass ein Betreuer sich um maximal 50 Kinder kümmert. Selbst wenn die intensivere Fürsorge künftig im Bundesgesetz vorgeschrieben wird, ausführen müssen das die Länder. Die haben schon das auf dem Papier wunderbare Betreuungsgesetz für die Alten kaputtgespart.
Wenn gute Betreuung von Kindern und Alten dem Staat zu teuer ist, dann bedeutet das die Verwahrlosung der öffentlichen Verantwortung.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 03.09.2009/af)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
"Se nous"???
Jeder mag sich ja des Mittels Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen bedienen, um seine heile Scheinwelt zu bewahren. Doch der Dachstuhl des Hauses Deutschland steht längst in Flammen. Gestern wurde der 2. Teil des Fernsehspiels RAF gesendet. Wir werden vielleicht schon in naher Zukunft erkennen, was der Herr Herold damit meinte, als er darauf
hinwies, dass die Handlungsbeweggründe der damaligen RAF Gewalttäter und Mörder die von unserer Gesellschaft erzeugten Ungerechtigkeitszustände seien, die man politisch und eben nicht nur polizeilich zu bekämpfen habe, wenn man diesem Terror Einhalt gebieten wolle und den Terroristen die Unterstützung abgraben wolle.
Heute haben wir es längst nicht mehr mit Ungerechtigkeitszuständen zu tun. Heute stehen wir einer Gesellschaft gegenüber, die Unrechtszustände hergestellt und eine Besitzbürgerwillkürjustiz etabliert hat (Eine Wurstdiebin wird fristlos entlassen und ihrer Existenzgrundlage beraubt, ein Millionensteuerhinterzieher wie z.B. Herr Zumwinkel findet die Nachsicht des Staatsanwaltes sowie des Richters und muss nur die hinterzogenen Steuern + Ablassbetrag zurückgeben, um mit einer Bewährungsstrafe, die natürlich nicht in einem Arbeitslager abgeleistet werden muss, seine Millioneneinkünfte im eigenen Schloss zu genießen.
Staatsmonopolistischer Kapitalismus. Staatliche Willkürjustiz. Besitzbürgerfeudalsystem.
Wie groß müssen die geistigen, die empathischen und die ethischen Kapazitäten dieser heutigen Besitzbürgerelitarier und ihre wirtschaftliche, politische, administrativen und juristischen Helfershelfer- und Liebediener reduziert sein, wenn sie glauben, dass dieses inzwischen unübersehbare Unrechts- und Willkürsystem auf Dauer widerstandslos hingenommen wird?
Protz, Pomp und Gloria werden die Hunger (sozialen, materiellen und geistigen) der Menschen nicht stillen. Gewiss, es wird einige Zeit brauchen, bis die Reaktion erfolgt.
Und ich, so ich dann noch lebe, werde meine klammheimliche Freude und Zufriedenheit über die dann stattfindenden Prozesse sicherlich nicht verhehlen können.
L'etat se nous. Eigentlich ganz simpel.
Es ist schon verblüffend, mit welcher Naivität und Blauäugigkeit sich dieses Volk der Dichter und Denker von den Schlächtern und Henkern immer wieder hinters Licht führen lässt.
Die Errichtung des gewaltigen Arbeitslager in Deutschland begann eigentlich schon im Jahre 1978. Damals schrieb einer in Hamburg einen Leserbrief an das dortige Hamburger Abendblatt: Zur Gewährleistung der Ruhe, die von den Gutbürgern dieser Stadt so unbedingt gefordert wird, sollte auf der Vogelinsel Scharhörn ein großes Internierungslager mit einem 18 Meter hohen Stacheldrahtzaun errichtet werden, um dort alle Kinder dieser Freien und Hansestadt Hamburg zu internieren. Es gibt keine andere Lösung als die Entfernung aller Kinder aus der Stadt Hamburg, wenn der Schutz des Besitzes und des Eigentums der Besitzbürger dieser Stadt das Primat der real-praktizierten Politik bleibt.
Seit damals, als noch die sogen. Sozialdemokraten unter dem Bürgermeister Hans-Ullrich Klose in Hamburg das Sagen hatten, hat sich die fundamentalistische Kinderfeindlichkeit in den Kreisen des Hamburger Besitzbürgertums derart extremistisch radikalisiert, dass sich die Feindlichkeit gegenüber fremder Leute Kinder zum Hass auf die Kinder der Habenichtse, Hungerleider und Kostgänger der Gesellschaft gesteigert hat. Faktisch laufen heute in Hamburg regierungsamtlich initiierte und verwaltungstechnisch umgesetzte Pogrome gegen die Mehrheit der in Hamburg lebenden Kinder ab. Ausgenommen von dieser faktischen sozio-ökonomischen Verfolgung, geistig-ethischen Diskriminierung und real-politischen Terrorisierung sind nachweislich aber die Absolventen der dortigen Privatschulen, der staatlichen Elite-Gymnasien, der in Hamburg inzwischen immer zahlreicheren Privatuniversitäten.
Kern der real-existierenden Lobbyisten-, Eliten- und Exzellenzenpolitik, die schon unter den letzten sozialdemokratischen Bürgermeistern eingesetzt hat, war die Herstellung des heute real-existierenden post-demokratischen Finanzfeudalismus, der für die Liquidierung aller zivilgesellschaftlichen und demokratischen Prioritäten gesorgt hat und das absolute Primat der Kapitalrenditen etabliert hat.
crum schrieb: Dass dieser Bereich, in dem fast ein Drittel des deutsche Bruttosozialproduktes verbraten wird, mit Fug und Recht, allein schon aufgrund der Dimensionen, jeder anderen Industrie, die auch nicht tun und lassen kann was sie will, gleich gesetzt werden kann, könne Sie mir doch nicht vorwerfen. - Von akademischem Verständnis zeugt auch diese Aussage nicht. Selbstverständlich kann dieser Arbeitsbereich eben genau nicht mit jeder anderen Industrie gleich gesetzt werden, weil es sich nicht um eine Arbeit in einer solchen handelt, sondern um Non-Profit-Arbeit, die Gott sei Dank vom ÖD und den Freien Trägern (ausdrücklich aber nicht von denen, den die Sie uns hier durch die Hintertür schmackhaft machen wollen) abgedeckt wird. Dass da u.U. Industrien dranhängen, ist was ganz anderes, und auf die entsprechende hiermit einhergehende Problematik wies ich am Beispiel der Kinderheime bereits hin. Warum verwischen Sie hier dauernd die Grenzen?
crum schrieb: Genauso wie ein Zuviel an Schwerindustrie Landschaften zerstören kann, kann eine ausufernde Sozialindustrie die finanziellen Grundlagen eines Staates zerstören. Das kann man weder dem einzelnen Metallarbeiter noch dem einzelnen Sozialarbeiter vorwerfen. - Bingo! Und deshalb darf es auch in Zukunft keine ausufernde Sozialindustrie geben, d.h. keine weitere Verlagerung staatlicher Aufgaben auf private Firmen, die sich u.U. auch noch unter dem Deckmäntelchen Kirche - und hier meine ich ausdrücklich nicht die katholische und evangelische - o.ä. verstecken.
Ich komme aber so langsam dahinter dass sie hinter dem Begriff Industrie etwas grundsätzlich Verwerfliches sehen, dessen man sich schämen muss. Das tut mir dann wirklich leid für Sie. - Nee, Sie müssen nur sich selbst Leid tun, denn Sie haben das mit der Industrie am Anfang unser beider Diskussion in die Runde geworfen und behauptet, ich wäre ein Teil derselben. Oder wissen Sie auch das nicht mehr?
Woher wissen Sie das denn so genau, was diese Mitarbeiter machen? Sind Sie dabei? Haben die Ihnen das erzählt oder vermuten Sie nur? Und was berechtigt Sie eigentlich dazu, zu meinen beurteilen zu können, ob hier Ermessensspielräume adäquat oder extrem weit ausgelegt werden? Sie haben doch einen ganz anderen Beruf und somit keine Ahnung von der Materie. Eine fachliche Information: Wir haben keine Kunden, sondern arbeiten mit Klienten und deren Bezugssystemen und das auf der Basis einer besonders qualifizierten Ausbildung. Herrn Prantls Analyse kann ich aus meiner fachlichen Sicht übrigens voll und ganz zustimmen.
@crum schrieb:Meine Kritik geht in eine vollkommen andere Richtung und in keinster Weise gegen die, die sich diese Arbeit antun. - Wie kommen Sie eigentlich darauf zu behaupten, meine Kollegen und ich täten sich die Arbeit an? Damit mal eines klar ist: Weder brauchen wir jemanden wie Sie, der uns unter Aufbietung aller Arroganz, zu der er fähig ist, unsre Arbeit erklärt, noch Leute, die uns bedauern, und auf Ihre Art des Lobs verzichten wir allemal gern. Ein aggressiver Ton ist übrigens manchmal die einzig adäquate Entgegnung auf den Versuch, Schuldzuweisungen und unwahre Behauptungen mit Begriffsentstellungen und Tricksereien zu verbinden und die wahren Absichten zu verschleiern, hier: Privatisierungsbestrebungen in Richtung ÖD.
crum schrieb: Und genauso wie der kleine Selbständige in einem Dienstleistungsberuf, wenn auch ein kleines Rädchen, der Dienstleistungsindustrie ist, sind Sie das auch in Ihrem Bereich. - Haben Sie eigentlich, so wie meine Kollegen und ich, auch einen akademischen Abschluss? Weder Satzbau noch Kommasetzung noch Inhalt sprechen dafür.
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