von Thorsten Denkler, Berlin

Keine Frage, ohne Frank-Walter Steinmeier hat die SPD keine Chance, die Wahl 2009 zu gewinnen. Was Sie sagen müssen, wenn Sie Steinmeier pushen wollen - eine Argumentationshilfe

Sie trauen Frank-Walter Steinmeier nichts zu? Dann passen Sie mal auf: Hier die fünf wichtigsten Gründe, warum er unbedingt Kanzlerkandidat der SPD werden muss.

Schröder herzt Steinmeier, AP

Schröder herzt Steinmeier. (© Foto: AP)

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1. Wenn die Menschen überhaupt jemanden aus der SPD als Kanzler wollen, dann ist es Steinmeier. Er ist der beliebteste SPD-Politiker, weit vor seinem Parteichef Kurt Beck. Und er führt diese Liste sei Monaten unangefochten an. Ergebnis der jüngsten Forsa-Umfrage: Wenn sich die SPD-Wähler von 2005 für Beck oder für Steinmeier entscheiden müssten, würden 45 Prozent den Außenminister bevorzugen, aber nur 35 Prozent den Parteivorsitzenden Beck.

2. Weil er das Amt nicht erst lernen muss. Egal, ob Helmut Kohl, Gerhard Schröder oder Angela Merkel: Alle hatten zu Beginn Eingewöhnungsprobleme. Steinmeier wird das nicht passieren. Er kennt das Bundeskanzleramt und beherrscht die Mechanismen der Macht wie wohl kaum ein anderer. Als Kanzleramtschef hat er den Atomkonsens, die Zwangsarbeiter-Regelung und die Steuerreform gemanagt. Als Außenminister bewegt er sich geschickt auf dem internationalen Parkett. Genau dort, wo er auch als Kanzler die meisten Punkte in der Wählergunst holen kann. Angela Merkel macht es gerade vor.

3. Weil er ohne Glaubwürdigkeitsverlust einen neuen Aufbruch der Partei organisieren könnte. Sicher, er wird nicht die Politik Schröders verraten. Er musste sie aber nie in erster Reihe verteidigen. Das gibt ihm die Freiheit, neue Akzente zu setzen.

Etwa, indem er die Idee des vorsorgenden Sozialstaates weiterentwickelt. Mit dem Buch "Auf der Höhe der Zeit", das er gemeinsam mit Matthias Platzeck und Peer Steinbrück herausgibt, ist er schon vorne dabei in der Debatte.

4. Weil er das Vertrauen der SPD-Oberen in Berlin hat. Steinmeier gilt als integer und loyal. Eine Grundvoraussetzung dafür, dass er auch schwierige Entscheidungen durchsetzen kann, ohne dass ihm gleich der ganze Laden auseinanderfliegt, wie es bei Schröder der Fall war.

5. Weil er die Politik mitgetragen hat, die jetzt, im wirtschaftlichen Aufschwung, die Früchte trägt, die Altkanzler Gerhard Schröder nicht mehr ernten konnte. Steinmeier könnte es schaffen, die Partei mit Schröder zu versöhnen. Ihm könnte es gelingen, der Partei den Weg zu zeigen, selbstbewusst mit ihren Erfolgen umzugehen.

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(sueddeutsche.de)