Wann immer Papst Benedikt XVI. auf Muslime trifft - sein Verhältnis zum Islam wird von einem Zitat bestimmt, das bis heute sein Pontifikat belastet.
Auch wenn Papst Benedikt XVI. auf jeder seiner Stationen während der Nahostreise auf Anerkennung und Respektbezeugung gegenüber den großen Religionen in der Region achtet - der Islam steht wahrlich nicht im Mittelpunkt dieser Pilgerfahrt. Auch die politische Dimension des Nahost-Konflikts wird der Papst nicht durch seine Worte oder religiöse Symbolik beeinflussen wollen.
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Seine Rede in Regensburg vor drei Jahren verfolgt Benedikt XVI. noch immer. (© Foto: dpa (Archiv))
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Zwar stattet er den politischen Größen in Jordanien, in den Palästinensergebieten und in Jerusalem Besuche ab, außerdem wird er in einem Flüchtlingslager erwartet. Aber dies ist ausdrücklich kein Staatsbesuch, und das Oberhaupt der katholischen Kirche hat als Friedensstifter im Heiligen Land wenig Einfluss.
Gleichwohl reist, wo immer Benedikt auftaucht, die unmittelbare Vergangenheit mit. Dem Auftakt der Reise in Jordanien wohnt also auch ein Stück interreligiöser Dialog zwischen Christentum und Islam inne, etwa wenn der Papst mit muslimischen Religionsführern spricht und eine Moschee besucht.
Eine halbe Entschuldigung
Stets fällt, wenn der Papst Muslime trifft, die Chiffre Regensburg - als Merkvokabel für ein gewaltiges Thema, das seit dem 12. September 2006 über dem Pontifikat lastet. Während einer Vorlesung an seiner alten Universität in Regensburg zitierte der Papst den spätmittelalterlichen byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos mit einer Aussage über das Verhältnis des Islam zur Gewalt. Benedikt zitierte den Kaiser, nachdem er sich zuvor mit dem Verweis auf die "erstaunlich schroffe Form" von ihm abgesetzt hatte: "Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden, wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten."
Kaum ein Satz Benedikts wurde intensiver analysiert. Diese frühe Äußerung legte sich wie ein Schatten auf sein Amt. Der Papst, der anders als sein Vorgänger nicht als glühender Verfechter des interreligiösen Dialogs sein Amt angetreten hatte, fand sich plötzlich in eine Kontroverse verwickelt, die er nie beabsichtigt hatte.
Der Vatikan stellte klar, ordnete ein, beschwichtigte - und der Papst selbst war es, der sich zu einer halben Entschuldigung hinreißen ließ: Er bedauere es, wenn das Zitat falsch verstanden worden sei, so Benedikt XVI. Ein Jahr nach den in Dänemark veröffentlichten Mohammed-Karikaturen, mitten im Irak-Krieg und in der vor allem in den USA ideologisch erhitzt geführten Auseinandersetzung über die Werte des Westens und der muslimischen Welt, hatte der Papst den Eindruck erweckt, er könne der These vom Kampf der Kulturen durchaus etwas abgewinnen.
Interreligiöse Debatte mit Niveau
Die auf Regensburg folgende Debatte ließ es an Niveau nicht missen, islamische Religionsgelehrte antworteten dem Papst in einem Brief, der eigentlich an die gewaltbereiten Muslime adressiert war und die Friedfertigkeit ihrer Religion pries. Und der Vatikan selbst inszenierte eine Reihe interreligiöser Dialogforen, die auf allen Ebenen der Kirche stattfanden und bis heute zum Verständnis der Religionen beitragen sollen.
Besänftigt wurden die Gemüter dann durch eine neue Geste Benedikts: Im November 2006 besuchte der Papst während einer Türkei-Reise die geschichtsbeladene Hagia Sophia, einst christliches Gotteshaus, dann Moschee, heute Museum. Ins Gebet aber vertiefte er sich in der gegenüberliegenden Blauen Moschee.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 08.05.2009)
"Zwei Papstartikel plus Israel und erst 11 Kommentare gesamt. Entweder hat die Schweizer Garde den Server geservnapped oder der Server der SZ hat heute gewaltige Macken."
Du hast Recht queeni. Aber es liegt an der SZ-Blockade *g* Die haben fürchterlich davor Angst eine breite und offene Diskussion zuzulassen. Womit wir wieder beim Thema "freie Meinungsäußerung" sind. Von wegen! Wir sind alles andere, aber NICHT frei!
Der Papst hat sich nicht entschuldigt. Er hat sinngemäß nur gesagt, es tut ihm leid, wenn ihn jemand missverstanden habe. Im übrigen hat die Regensburger Rede ja positiv gewirkt. Sogar die SZ muss zugeben, dass die muslimische Replik mit dem Insistieren auf Gewaltlosigkeit, eigentlich auf die Muslime selbst zielte - insbesondere auf die Gewaltbereiten unter ihnen. Vor Regensburg aber war ein solches Bestehen auf ein friedfertiges Leben der eigenen Religion eben sehr selten aus den Reihen der muslimischen Führer zu hören.
da ich kein grosser Anhänger des Papstes bin und schon garnicht seine Ansichten teile muss ich aber doch sagen , was soll er schlimmes gesagt haben ?!
wenn man das auf die berüchtigte Goldwaage legt was Muslime oder Islamisten von sich geben ist dieses Zitat!! doch Kinderkram dagegen .
Nur die westlichen Aussagen werden noch mehr reflektiert und bewertet und es wird mehr Wert auf politische Korrektheit gelegt. Komischerweise wird das bezüglich des Islam nicht so ganz gehandhabt, dabei dachte ich es sei eine Kontroverse aus Augenhöhe.
Scheinbar darf die andere Seite sich aber sehr viel mehr erlauben als die andere....
sehr merkwürdiger Dialog wenn man dies auf Augenhöhe durchführen möchte ...
Ihr Kommentar und vor allem Ihr Schluß spricht mir aus der Seele - richtiger,aus dem Gehirn.
Die besagte Vorlesung über Kaiser Manuel II. hielt jedoch nicht Papst Benedikt XVI. sondern Professor Joseph Ratzinger.Die Resonanz darauf war so sehr gewaltig ,weil Professor Ratzinger zugleich auch Papst Benedikt ist,was aber in diesem Fall half ,ein neues Bewußtsein in Bezug auf den Islam zu inizieren .Es war dann leider wieder Papst Benedikt,der sich von der mutigen Aussage des Professor Ratzinger im Nachhinein distanzierte bzw.von seinem Kirchenapparat dazu genötigt wurde.
Die katholische Kirche von heute ist nicht die Gralshüterin der abendländischen Kultur,wenn sie es denn jemals gewesen sein sollte.
Fakt ist, daß ein Dialog nur auf Basis von Klarheit und Wahrheit Sinn macht und geführt werden sollte. Wer sich das Leben und Handeln des "Propheten" Mohammed betrachtet, kann zu keiner anderen Einschätzung kommen, als Kaiser Manuel II. Wenn die Einschätzung des Kaisers in den Augen der Muslime falsch und unhaltbar ist, dann sind sie gefordert durch Fakten das Gegenteil zu beweisen. Was der Papst mit seinem Zitat erreicht hat - ob Absichtlich oder nicht spielt hier keine Rolle - ist, daß seither das Dogma/Lüge unser Politiker/Medienschaffenden - Islam ist Frieden, immer stärker hinterfragt und zusehends als unhaltbar entlarvt wird/wurde.
Wenn ein Zustand wirklich vollkommen unhaltbar ist, dann ist es das ständige verharmlosen, ausblenden und ignorieren der Bedrohung die Europa aus der zunehmenden Islamisierung erwächst. Die Bevölkerung ist es zunehmend Leid hier permanent von unseren Politikern und Medienschaffenden hinter das Licht geführt zu werden.
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