Bislang ist der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Bezirks Hessen-Süd nur wenigen bekannt - jetzt soll Thorsten Schäfer-Gümbel Andrea Ypsilanti beerben und die gebeutelte SPD in den Landtagswahlkampf führen.
Die Entscheidung des SPD-Parteirats fiel hinter verschlossenen Türen im Frankfurter Gewerkschaftshaus - und sie ist eine kleine Sensation. Thorsten Schäfer-Gümbel soll die hessische SPD in den Landtagswahlkampf führen und Ministerpräsident Roland Koch (CDU) herausfordern.
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Engagiert, aber blass: Thorsten Schäfer-Gümbel soll die gebeutelte Hessen-SPD in den Landtagswahlkampf führen. (© Foto: oH)
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Dass Andrea Ypsilanti nach dem gescheiterten Versuch, sich mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, auf ihre Kandidatur verzichten muss, wurde von vielen erwartet, obwohl die SPD dies am Freitag noch dementiert hatte.
Zunächst hatte vieles darauf hingedeutet, dass Ypsilanti dem Parteirat den Vorsitzenden des SPD-Bezirks Hessen-Nord, Manfred Schaub, als Spitzenkandidat vorschlagen würde und stattdessen den Landesvorsitz behalten wolle. Doch Schaub lehnte es ab, als Spitzenkandidat anzutreten.
Dass jetzt aber der wenig bekannte Vize-Chef des SPD-Bezirks Hessen-Süd die gebeutelten Sozialdemokraten in den Wahlkampf führen soll, löste bei vielen Genossen Kopfschütteln aus.
Schäfer-Gümbel gilt als Parteilinker und enger Vertrauter Ypsilantis. Die politische Vita des 39-Jährigen ist die eines engagierten, aber blassen Sozialdemokraten: Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung, Abschluss in Politikwissenschaft mit Auszeichnung, Referent des Sozial- und Jugenddezernenten der Stadt Gießen, Abgeordneter im hessischen Landtag.
Inzwischen besetzt Schäfer-Gümbel zahlreiche Posten in der Partei - politisch in Erscheinung getreten ist er bislang kaum. Anfang des Jahres organisierte er für Ypsilanti recht erfolgreich die Mindestlohn-Kampagne, doch viel Anerkennung brachte ihm auch das nicht ein.
Ypsilanti lobte Schäfer-Gümbel als kreativ und intelligent und bescheinigte ihm die Fähigkeit, Parteiströmungen integrieren zu können.
Viel Zeit wird Schäfer-Gümbel nicht bleiben, sich und sein Programm bei den Wählern bekannt und beliebt zu machen. Der hessische Landtag löst sich voraussichtlich am 19. November selbst auf - um so den Weg für eine Wahl im Januar freizumachen.
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(sueddeutsche.de/woja/dmo/mmk)
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