Hat der BND den USA beim Irakkrieg entscheidend geholfen? Dies behauptet ein US-General und setzt Steinmeier damit unter Druck: Die Opposition wettert, der Außenminister habe "von allem gewusst".
Nach den Aussagen des früheren US-Generals James Marks zur Nutzung von BND-Informationen beim US-Einmarsch in den Irak wächst der Druck auf Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).
"Wenn sich das bewahrheitet, hat Steinmeier gelogen": Schwere Vorwürfe der Opposition an Frank-Walter Steinmeier im BND-Skandal (© Foto: ddp)
Anzeige
Wenn Marks' Aussage stimme, dass Informationen des Bundesnachrichtendienstes einen früheren Beginn des Irakkriegs ermöglicht hätten, ergebe sich eine "neue Qualität" im BND-Skandal, sagte der FDP-Obmann im BND-Untersuchungsausschuss, Max Stadler, der Passauer Neuen Presse.
Hintergrund ist ein Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, in dem zwei damals hochrangig tätige US-Offiziere BND-Informationen als extrem wichtig, detailliert und zum Teil verlässlicher als CIA-Erkenntnisse bewerten. Sollte dies stimmen, so steht laut Stadler fest: "Deutschland hat an diesem Krieg mitgewirkt. Die Aktivitäten der deutschen Agenten waren eine indirekte Beteiligung", wurde er von der Passauer Neuen Presse weiter zitiert.
"Rot-grüner Anspruch und Wirklichkeit klaffen meilenweit auseinander"
Der damals als Kanzleramtsminister für die Geheimdienste verantwortliche heutige Außenminister Frank-Walter Steinmeier "muss sich fragen lassen, warum der BND nicht kontrolliert worden ist", betonte Stadler. Im Untersuchungsausschuss gehe es um Steinmeiers Glaubwürdigkeit und die der rot-grünen Regierung insgesamt. Stadler kündigte an, die FDP werde beantragen, "dass US-Militärs wie General Marks gebeten werden, eine Aussage vor dem Ausschuss zu machen".
Bisher habe Steinmeier auf eine Vorgabe verwiesen, wonach BND-Agenten keine für die Kriegsführung relevanten Informationen an die USA weitergeben durften. "Rot-grüner Anspruch und Wirklichkeit klaffen meilenweit auseinander", kritisierte der FDP-Obmann mit Blick auf das Nein der damaligen Bundesregierung zum Irakkrieg. Seine Partei werde beantragen, "dass US-Militärs wie General Marks gebeten werden, eine Aussage vor dem Ausschuss zu machen".
Der Obmann der Linkspartei im BND-Untersuchungsausschuss, Norman Paech, sagte in der Passauer Neuen Presse zu Marks' Äußerungen: "Wenn sich das bewahrheitet, hat Steinmeier gelogen." Er vermute, dass der heutige Außenminister "von allem gewusst" habe. Der Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, sagte Steinmeier habe "die damalige Praxis zu verantworten" und habe daher jetzt "ein Glaubwürdigkeitsproblem".
Am Donnerstag muss der Außenminister dem Untersuchungsausschuss erneut Rede und Antwort stehen. Das Auswärtige Amt bekräftigte am Wochenende die Position der Bundesregierung: "Deutschland war aus gutem Grund gegen den Irak-Krieg und hat sich deswegen nicht an Kampfhandlungen beteiligt", sagte Sprecher Jens Plötner. Alle Zeugen vor dem Ausschuss hätten diese Vorgabe bestätigt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AFP/AP/cgu/plin)
Zustimmung.
Übrigens war auch die Bundeswehr direkt an den Kriegshandlungen beteilig:
In der Unterstützung der US-Logistik und beim Ersatz von US-Dienstpersonal in den US-Basen auf deutschem Boden. Die fleissigen Ameisen im Hintergrund, ohne die der Irakkrieg so nicht möglich gewesen wäre, stellten zu einem Teil deutsche Truppen.
Politisch abgesegnet. Klagen dagegen wurden von unserem höchsten Gericht abgewiesen.
Die angebliche Nichtteilnahme Deutschlands war ja auch nur eine rhetorische Fatamorgana unseres damaligen Medienkanzlers Schröder.
Konsequent wäre eigentlich die Aussetzen der Untertützung des NATO-Bündnisspartners USA gewesen.
Natürlich ist genau das nicht geschehen.
So sind sie halt, die Sozis dieser Welt. Vorne raus gröhlen sie die antifaschistischen Parolen und hinten unterstützen sie die Kriegstreiber dieser Welt. Ob seinerzeit in Deutschland durch die Schröder-SPD oder wenig später in Spanien durch die Zapatero-PSOE. Alle gleich...
Ich verstehe bis heute immer noch nicht, wieso die Anordnung vom zus., scharf bewaffneten Schutz der US-Militärtransporte hier zu lande zwischen den Flughäfen und Basen als sogenannte "indirekte" Beteiligung gilt, vom damaligen Theater um die
deutschen Besatzungen der AWACS-Flieger (=fliegende Radar-und Einsatzzentralen) ganz zu schweigen. Dabei hieß es damals (2003) sogar, dass 90% aller über Irak abgeworfenen Bomben direkt aus Rammstein angeflogen wurden.
Und bis vor ein paar Wochen sollen die BND-Leute lt. allen sog. seriösen Medien (von den ÖR-en ausgehend) die Information vor der Weitergabe an die USA sogar noch
"von kriegsrelevanten Anteilen bereinigt" haben (sic!) - hier werden anscheinend 85
Milionen Bürger schlicht für minderbemittelt gehalten.
Für mich stellt sich langsam die Frage ob diese Demokratie überhaupt noch die Zügel in der Hand hat, oder sich de facto fortlaufend in eine medientaugliche Simulation ihrer selbst wandelt, eine Art Fassade als Lichtinstallation.
MfG
Zack
um die spd muß man eh keine gedanken mehr machen (unter 20%) also bedeutungslos aber die anderen cdu fdp csu das ist die neue gefahr
Kanzlerkandidat der Lügenpartei SPD.Unter Schröder haben sie gelogen und in der neuen Regierung geht es weiter so.
Paging