Demonstrationen in Paris Polizei setzt Tränengas gegen Homo-Ehe-Gegner ein

Hunderttausende Franzosen sind gegen die geplante Einführung der Homo-Ehe auf die Straßen gezogen - und teilweise mit der Polizei aneinandergeraten. Diese setzte Knüppel und Tränengas ein, um die Demonstranten vom Champs-Elysées zu vertreiben. Innenminister Valls sagte, die Situation sei eskaliert, weil rechtsextreme Gruppen an den Protesten teilgenommen hätten.

Nach der Großkundgebung in Paris gegen die Homo-Ehe hat die Polizei am Abend unter Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken Hunderte Demonstranten von den Champs-Elysées vertrieben. Mehrere Quellen berichteten, dass die Polizei gegen die Demonstranten mit großer Härte vorging. Einige Demonstranten knieten nieder und schrien: "Demokratie!"

Auch Fernsehbilder zeigten, dass es an einigen Stellen zu Handgemengen kam. Sicherheitskräfte feuerten Tränengas auf pink-gekleidete Demonstranten ab, die mit Protestslogans Stimmung gegen Präsident François Hollande machten.

Innenminister Manuel Valls sagte, die Demonstration sei "aus dem Ruder gelaufen". Die Veranstalter seien "überfordert" gewesen, weil rechtsextreme Gruppen an den Protesten teilgenommen hätten. Mehrere dutzend Demonstranten seien in Gewahrsam genommen worden. Valls sagte, zur Absicherung der Großkundgebung seien 2000 Polizisten im Einsatz gewesen.

Hunderttausende Gegner der Homo-Ehe hatten in Paris gegen das Vorhaben demonstriert. Die Veranstalter sprachen in einer Mitteilung von 1,4 Millionen Teilnehmern, die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 300.000. Die Prachtstraße Champs-Élysées im Zentrum der französischen Hauptstadt war für die Demonstration nicht zugelassen. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass es in Paris wegen der geplanten Homo-Ehe zu einer Großdemonstration kam.

Am 12. Februar hatte die von den Sozialisten dominierte Nationalversammlung klar für die Einführung der Homo-Ehe samt einem gemeinsamen Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare gestimmt. Bis Ende Juni will Hollande das Gesetz verwirklichen. Justizministerin Christine Taubira bezeichnet das Vorhaben als "Wandel der Zivilisation". Die Gleichstellung von Lesben und Schwulen mit heterosexuellen Paaren wird seit langem von der französischen Linken gefordert und war ein wichtiges Wahlkampfversprechen des Sozialisten Hollande.