Vor dem Kapitol in Washington haben sich Tausende Menschen versammelt und gegen den Militäreinsatz im Irak demonstriert. Bei der Kundgebung wurden 197 Demonstranten festgenommen, darunter zahlreiche Kriegsveteranen.
Zigtausende Menschen haben am Samstag in Washington gegen den US-Militäreinsatz im Irak demonstriert. Bei der Kundgebung wurden 197 Demonstranten festgenommen, darunter zahlreiche Kriegsveteranen. Die Proteste folgten nach der Ankündigung von Präsident George W. Bush, die USA müssten sich auf langfristiges Engagement im Irak einstellen.
Polizist vor dem Kapitol in Washington bei der Demo gegen den Irak-Krieg. (© Foto: dpa)
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Zwischen 4.000 und 6.000 Demonstranten versammelten sich vor dem Weißen Haus und zogen dann vor das Kapitol. Auf Spruchbändern forderten sie die Absetzung von Bush. Dieser hatte am Donnerstag Forderungen nach einem baldigen Truppenabzug eine Absage erteilt.
"Heute antworten Bush Tausende Menschen auf den Straßen von Washington und in anderen Städten, um ein sofortiges Ende des Kriegs im Irak zu fordern", sagte der Koordinator der Anti-Kriegs-Organisation "Answer Coalition", Brian Becker. Zu den Festnahmen sei es gekommen, als die Demonstranten Polizeiabsperrungen durchbrochen hätten.
Unter den Demonstranten waren neben Familien mit Kindern und Studenten auch Kriegsveteranen und Eltern von im Irak getöteten Soldaten. Zu den Rednern zählte auch Cindy Sheehan, die im Irak ihren Sohn verloren hatte und daraufhin zur Galionsfigur der US-Kriegsgegner wurde.
Verteidigungsminister Robert Gates sprach unterdessen von einem weitergehenden Truppenabbau. Er betonte, alle führenden US-Militärs seien mit Bushs Strategie einverstanden. Der US-Präsident hatte in der Nacht zum Freitag in einer Fernsehansprache erklärt, rund 20.000 Soldaten könnten bis Sommer 2008 abgezogen werden, die USA müssten sich aber auf eine langfristige Präsenz im Irak einstellen.
Derzeit sind rund 168.000 US-Soldaten im Irak. Auch Gates betonte die Notwendigkeit einer unbefristeten US-Militärpräsenz im Irak, die jedoch von bescheidenem Umfang sein könne.
In Bagdad zog sich unterdessen die Bewegung des radikalen Schiitenführers Moktada el-Sadr aus der Regierung zurück. "Es gab keine positive Antwort der Schiitenallianz, weshalb das politische Komitee der Sadr-Bewegung ihren Rückzug aus dem Schiitenblock verkündet", sagte Liwa Smesim, Vorsitzender des politischen Komitees, in Nadschaf.
Ein Sprecher der Sadr-Bewegung sagte, nun solle mit der Fadhila-Partei über eine künftige Zusammenarbeit verhandelt werden, die im März aus der Regierung ausgetreten war. Die Parlamentsabgeordnete Gufran Saad von der Sadr-Bewegung warf der Schiitenallianz vor, seine Gruppe bei Entscheidungen nicht konsultiert zu haben.
Als Beispiel nannte sie die Bildung einer neuen Allianz der Schiiten mit zwei Kurdengruppen, die Ende August vereinbart worden war. Die Schiitenallianz hatte ursprünglich aus vier Gruppierungen bestanden: aus der Sadr-Bewegung, dem Obersten irakischen Islamrat (SIIC), der Dawa-Partei von Maliki und der Fadhila-Partei.
Nach dem Ausstieg der Fadhila im März sank die Zahl der Mandate auf 115. Ohne die 32 Mandate der Sadr-Bewegung haben die beiden verbliebenen Parteien der Schiiten-Allianz nur noch 83 der 275 Parlamentssitze. Insgesamt wird die Regierung jetzt noch von 136 Abgeordneten getragen, darunter 53 Kurden.
Tödlicher Anschlag von al-Qaida
Der irakische Arm des internationalen Terrornetzwerks al-Qaidab bekannte sich unterdessen zu einem tödlichen Anschlag auf den sunnitischen Stammesältesten Scheich Abdul Sattar Abu Rischa, der am Donnerstag in Ramadi in der westlichen Provinz al-Anbar getötet worden war. Das Bekenntnis wurde auf einer islamistischen Internetseite veröffentlicht.
Der getötete Stammesführer war ein wichtiger Verbündeter der US-Truppen in der Unruheprovinz. In Bagdad kamen bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt am Samstag mindestens zehn Menschen ums Leben. Mindestens 15 Menschen wurden nach Angaben von Sicherheitskreisen verletzt.
Bei einer Bombenexplosion in der Provinz Dijala im Nordosten der Hauptstadt Bagdad waren am Freitag nach Angaben der US-Armee vier US-Soldaten getötet worden.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa)
Stockender Kita-Ausbau
wie auch immer, aber Entschuldigung: seit wann sind 4.000 bis 6.000 Leute (in Washington) "Zigtausende"?
197 festgenommene Demonstranten? Haben die USA auch einen Schäuble? Unglaublich, dass das angebliche Land Nr.1 so ein Synonym für Menschenverachtung ist... auch gegen das eigene Volk!
Die armen Demonstranten! Sicherlich sind deren Daten bereits in einer Staatsschutzdatei gespeichert. Wie einst auch in Deutschland, wo im Jahre 2002 gegen die Natosicherheitskonferenz demonstriert wurde.
Deutschland, die USA und der Rest der Welt, nennen das eine Demokratie!
4-6.000 oder 10.000 oder doch 100.000...vergleicht man die TN-Zahlen der berichtenden Medien, so erweckt es den Eindruck, als rückt sich jeder die Realität so zurecht, wie es im gefällt.
Wenn die "Chaoten" mit Steinen werfen, kann man wohl keinem vorwerfen sie als solche zu bezeichnen und sie auch zu verhaften.
Im übrigen bin ich natürlich auch dagegen friedliche Demonstranten nur zu verhaften weil die Polizei ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden ist und sie, die Demonstranten,nicht davon abhielt die Absperrungen zu durchbrechen.
Da aber wahrscheinlich keiner von uns dabei war und mit eigenen Augen gesehen hat, wie alles abgelaufen ist, sollte man mit pauschalen Verurteilungen vorsichtig sein...
Im Allgemeinen gibt es zwischen Polizei in Deutschland und den USA immer noch gewaltige Unterschiede. Sollte es zumindest...
Paging