Aktion mit politischem Nachspiel: Der Einsatz mehrerer Beamter in Duisburg bei einer Demonstration gegen den Gaza-Krieg beschäftigt den Landtag in Nordrhein-Westfalen.
Das gewaltsame Entfernen zweier israelischer Flaggen durch die Duisburger Polizei bei einer Demonstration gegen den Militäreinsatz im Gaza-Streifen hat ein politisches Nachspiel. Auf Antrag der SPD-Fraktion muss sich der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtages erklären. Derweil hat sich der Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin am Dienstag für den Einsatz entschuldigt.
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Bei der Demonstration am Samstag, zu der die vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation Milli Görus aufgerufen hatte und an der rund 10.000 Menschen teilnahmen, war es zu einem Zwischenfall gekommen, als Demonstranten im Fenster einer Wohnung im dritten Stock zwei israelische Flaggen erblickten.
Einige Teilnehmer hatten die Fahnen nach Polizeiangaben daraufhin mit Schneebällen und anderen Gegenständen beworfen. Um eine "Eskalation der Situation" zu vermeiden, hatten mehrere Polizeibeamte die zu diesem Zeitpunkt verlassene Wohnung aufgebrochen und die Flaggen entfernt. Mit dieser Aktion sei "das Recht auf den Kopf gestellt worden", sagte SPD-Fraktionsvize Ralf Jäger der Süddeutschen Zeitung.´
"Wie kann es sein, dass am Ende nicht die Steinewerfer verfolgt werden, sondern die, die lediglich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen?" Dies sei "ein Affront gegen den Staat Israel, der gerade in Deutschland einen besonders bitteren Beigeschmack hat", sagte Jäger. Der Innenminister müsse erklären, "wie es zu so einer Fehleinschätzung kommt, dass die Polizei meint, der Situation nicht anders Herr werden zu können".
Kritik vom Zentralrat der Juden
Scharfe Kritik am Polizeieinsatz kam auch vom Zentralrat der Juden. Dessen Generalsekretär Stephan Kramer sagte: "Wir müssen aufpassen, dass wir unseren demokratischen Konsens nicht über Bord werfen." Es gehe ihm dabei ausdrücklich nicht darum, pro-palästinensische Demonstrationen zu verbieten. Kramer lobte vielmehr die Friedlichkeit der meisten Demonstrationen. Es sei aber "das falsche Signal des Staates", wenn er sich dem "Druck des Faustrechts beugt", sagte Kramer. Deutschland müsse aufpassen, dass der Terror im Nahen Osten "nicht ein bisschen zu uns herüber schwappt".
Besonders erzürnt hatte den Generalsekretär des Zentralrats, dass die Polizei ihr Vorgehen noch am Montag vehement als "aus heutiger Sicht nicht zu beanstanden" verteidigt hatte. Es gehe ihm nicht darum, die Polizei anzuklagen, so Kramer, "aber es darf nicht so weit kommen, dass derjenige, der treu zu unserer Rechtsordnung steht, der Dumme ist." Die Duisburger Polizei solle ihre Fehleinschätzung eingestehen, sich entschuldigen und daraus lernen. "Dann bin ich auch einverstanden", sagte Kramer.
Am Dienstagnachmittag ruderte die Polizei, offenbar auf Druck des Innenministeriums, schließlich zurück. Der Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin entschuldigte sich für den Einsatz, den er nun plötzlich als "falsche Entscheidung" bezeichnete. Er verstehe die öffentliche Empörung und übernehme die Verantwortung. NRW-Innenminister Ingo Wolf begrüßte die Entschuldigung: "Das ist gut so, denn die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das geschützt werden muss."
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(SZ vom 14.01.2009/ihe)
@querschlaeger: "Überhaupt ist der Konflikt aus israelischer Sicht ein rein politischer,anders als bei der anderen Seite,die diesen während der vergangenen beiden Jahrzehnte in einen mehr und mehr religiösen "umgebogen" hat.Ihr untauglicher Vergleich belegt nichts als Ignoranz der Situation."
Erstaunlich, da ist Israel nun seit 42 Jahren Besatzungsmacht, UN Resolutionen werden nicht eingehalten - gebrochen - missachtet. Was alles hat dies mit "religiösem Konflikt" zu tun? Eben gar nichts! Und den Palästinensern hier untertellen zu wollen, sie hätten diesen Konflikt in diese "Richtung umgebogen" ist vermutlich die neuste Textbaustein Argumentation!
Ünrigens Ignoranz der Situation... Warum ignoriert eigentlich Israel immer noch die Resolution 242 (von 1967) Darin wird Israel aufgefordert die eroberten Gebiete sofort zu verlassen!
Nun ja und ihr Einwand die Menschen hätten ihr Leben riskiert, wenn sie sich mit der Isr. Flagge auf die Strasse gestellt hätten... (Und das in Deutschland am hellichten Tage... tssss)
Aber da möchte ich doch auch gerne wissen, warum eigentlich demonstriert niemand mit der isr. Flagge und sagt: Schluss mit dem Krieg! Schluss mit der Besatzung!!
Bei ihren Demonstrationen führen israelische Palästinenser in Israel regelmäßig palästinensische Flaggen mit mit,ohne,daß irgend jemand dagegen einschreiten würde.Daraus könnten Sie bereits die Anwort auf ihre Frage hinsichtlich von Pal.Flaggen genüber Synagogen ableiten.Sie würden keinerlei reaktion bei den juden hervorrufen,allenfalls ein müdes Achselzucken.Überhaupt ist der Konflikt aus israelischer Sicht ein rein politischer,anders als bei der anderen Seite,die diesen während der vergangenen beiden Jahrzehnte in einen mehr und mehr religiösen "umgebogen" hat.Ihr untauglicher Vergleich belegt nichts als Ignoranz der Situation.
Hättgen sich Träger der israelischen Flagge auf die Straße gestellt,wäre das für diese ein Himmelfahrtskommando geworden.Niemand mit rechtem Verstand geht so in den Selbstmord. Ihre Anregung ist der Gipfel an boshafter Zynik.
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Bei allem Entsetzen vor diesem schrecklichen Ereignis würde mich jetzt ein mal interessieren wie reagiert würde, wenn man vor einer Synagoge nun eine Palästinenser Flagge im Fenster hissen würde?
Ach ja und wenn das hissen der israelischen Flagge eine Meinungsäusserung darstellt warum hat dann derjenige sich nicht mit der Flagge auf die Strasse gestellt um damit seine Meinung aus zu drückenß
Es fällt mir aber auch schwer zu verstehen, das mit dem Zeigen einer Fahne eine Meinung zum Ausdruck gebracht werden soll oder kann.
Liebe "Sueddeutsche", was soll das, meinen Beitrag unter "leider nicht veröffentlichen" einzuordnen? Er enthielt weder Beschimpfungen, noch einen Aufruf zu irgendwelchen Aktionen, keinen Angriff auf Personen oder Gruppen, keine unflätigen Ausdrücke, sondern einzig und allein meine Meinung, die darin besteht, dass "Appeasement" der falsche Weg ist, mit Aggression umzugehen. Wäre nett, wenn mir mal jemand erklären würde, gegen welchen Punkt der netiquette oder AGB das verstößt.
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