Wir und unsere Politiker werden täglich dümmer - das fällt in Zeiten der Krise besonders auf. Denn niemand, weder die Politiker noch ihre Experten, hat überzeugende Antworten auf die Krise.
Es ist in diesen Tagen nicht leicht, Politiker zu sein - auch wenn ja keiner gezwungen wird, diesen Job auszuüben. In guten Zeiten, wenn die Arbeitslosenzahlen sinken, die Wirtschaft floriert und die Steuereinnahmen sprudeln, macht Macht vielleicht sogar Freude. Allerdings auch dann mit sinkender Tendenz.
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Von Henry Paulson und Barack Obama über Gordon Brown und Nicolas Sarkozy bis hin zu Angela Merkel und all ihren Experten - keiner hat Antworten auf die Herausforderungen der Krise. (© Foto: AFP)
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Denn die Anforderungen an die Administratoren der Gesellschaft wachsen exponentiell. Alle vier Jahre verdoppelt sich das verfügbare Weltwissen, und selbst wenn man den Informationsmüll herausrechnet, sind die Grenzen der menschlichen Aufnahme- und Verarbeitungskapazitäten längst überschritten.
Wir funktionieren nur deshalb leidlich, weil unser Gehirn hinreißend gut auswählt. Tatsächlich aber werden wir, gemessen an dem, was wir wissen könnten, täglich dümmer.
Die Vermehrung des neuen Wissens trifft zwar alle - vom Arbeiter über den Steuerberater bis zum Molekularbiologen. Aber nirgendwo wirkt sich die Diskrepanz zwischen den verfügbaren und nutzbaren Fakten so dramatisch aus wie an der Spitze der Gesellschaft. Dort, wo nicht erst seit Helmut Kohl die Generalisten wirken, fallen jene Entscheidungen, an deren Qualität die allerhöchsten Anforderungen zu stellen sind.
Dass dort im Regelfall, zumal während einer großen Koalition, keine zufriedenstellenden und sachgemäßen Kompromisse ausgemendelt werden, daran haben wir Deutschen uns gewöhnt. Wir leben insgesamt - vor allem im internationalen Vergleich - nicht so schlecht damit.
Jetzt, in der ersten Phase der großen Krise fällt der Mangel an Sachkunde aber besonders auf, weil er das Berliner Spitzenpersonal in ein für jedermann spürbares Dilemma treibt: Einerseits sollen und wollen die Akteure angesichts des heraufziehenden ökonomischen Unwetters Optimismus verbreiten, weil ja im Grundkurs der politischen Psychologie gelernt ist, dass gute Stimmung schon der halbe Weg zur Besserung der Lage ist. Andererseits darf das Publikum noch immer erwarten, dass die Gewählten sich bei dem, was sie verkünden, an die Wahrheit halten.
Genau das bringt die Wissenszwerge unter Druck: Denn die Wahrheit ist, dass niemand - von Henry Paulson und Barack Obama über Gordon Brown und Nicolas Sarkozy bis hin zu Angela Merkel und all ihren Experten - eine Antwort auf die Herausforderungen der Krise hat. Gestern noch verkündeten Wirtschaftsweise ein moderates Wachstum, heute schwanken die Prognosen zwischen massiver Schrumpfung und Depression.
Es kann also sein, dass Inder, Chinesen und Amerikaner mit ihren Billionenprogrammen und Inkaufnahme explodierender Staatsverschuldung richtig liegen, es kann aber auch sein, dass Deutschland mit seinen zögerlichen Schritten klug reagiert - und es kann auch sein, dass weder das eine noch das andere sich am Ende als sinnvoll erweisen wird.
Würden die Gewählten aber zugeben, dass sie - wie der Rest der Welt - im Dunkeln tappen, würden sie das Gegenteil dessen bewirken, was psychologisch ratsam erscheint. Also eiern sie herum, kündigen Vages an und versichern zugleich, dass sie die Lage unter Kontrolle haben.
Es wird deshalb darauf hinauslaufen, dass sich jeder Einzelne seinen ganz persönlichen Reim auf das globale und nationale Wirtschaftsgeschehen und dessen Auswirkungen auf sein Leben machen müssen wird. Bürger-Business as usual also auch 2009.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/jja)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
Sie verkennen offenbar einige Dinge ganz bewußt:
1. Ich rede nicht von ominösen Leuten mit "fantastischen" Kompetenzen sondern von Leuten mit gesundem Menschenverstand und kaufmännischem Denken, das unserer herrschenden Kaste in Politik und Vorstandsetagen zum größten Teil völlig fehlt - und ich weiß wovon ich rede weil ich jahrelang mit Vorständen zu tun hatte und zum Teil auch noch zu tun habe, wobei ich heute vorwiegend mit mittelständischen Betrieben zusammenarbeite...
2. Mit Freigeistern meine ich genau diese Leute: Mit gesundem Menschenverstand und kaufmännischem Denken..... Vielmehr sind es hingegen die Fantasten an den Finanzmärkten, Vorstandsetagen und im Parlament , die uns diese Suppe eingebrockt haben. Also verkehren Sie nicht Ursache und Wirkung. Die Krise ist die Konsequenz des kollektiven Totalversagens unserer sogenannten "Eliten", nicht des "Systems" - auch wenn das gegenwärtige System die Ausplünderung der Volkswirtschaft und strukturelle Korruption begünstigt. Der Verfasser Degler macht es sich mit seiner pauschalen (und nur vordergründigen) Systemkritik hier viel zu einfach!
3. Zur parlamentarischen "Mehrheit": Heißen Sie es gut, wenn das Parlament so offensichtlich (aber auch verdeckt) gegen die Interessen des deutschen Volkes handelt? Ich bezeichne so etwas als Legalismus, aber Demokratie ist etwas anderes.
4. Marktradikale Irrlehre: Wollen Sie allen Ernstes das gegenwärtige System als etwas anderes bezeichnen? Es geht mir vielmehr darum, eine gesunde Form der Marktwirtschaft zu schaffen, die die Belange Volkswirtschaft, soziale Ausgewogenheit, nachhaltige und ressourcenschonende und LANGFRISTIG denkende und handelnde wirtschaftliche Tätigkeit berücksichtigt und keinesfalls (!) kurzfristige Gewinnorientierung, Quartalsberichte und Shareholder Value. Für den Fortschritt der Menschheit waren Handwerker, Forscher, Ingenieure, Arbeiter, Mediziner (nur einzelne Beispiele von vielen....) verantwortlich. Aber Vorstände und gekaufte Politiker der heutigen Zeit sind kein Gewinn für die Menschheit - im Gegenteil: Sie verhindern Fortschritt und zerstören die Grundlagen, von denen die Menschheit auf Gedeih und Verderb abhängig ist.
Mit Science Fiction hat meine Meinung in keinster Weise etwas zu tun und diese Meinung habe ich mir aus Erkenntnis und profunder Praxis in Industriebetrieben und deren Fertigungsbereichen erworben.
PS: Spekulanten aufgepaßt: Bald gibts Aktien so billig wie nie......
"""Der Kapitalismus in dieser Form kann und wird nicht überleben. """
Aber "Hallo", ist doch das beste System, so mit Selbstreinigung und Neuanfang.
Keine Angst, der Kapitalismus kriegt jetzt wieder mal ein bisschen "Schimpfe" und dann geht`s locker weiter..................
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die Lissabon-Verträge untersagen explizit eine Regulierung des europäischen Finanzmarktes,
es wird sogar verboten, Finanztransfers zwischen EU und einem Drittland zu regulieren.
Die Rufe nach Regulierung des Finanzmarktes werden an den EU Gesetzen abprallen.
sondern ein Kartell aus Politik und Wirtschaft haben sie bewußt angesteuert. In der Blase lassen sich eben die höchsten Gewinne erzielen, wenn sie platzt, springt eh der (vorher verteufelte) Staat ein. Die Blasenspekulanten hatten die volle Rückendeckung unserer Regierung. Natürlich haben die Politiker die Deregulierung des Finanzkapitalismus massiv unterstützt, das Parlament hat dafür gestimmt gegen die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung. Das ist der Verrat der SPD an ihrer Klientel. Die Funktionäre lassen sich das auch üppig vergolden (Clement, Rürup, Riester, Schröder und wie sie alle heißen) Kein einziges Reformgesetz wurde von der Bevölkerung mehrheitlich unterstützt: Mehr als 60% der Bevölkerung war z.B. gegen die europäische Verfassung aber 95% der Parlamentarier hat dafür gestimmt. Die Regierenden rühmen sich geradezu, eine Politik gegen die Bevölkerung durchsetzen zu können, alles andere sei schwächlicher "Populismus". So etwas geht nicht ohne Korruption. Private Equity und Hedge Fonds waren noch bis 2002 in Deutschland verboten. Danach hat ein Ausverkauf deutscher Firmen steuerlich begünstigt statt gefunden, es gibt heute kaum noch Firmen mit deutscher Mehrheitsbeteiligung. Grundig z.B. ist heute ein türkisches Unternehmen. Die "deutsche" Bahn wird bald ein russisches oder chinesisches Subunternehmen sein. Dank an unsere Politiker. Auch hier hat eine Mehrheit dafür gestimmt. Viele unabhängige Experten warnen seit Jahren vor der extremen Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft. Jeder Ingenieur weiß, daß ein technisches System reguliert werden muß. Es ist Irrsinn, die Bremse aus dem Auto auszubauen, um schneller fahren zu können. Genau dies haben fast alle Wirtschaftsforschunginstitute für das Finanzsystem vorgeschlagen. Es gibt auch kollektiven Wahnsinn, wenn die Propheten dabei Kasse machen und die Presse mitmacht. Jeder Kanufahrer weiß, daß man vor der Stromschnelle den richtigen Weg ansteuern muß. Steckt man im Strudel, kann man nur wild um sich schlagen. Genau das machen die Politiker mit Wissenslücken zur Zeit. Die sogenannte Finanzkrise offenbart auch eine fundamentale Krise unserer politischen Systems. Ob das noch viel mit Demokratie zu tun hat? Demokratie ist auf Demoskopie reduziert.
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