Das Verbot des Obersten Gerichtshofs, die Todesstrafe bei Kindsmissbrauch zu verhängen, hat in den USA gleich die Kritik beider Präsidentschaftskandidaten auf den Plan gerufen. Besonders beim Helden der Liberalen, Barack Obama, erstaunt dies.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Todesstrafe für Fälle von Kindsvergewaltigung in Amerika untersagt. Ein Spruch, der an Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt.
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Barack Obama, der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. (© Foto: AFP)
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Trotzdem rügten beide Präsidentschaftskandidaten umgehend das Gericht für dieses eindeutige Urteil. Was besonders beim jungen Helden aller Liberalen auffällt, bei Barack Obama.
Geriert sich also Obama nun so lautstark als Anhänger der Todesstrafe für Kinderschänder nur, weil er Angst hat, als liberaler Weichling zu gelten - abgehoben von den moralischen Grundwerten der amerikanischen Gesellschaft?
Dies ist ein Vorwurf, den wütende rechte Politiker sofort den Richtern machten, die im Supreme Court die Mehrheitsentscheidung herbeigeführt hatten. Die Debatte über die Todesstrafe hatte sich schon einmal in einem Präsidentschaftswahlkampf als böse Falle für die Demokraten erwiesen.
Die Kritiker bestätigt
Die Republikaner karikierten 1988 den demokratischen Kandidaten Michael Dukakis als unzuverlässigen Kantonisten, weil er Gegner der Todesstrafe war. Das ist Obama nicht. Er hat die Todesstrafe nie wirklich in Frage gestellt.
Dennoch stellt die Diskussion über die Todesstrafe nun ein Problem für Obama dar. Wenn er die Richter rügt, letztlich, weil sie zu liberal geurteilt haben, liefert er unfreiwillig den Republikanern Munition.
Die argumentieren seit Wochen verstärkt, dass nur die Wahl John McCains die Chance eröffne, die verhasste Herrschaft der Liberalen im Obersten Gericht zu brechen, weil der Republikaner beim Ausscheiden eines Richters aus dem Supreme Court einen konservativen Kandidaten berufen würde.
Unfreiwillig hat Obama die Kritiker bestätigt. In diese Falle ist er schon getappt.
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(SZ vom 27.06.2008/dgr/odg)
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was nach der Wahl geschieht.
Wenn man als Kandidat in der Diskussion um die Todesstrafe zu weich erscheint, wird man in den USA jedenfalls nicht Präsident.
Obama wird noch viel tun oder sagen das mir nicht gefällt. Aber schließlich bewirbt er sich nicht als Bundeskanzler.
Ich sehe als realistische Bewerber auf demokratischer Seite Obama oder Clinton.
Auf republikanischer Seite ist alles klar.
Und bei dieser Auswahl bevorzuge ich Obama.
Der muss nicht mich überzeugen, sondern seine Landsleute.
Wir werden USA nicht ändern, aber vielleicht kann der künftige POTUS das ja.
Nach der Wahl.
Nachdem es den Terroristen von Al Kaida vor 10 Jahren gelungen war, die NRA (National Rifle Association) zu unterwandern, sind seitdem in diesem inneramerikanischen Bürgerkrieg 110.000 US-Amerikaner dem Einsatz von Schusswaffen zum Opfer gefallen. Erst an diesem Wochenende wieder hat ein verwirrter Internetstalker seine Familie und ein Kirchgänger einen Besucher mit allen US-Bürgern zugänglichen Feuerwaffen hingerichtet.
Gegen diese Opferzahlen sind die Vorkommnisse von 9/11 fast schon Peanuts. So wie es aussieht, wird sich daran auch unter Barack Obama nicht viel ändern. Wieder ein Sieg für Al Kaida
Verstehe ja nicht viel von Politik,
aber wählen die sogenannten Liberalen (im Deutschen Sinne des Wortes) nicht eh
Obama? Und könnten sich jetzt nicht einige von den ansonsten eher republikanisch-orientierten Wählern denken, "och so schlecht ist der ja garnicht, wenn der auch für die Todesstrafe ist, können wir den ja auch wählen"
Wo liegt da mein Denkfehler?
MfG
Gestern wurde mir noch vorgeworfen, Ich würde nur von mir auf andere schließen, als ich Obama als Scheinheilig bezeichnet habe (Klagemauer!). Irgendwie fühle ich mich jetzt bestätigt.
Obama halt nicht mehr und nicht weniger als das kleinere übel.
Ja, Obama ist schon in diese Falle "Todesstrafe" getappt. Es könnte eine für seine Kandidatur sehr verhängnisvolle Falle sein.
Aber aus Saulus ist ja einst auch Paulus geworden.
Obama sollte mit seinen 47 Jahren noch lernfähig sein und den Mut haben, für eine grundsätzliche Ächtung der Todesstrafe einzutreten.
Die ach so "christlichen" Amerikaner sollten dafür eigentlich Verständnis aufbringen...
Paging