Wolfgang Clement hat erneut seine Partei kritisiert. In der schwelenden Steuerdebatte gebe es "ärgerliches Maulheldentum", sagte der frühere SPD-Vize. Parteichef Beck bekam auch sein Fett ab.

Wolfgang Clement sorgt erneut für Schlagzeilen. Der frühere Superminister der zweiten Schröder-Regierung hat sich erneut vor einer Landtagswahl negativ über seine Partei geäußert.

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War mal SPD-Vize: Wolfgang Clement (© Foto: AP)

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In der Debatte über die Steuerhinterziehung über Liechtensteiner Stiftungen gebe es "ein ärgerliches Maulheldentum", sagte der Sozialdemokrat der Welt in einem am Freitag, zwei Tage vor der Hamburg-Wahl veröffentlichten Interview. "Ich kann meine Parteifreunde nur davor warnen, die falschen Feindbilder aufzubauen und zu pflegen."

Die Wirtschaft dürfe nicht insgesamt unter Verdacht gestellt werden, mahnte Clement. "Wenn von den 'neuen Asozialen' in der Industrie gesprochen wird oder vom 'Abschaum der Menschheit', da fragt man sich schon, ob diejenigen, die solche Begriffe gebrauchen, überhaupt die geringste Ahnung haben, was sie da tun und welche Geister sie wecken", sagte er.

Clements Worte stellen direkte Kritik an der SPD-Spitze dar: Denn sowohl SPD-Chef Kurt Beck hatte nach Aufkommen der Steueraffäre über "asoziales Verhalten von oben" gewettert, als auch sein Generalsekretär. Hubertus Heil nannte Steuerhinterzieher die "neuen Asozialen der Gesellschaft".

Clement hatte bereits während des hessischen Wahlkampfes die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wegen ihrer Energiepolitik indirekt nicht wählbar genannt. Führende SPD-Politiker wie Fraktionschef Peter Struck hatten daraufhin Clement den Parteiaustritt nahegelegt und auch einen Ausschluss ins Gespräch gebracht.

Seine neuerlichen Äußerungen dürften in Reihen der SPD wieder den Ruf nach dem Rauswurf lauter werden lassen. Wolfgang Clement wird der Ärger allerdings vorerst nur mittelbar erreichen. Wie sueddeutsche.de erfuhr, weilt der frühere NRW-Ministerpräsident derzeit in der Türkei - und kehrt erst nach dem Urnengang in Hamburg zurück.

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(Reuters/odg)