Die teilweise Veröffentlichung der Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten im Internet hat massive Kritik ausgelöst. Während einige die Angaben zu schwammig finden, sprechen die Daten für andere eine allzu deutliche Sprache.
Nach der Veröffentlichung der Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten im Internet wird von verschiedenen Seiten Kritik an der Regelung laut. Der Verwaltungswissenschaftler Hans Herbert von Arnim forderte eine weitergehende Transparenz.
Streit um die veröffentlichten Angaben: Haben die Bundestagsabgeordneten jetzt ihre Hosen heruntergelassen oder ist eigentlich immer noch alles unklar (© Foto: dpa)
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Wie die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International befürwortete er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa detailliertere Angaben zu den Nebeneinkünften. Sie werden bislang nur in Größenordnungen genannt.
Von Arnim sagte: "Wenn das, was die Karlsruher Kläger nun veröffentlicht haben, wirklich alles ist, versteht man nicht, warum sie überhaupt geklagt haben."
Falls sich herausstelle, dass die Veröffentlichungen im Internet noch nicht den Anforderungen des Gesetzes entsprächen, stelle sich die Frage nach der Verantwortlichkeit für diese Panne - entweder des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) oder der betroffenen Abgeordneten.
"Gesetz verfehlt Ziel"
Der SPD-Abgeordnete Peter Danckert, der mit acht Kollegen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Gesetz geklagt hatte, sieht erheblichen Änderungsbedarf. Das Gesetz verfehle seine eigentlichen Ziele, sagte er dem Tagesspiegel.
Es sei nicht zu erkennen, ob die Parlamentarier in der Ausübung ihres Mandats beeinträchtigt würden. Er forderte schnelle Änderungen an dem Gesetz.
Der CSU-Abgeordnete Max Straubinger, ebenfalls einer der Kläger, sagte der Passauer Neuen Presse: "Praktikabel ist die Regelung nicht." Frühere Berufe vor der Abgeordnetentätigkeit und dann hinzu gekommene müssten unterschiedlich behandelt werden.
Uwe Küster, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, sagte dem Blatt: "Das Urteil war nur ein Sieg dritter Klasse. Rechtsfrieden erhalten wir damit nicht." Er forderte: "Wir müssen die Regelung noch mal im Herbst entlang der Argumente der Verfassungsrichter überarbeiten."
Schwierigkeiten für die zahlreichen Anwälte unter den Parlamentariern beklagte der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer, Bernhard Dombek. Wenn sie nur wenige Mandate wahrnähmen, lasse sich auch von einer pauschalen Angabe möglicherweise auf ihre Mandanten schließen, sagte er dem Tagesspiegel.
Drei Kategorien
"Es wird in Zukunft schwieriger, die Tätigkeit als Parlamentarier für Freiberufler interessant zu machen", sagte der Präsident des Deutschen Anwaltsvereins, Hartmut Kilger, dem Blatt.
Auf der Internet-Seite des Bundestages werden drei Kategorien für die einmaligen oder regelmäßigen Hinzuverdienste der Abgeordneten mitgeteilt: zwischen 1000 und 3500 Euro, zwischen 3500 und 7000 Euro und mehr als 7000 Euro. Wer unter 1000 Euro im Monat oder 10.000 Euro im Jahr bleibt, muss nichts melden.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
(dpa)
Urteil am Bundesverfassungsgericht
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Teilweise läßt sich über das Intenet die Zahl der Bürger-Stimmen sammeln.
Unter www.direktzurkanzlerin.de kann man einem Beitrag durch Zustimmung bis zur Bundeskanzlerin vorbringen und auch eine Antwort erhalten.
Es lassen sich damit zwar nicht alle interessierten Menschen vor das Parlament beamen, aber immerhin kommen regelmäßig Botschaften vom Volk oben an.
Die Spitzen zeigen auch Interesse:
www.direktzu.de/bundestagspraesident
www.direktzu.de/platzeck
...ach gäbe es doch schon die "Enterprise-Beam-Technik" im Jahr 2007 !
Millionen von Menschen beamten sich mal eben kurz zu einer im Internet verabredeten Zeit vor unser Parlament, um dort millionenfach zu demonstrieren, daß WIR doch schließlich viel mehr sind als diese paar hundert Politiker...
...ob denen wohl die Knie zittern würden, daß sich das (Fuß)Volk die geheimen Angaben über Nebeneinkünfte mal eben selber holen würde?
...daß sich das Volk mal einen Herrn Lammert vorknöpft (verbal selbstverständlich nur), der so viele Doppelgänger, weil unscheinbar, zu haben scheint, daß ich ihn kürzlich glaubte in Thailand gesehen zu haben, im Arm einen hübschen kleinen.....
....wie schade, daß die Beam-Technik noch nicht ausgereift ist !
An alle Damen und Herren Kommentatoren zur Info:
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Dort werden Sie nur die Spitze eines ungeheuren Eisbergs sehen.
Es darf in diesem konkreten Beispiel sehr wohl vermutet werden, dass zu seiner Zeit Arbeits - und Sozialminister Riester von der Finanzindustrie div. Zuwendungen erhalten hat. Wahrscheinlich für seine " Besonderen Leistungen zur Reformierung der Rentensysteme"
Dies soll ein Hinweis für alle Zeitgenossen sein, die gegen eine Veröffentlichung der Nebeneinkünfte stehen. Und, wie in einem vorhergehenden Kommentar vorausgesagt, haben wir jetzt die Diskussion über die " Neiddebatte". Ich finde das Ganze einfach unappetitlich und scheinheilig.
übrigens: Die Redakteure werden in den nächsten Wochen Sonderschichten einschieben müssen, um das alles aufzuarbeiten. Transperency International wird sicher einiges dazu sagen können. Und, damit kein falscher Eindruck entsteht, ich habe nichts gegen Riester und Kollegen, ich habe nur etwas dagegen, dass die Herrschaften nicht das tun, was unser Grundgesetz von ihnen fordert.
@LeicesterMowell:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihren Einwand
bzgl. meines Kommentars ("Zuerst ) richtig
verstanden habe.
Mit meinem vorherigen Kommentar wollte ich nur folgendes sagen:
ich glaube nicht daran, dass ein Mensch bei so vielen lukrativen
und zum. zeitaufwändigen Neben-Tätigkeiten seinen Mandat des
Abgeordneten wirklich im Sinne der Verfassung wahrnehmen kann,
allein schon aus Zeitgründen. Sonst wird der Mandat selbst zu einer
Art Neben-Tätigkeit. (betont absichtlich getrennt geschrieben)
Keiner braucht sich noch wundern/fragen, warum der Plenarsaal
des Deutschen Bundestages fast immer (ja ) so leer ist.
Da kommen natürlich die Interessenskonflikte hinzu.
Exemplarisch - wenn ein Abgeordneter praktizierender Arzt ist,
dann soll er weiterhin in seiner Praxis arbeiten, klar.
Aber nicht während der Sitzungen im Bundestag. Dann soll er
tunlichst im Plenarsaal sein und seine Wähler (nicht den Verein
des Herrn Montgomery o.ä.) aktiv vertreten.
MfG
Zack
dieser ganze Quark ist doch schon längst bekannt. Das die Abgeordentetn der CDU, FDP und der SPD Handlanger des Kapitals sind muss nicht durch die Veröffentlichung ihrer Gehälter nochmal betont werden.
Lieber sollte man sehen, dass diese unsinnige Debatte von einer anderen Sache ablenkt: Momentan wird eine Unternehmenssteuerreform beschlossen, von SPD und CDU/CSU, wo großen Unternehmen Milliardenschwere Geschenke gemacht werden, mit den Geldern der hart arbeitenden Menschen und dem Heer von kleinen Konsumenten die dies mit der erhöhten Mehrwertsteuer bezahlen müssen.
Ebenso verdrängt es das Themenfeld Tornado-Einsätz der Bundeswehr, von daher kommt jetzt das mit den Nebeneinkünften der SPD ziemlich recht, weil so wieder die Kritik an CDU bzw. FDP höher wird, so die realpolitischen Aktionen der SPD wie Krieg in Afghnaistan, Tornaos, Unternehmenssteuern nicht mehr allzu sehr im Gespräch sind.
Manipulation!
Paging