Bischöfe, Linke und internationale Organisationen haben Präsident Sarkozys Versuch satt, auf dem Rücken der Roma Stimmung zu machen. Allerdings vergreifen sich beide Parteien im Ton.
Normalerweise sieht es die französische Linke nicht gern, wenn die Kirche in der Politik mitmischt. Doch es herrschen keine normalen Zeiten in Frankreich. Seit Wochen lässt die Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy unter propagandistischem Getöse illegale Roma-Lager niederreißen und Hunderte Roma in ihre Heimatländer Rumänien und Bulgarien bringen.
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Französische Polizisten kontrollieren in einem illegalen Roma-Camp in Aix-en-Provence die Identität der Bewohner. (© Reuters)
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Dies führt zu ungewöhnlichen Allianzen. Die katholischen Bischöfe geißeln die Politik der konservativen Regierung und erhalten Lob von der Linken. Es entspreche der Rolle der Kirche, eine Debatte über das gesellschaftliche Leben zu führen, versichert Jean-Luc Mélenchon, der Chef der Linkspartei. Natürlich brauche auch der Papst über die Roma-Politik nicht zu schweigen.
Vorausgegangen sind viele Aktionen von Kirchenleuten. Kardinal André Vingt-Trois, der Präsident der Bischofskonferenz, erinnerte die Regierung daran, es gebe Grenzen, die sie nicht überschreiten dürfe. Éric Aumonier, der Erzbischof von Versailles, besuchte demonstrativ ein Roma-Lager. Der Papst in Rom forderte in französischer Sprache dazu auf, andere Menschen in ihrer "legitimen Unterschiedlichkeit" zu akzeptieren - ein Fingerzeig an Sarkozy.
Entgleisungen bei Befürwortern und Gegnern
Andere Geistliche ließen sich von ihrer Empörung fortreißen. So sagte ein Priester: "Ich bitte um Vergebung, doch ich bete dafür, dass Sarkozy einen Herzinfarkt bekommt." Auch die Gegenseite fällt aus der Rolle, etwa wenn der Präsidenten-Berater Alain Minc schwadroniert, Benedikt XVI. sei als Deutscher ein Erbe der Geschichte des Nazi-Regimes und nicht berechtigt, sich zu den Roma zu äußern. Die Debatte über den Umgang mit den schätzungsweise 15.000 in Frankreich lebenden Roma rumänischer oder bulgarischer Nationalität scheint zu entgleisen.
Sarkozy hatte Ende Juli angekündigt, schärfer gegen illegal im Land lebende Roma vorzugehen. Seine Kritiker werfen ihm vor, er mache auf dem Rücken einer Minderheit Stimmung. Das ist Sarkozy gelungen. Doch es fragt sich, ob sich dies in Stimmen auszahlt.
Zwar dürfte eine Mehrheit der Franzosen seinen Kurs gegen die Roma gutheißen. Die Kritik im Aus- und Inland aber könnte viele Bürger umstimmen. Sie reicht von den Vereinten Nationen über die EU, den Vatikan, Amnesty International und den linken französischen Oppositionsparteien bis ins Herz der Regierung. Nahezu täglich distanziert sich ein Kabinettsmitglied von der Roma-Politik. Am Wochenende war es der Verteidigungsminister, am Montag der Außenminister, am Dienstag die Staatssekretärin für Städtebau. Sie sagte: "Ich habe mich immer gegen die Ausweisungen eingesetzt."
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Wie in den Beitrag beschrieben,es ist Tatsache das es so wie es die Romas machen auch nicht gehen kann. Sie haben eine schlechte,wenn gar keine Schulbidung und die wenigsten haben einen erlernten Beruf. Auch ist der Hinweis richtig das es in den Lagern zu illegaler Prostiution kommt und krimminelle Machenschaften daher einher gehen. Es geht nicht,dass einige Leute in ein anderes EU Land einreisen sich irgentwo nieder lassen und sagen, wir machen was wir wollen. Die Kinder koennen so nicht in die Schule geschickt werden und die sanitaeren Verhaeltnisse stinken zum Himmel. Die jetzt aufschreien,zu recht oder unrecht sollten bitte auch Loesungsvorschlaege bieten koennen. Das waere meiner Meinug nach Hilfe im Land Rumaenien oder Bulgarien mit Mitteln der EU. Nur das geht auch nur wenn es die Beteiligten wollen,da sieht es leider nicht gut aus. Viele Romas wollen da nicht mitmachen,dass hat viele Gruende. Nur Kritik an sich an der Franzoesischen Regierung zu ueben ist auch nicht die Loesung des Problemes. Nun in keinem Leserbriefe fand ich auch nur den Ansatz fuer Loesungen,Polemik war da viel drinnen,dass war es.
Während die ganze Welt immer wieder auf Deutschland wegen seiner Nazivergangenheit mit dem Finger zeigt, dürfen solche Aktionen im europäischen Ausland durchgeführt werden ohne dass auch nur ein Aufschrei durch die Gesellschaft hallt.
Sehr traurig!
Sarkozy gehört abgesetzt, rechte Politiker sind das Letzte was Frankreich jetzt braucht. Dieser Staat sollte mal etwas sozialer und solidarischer werden.
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Es geht nicht um Problemlösung, sondern um das Gegenteil. Damit man einen Feuerwehemann bei der Arbeit zusehen kann, muss es brennen und Sarkozy ist derzeit als Feuerwehrmann unterwegs.
Sarkozy hat's ja versucht! Bei den Wählern der Sozialisten und der Ökologen zu landen. Keiner wollte ihn. Seit der letzten Wahl probiert er's halt beim Front National...
Komischerweise hat man hierzulande fast nicht über diese Ausfälligkeit
von Herrn Minc gehört. Ich möchte nicht wissen, was man in Frankreich
gehört hätte, wenn ein deutscher Minister eine derart xenophobe Aussage
gemacht hätte. Auf den Kommentarenseiten in Le Monde und Le Figaro haben sich
erfreulicherweise viele Franzosen darüber empört geäußert.
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