CSU-Chef Huber fordert die Sozialdemokraten auf, längeren Laufzeiten von Kernkraftwerken zuzustimmen, SPD-Chef Beck pocht auf den Atomkonsens, und Fraktionschef Struck ist gesprächsbereit - unter einer Bedingung.
In der großen Koalition geht die Debatte um die Nutzung der Atomenergie in eine neue Runde: Nun hat CSU-Chef Erwin Huber die SPD aufgefordert, längeren Laufzeiten von Atommeilern zuzustimmen. Die SPD solle an Klima und Arbeitsplätze gleichzeitig denken "und vom verhängnisvollen Irrtum ihrer Zusammenarbeit mit den Grünen" Abschied nehmen, sagte Huber der Passauer Neuen Presse.
CSU-Chef Erwin Huber fordert von der SPD Einlenken (© Foto: ddp)
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SPD-Chef Kurt Beck hat im Streit über die Zukunft der Atomkraft die Linie von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel verteidigt. "Wenn die Energieversorger jüngere Atomkraftwerke länger laufenlassen wollen, müssen ältere Meiler schneller vom Netz. Das steht so im Atomkonsens", sagte Beck der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen Zeitung laut Vorabmeldung.
Längere Laufzeiten bedeuteten unter diesen Bedingungen aber keine Abkehr vom Atomausstieg, den die Große Koalition einvernehmlich für 2021 beschlossen habe. Der SPD-Chef betonte, Atomstrom bedeute nicht automatisch billigere Energie, vor allem nicht angesichts der ungeklärten Endlagerung des Atommülls.
Die SPD setze auf Energiesparen, auf die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe sowie auf moderne Kohle- und Gaskraftwerke, die schadstoffärmer und deutlich effizienter seien.
Auch wenn SPD-Fraktionschef Peter Struck eine Abkehr vom Atomausstieg ablehnt - längere Laufzeiten bei modernen Atomkraftwerken hält er grundsätzlich für möglich. Voraussetzung sei, dass der Atomausstieg "im Grundgesetz verbindlich aufgeschrieben wird", sagte Struck im ARD-Morgenmagazin. Damit stellte er sich hinter einen entsprechenden Vorschlag seines SPD-Kollegen Erhard Eppler. Zuvor hatte sich bereits Umweltminister Sigmar Gabriel offen für den Vorstoß gezeigt.
"Moderne Kraftwerke könnten länger laufen, wenn im Grundgesetz steht, wir steigen aus. Ich sehe das nur nicht, dass die Union dazu bereit wäre", sagte Struck. "Vor allem gilt natürlich die Voraussetzung, dass alte, schlechte Kernkraftwerke abgeschaltet werden."
Er wies darauf hin, dass einfache gesetzliche Regelungen zum Atomausstieg jederzeit mit entsprechenden Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat geändert werden könnten. Die Frage des Atomausstiegs sei aber von so großer Bedeutung, dass sie im Grundgesetz festgeschrieben werden müsse.
Eine Abkehr vom Atomausstieg lehnte Struck erneut ab. "Wir haben eine klare Vereinbarung getroffen innerhalb der Koalition, wir wollen aus dieser gefährlichen Energie aussteigen", sagte er. "Ich sehe in meiner Fraktion keinen, der eine andere Meinung hätte."
Deutschland sei in dieser Frage nicht isoliert, sondern weiter als andere Staaten. Deutschland habe Erfahrungen zum Beispiel auch mit der Endlagerung gemacht. "Andere Staaten schieben das Problem vor sich her; wir sind verantwortungsvoller als andere", sagte Struck.
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(Reuters/AP/bica/gal)
Russland unter Putin
Welche Arbeitsplätze meint Huber eigentlich? Die in den AKWs? Oder glaubt er allen Ernstes die Energiepreise würden durch längere Laufzeiten oder neue Atommülldreckschleudern sinken? Hier befindet sich die CSU mal wieder auf ihrem allseits bekannten geistigen Niveau. Null Ahnung aber davon jede Menge...
...keine Ahnung warum sie meinen gestrigen Beitrag gelöscht haben... manchmal hat man das Gefühl, dass die reine Willkür darüber entscheidet...
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der Müll kommt ja nicht nach Bayern...
sueddeutsche.de/wissen/artikel/739/99640/
"Unterdessen berichtete das "Handelsblatt", dass eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten den deutschen Energiekonzernen zweistellige Milliardensummen an zusätzlichen Einnahmen bescheren könnte. Nach Berechnungen der Analysten des Bankhauses Sal. Oppenheim würde eine Laufzeitverlängerung von acht Jahren für RWE einen Wert von gut acht Milliarden Euro bringen, schreibt die Zeitung. Für E.ON würden die Zusatzeinnahmen auf gut zwölf Milliarden Euro geschätzt. EnBW-Chef Hans-Peter Villis ist nach eigenen Worten bereit, diese Vorteile unter anderem in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die Energieforschung zu investieren, sagte er. "
Nur der Chef von EnBw sagt das, die anderen stecken sich jetzt schon die Gewinne aus den abgeschriebenen AKW´s ein ohne sie in den Kosten der Abnehmer zu berücksichtigen. Die Netze vergammeln, erneuerbare Energie kann nicht immer ins Netz abgegeben werden weil wir immer noch nicht in der Lage sind Solarenergie aus dem Süden und Windenergie aus dem Norden zu jeder Zeit einzuspeisen. Hier machen die Energieversorger Politik gegen die Erneuerbaren mit ihrern Netzmonopolen. Ach und was ist mit den 100 Milliarden Fördergelder für die Kernenergie, bekommt der Steuerzahler davon etwas zurück von den Energieversorgern?
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