Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer steht wegen seiner Äußerungen zu Kindstötungen weiter in der Kritik. Die SPD verlangt eine "öffentliche Entschuldigung". Doch Böhmer findet auch unerwartete Unterstützung.
Nach seinen umstrittenen Äußerungen über Kindstötungen in den neuen Bundesländern reißt die Kritik über Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) nicht ab.
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In der Kritik: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (© Foto: dpa (Archiv))
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Die SPD als Koalitionspartner der Union in Sachsen-Anhalt forderte am Dienstag vor der Kabinettssitzung in Magdeburg eine "öffentliche Entschuldigung" des Regierungschefs.
Die Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB), Birgit Zenker, nannte Böhmers Äußerungen "menschen- und frauenverachtend".
Zenker forderte Böhmer in einer Mitteilung auf, politische Konsequenzen "aus seinem Verhalten und Denken" zu ziehen. "Ostdeutsche Frauen müssen sich nach solchen Äußerungen wie Kriminelle vorkommen."
Unterstützung kam dagegen vom Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, der die Kritik an Böhmer als "überzogen und maßlos" bezeichnete.
Böhmer kenne aus eigener Erfahrung, "wie bedenkenlos nicht selten die Abtreibungsmöglichkeit genutzt oder empfohlen wurde, um Probleme der Lebensplanung zu lösen", erklärte Meyer. Beispiele dafür kennen auch andere, die in der DDR gelebt haben", hieß es in einer Mitteilung.
Böhmer, der jahrzehntelang als Frauenarzt und Geburtshelfer arbeitete, hatte dem Magazin Focus am Wochenende gesagt, er erkläre sich die vielen Kindstötungen in den neuen Bundesländern "vor allem mit einer leichtfertigeren Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern", die auf die DDR-Abtreibungspolitik zurückgehe.
Mit dieser Einschätzung hatte er bundesweit Empörung ausgelöst. Böhmer selbst ließ am Montag erklären, seine Worte seien verkürzt wiedergegeben worden, was das Magazin zurückwies.
Aus SPD-Kreisen in Magdeburg hieß es, eine interne Stellungnahme des Ministerpräsidenten in der turnusmäßigen Kabinettssitzung reiche nicht aus. Böhmer müsse seine Äußerungen öffentlich geraderücken. Bereits am Vortag hatten mehrere SPD-Landesminister vor negativen Auswirkungen auf die Arbeit der CDU/SPD-Koalition gewarnt.
Linke-Fraktionschef Wulf Gallert sagte, Böhmer sei irreversibel politisch beschädigt. "Ich glaube nicht, dass er sich davon noch einmal erholen kann."
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(dpa/schä/odg)
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Wenn jemand zufällig am 25.2. die Recherche von " Report München " gesehen hat, dann ist den Äußerungen des Herrn Böhmer nichts mehr hinzuzufügen, denn in diesem Bericht seine Beobachtungen indirekt Wirklichkeit bestätigt.
Dieselben Leute habe doch auch die Äußerungen von Frau Hermann unterstützt. Da wächst zusammen, was zusammengehört. :)