Trotz heftiger Proteste der Linken: Für den umstrittenen Einsatz der Bundeswehr zum Aufbau Afghanistans zeichnet sich im Bundestag eine klare Mehrheit ab.

Bei der ersten Debatte über das neue Mandat für die Schutztruppe Isaf und die Aufklärungstornados der Bundeswehr in Afghanistan haben Redner von Union, SPD und FDP die Verlängerung der Einsätze unterstützt. Damit scheint eine breite Mehrheit bei der Abstimmung im Oktober gesichert.

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Die Grünen bemühten sich nach ihrem kontroversen Parteitag, ihre Unterstützung für das Isaf-Mandat und ihr "Nein" zum Tornado-Einsatz zu erklären. Über beide Mandate soll im Oktober abgestimmt werden. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn sagte, die Grünen stünden klar zum Isaf-Mandat, würden dem Mandat wegen der Ablehnung des Tornadoeinsatzes aber mehrheitlich nicht zustimmen. Am Samstag hatte ein Sonderparteitag die Fraktion gegen den Willen der Führung aufgefordert, die Zustimmung zu verweigern.

Die Linke bekräftigte ihre kategorische Ablehnung aller Afghanistan-Einsätze. Fraktionschef Gregor Gysi ging mit der Afghanistan-Politik der Regierung scharf ins Gericht. Die Soldaten schützten den Wiederaufbau nicht, sondern behinderten ihn. Nach der Logik, mit dem Militäreinsatz Menschenrechte in Afghanistan durchzusetzen, müsse man auch in Saudi-Arabien und vielen anderen Ländern militärisch eingreifen, sagte er. "Die Mehrheit der Bevölkerung steht auf unserer Seite, nicht auf Ihrer", sagte Gysi an die Adresse der Regierung.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsminister Franz Josef Jung warben hingegen um eine breite Mehrheit für das Mandat. Bei der Verlängerung der Einsätze werden die bisher getrennten Mandate für Isaf und Tornados zusammengefasst. Die Nato-geführte Isaf-Truppe soll die Sicherheitslage Afghanistans stabilisieren, mit Unterstützung der sechs Tornados. Die Regierung sieht dafür bis zu 3500 Bundeswehrsoldaten vor.

In der Nacht hatte der UN-Sicherheitsrat das internationale Isaf-Mandat verlängert. Über das besonders umstrittene Mandat für einen deutschen Beitrag zum US-geführten Antiterror-Einsatz "Operation Enduring Freedom" (OEF) soll erst im November abgestimmt werden.

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(Reuters)