DDoS-Attacke AfD ist nach Hacker-Angriff wieder online

Auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Magdeburg.

(Foto: AFP)
  • Die AfD-Webseite ist wieder erreichbar, die Parteimitglieder können wieder E-Mails verschicken und empfangen.
  • Unbekannte hatten die AfD gestern mit einer sogenannten DDoS-Attacke angegriffen und die Partei stundenlang lahmgelegt.
  • Ähnlich Angriffe gab es bereits Anfang März vor den Kommunalwahlen in Hessen.

Einen Tag vor den Landtagswahlen in drei Bundesländern hat die AfD die gestrige Hacker-Attacke in den Griff bekommen. Das bestätigte die Partei bei Twitter. Wer die Webseite der AfD aufruft, muss trotzdem noch fünf Sekunden warten, bevor die Inhalte angezeigt werden. Das ist vermutlich eine Sicherheitsmaßnahme, um mögliche weitere Angriffe zu verhindern. Die Administratoren der Seite könnten "zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen", dass es "erneut gelingen wird, unsere Webseite und die damit verbundenen Strukturen lahm zu legen."

Am Samstagvormittag war auch die Webseite der AfD Baden-Württemberg zwischenzeitlich komplett offline. Seit Mittag ist die Webseite wieder erreichbar. Ob ein Zusammenhang mit der Attacke auf die Server der Bundespartei besteht, konnte der Sprecher der baden-württembergischen AfD nicht sagen. Die Webseiten der anderen Landesverbände laden problemlos.

Unbekannte hatten die AfD von Freitagmittag an mit einer sogenannten DDoS-Attacke lahmgelegt. Neben der Webseite war auch die parteiinterne Kommunikation betroffen. "Seit 13:55 Uhr können wir keine E-Mails mehr empfangen oder verschicken", hatte Parteisprecher Christian Lüth am Freitag gesagt. Mittlerweile seien die AfD-Mitglieder wieder in der Lage, Mails zu schreiben. Auf Nachfragen zur Dauer der Attacke hat die Partei noch nicht reagiert.

DDoS-Attacken lassen kaum Rückschlüsse auf die Täter zu

DDoS steht für Distributed Denial of Service und beschreibt eine Methode, um Computersysteme zum Absturz zu bringen. Die Angreifer überziehen den Server einer Webseite mit einer großen Zahl von Anfragen, bis er zusammenbricht. Der technische Dienstleister der AfD habe 1,6 Millionen Zugriffe pro Sekunde registriert, sagte Lüth.

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Die Anfragen erfolgen nicht von einem einzelnen Standort, sondern von Tausenden Rechnern. Meist handelt es sich um mit Schadsoftware infizierte Geräte, deren Besitzer normalerweise nichts davon mitbekommen. Wer jemanden angreifen will, kann diese sogenannten Botnetze sogar kaufen oder mieten; die Preise beginnen schon bei wenigen Euro. Der Urheber einer DDoS-Attacke lässt sich deshalb kaum identifizieren.

Auch vor der Kommunalwahl in Hessen hatte es Angriffe gegeben

Bislang sind keine Bekennerschreiben oder Aufrufe zur Mitarbeit bekannt geworden. Naheliegend scheint, dass die gestrige Attacke mit DDoS-Angriffen kurz vor der hessischen Kommunalwahl zusammenhängt. Anfang März hatten Hacker gezielt die Internetseiten der AfD in Hessen lahmgelegt. Der Landessprecher vermutete damals eine politische Motivation. Es sei gut möglich, dass die Verursacher aus dem linken Lager kämen. "Davon gehe ich aus. Die CDU wird kaum unsere Webseite angreifen", sagte er der Hessenschau.

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