Datenpanne in Australien Wie persönliche Daten von Merkel und Obama im falschen Postfach landeten

Vor dem G20-Gipfel in Brisbane verschickte ein Mitarbeiter der australischen Einwanderungsbehörde persönliche Daten von 31 Staats- und Regierungschefs.

(Foto: REUTERS)
  • Ein Mitarbeiter der australischen Einwanderungsbehörde hat fälschlicherweise persönliche Daten von 31 Staats-und Regierungschefs an einen Sportorganisator verschickt.
  • Im November 2014 waren die Politiker zum G-20-Gipfel nach Brisbane gereist.
  • Die Einwanderungsbehörde hat sie offenbar nicht über die Panne unterrichtet.

Einwanderungsbehörde bestätigt irrtümliche Übermittlung

Sensible Daten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und 29 weiteren Spitzenpolitikern aus aller Welt sind fälschlicherweise per E-Mail verschickt worden. Dabei handelt es sich um öffentlich einsehbare Informationen, wie das Geburtsdatum, aber auch Passnummern. Einem Bericht des Guardian zufolge soll ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde in Australien die Daten an ein Mitglied des Organisationskomitees der Asia-Fußball-Meisterschaft gesandt haben. Wie der Sportorganisator überhaupt in den Verteiler kam, ist unklar.

Die australische Einwanderungsbehörde bestätigte die irrtümliche Übermittlung von Informationen über die Staats- und Regierungschefs. Den offiziellen Angaben zufolge soll der versehentlich in den Verteiler geratene Empfänger die Mail mit dem hochsensiblen Inhalt umgehend gelöscht haben.

Staats- und Regierungschefs sollen nicht von der Panne informiert worden sein

Zudem sei Australiens Datenschutzbehörde über den Vorgang informiert worden. Ob auch die betroffenen Politiker über die Weiterleitung ihrer Daten an Unbefugte in Kenntnis gesetzt worden sind, ließ die Einwanderungsbehörde offen. Der Guardian hatte berichtet, die Staats- und Regierungschefs seien nicht von der Panne unterrichtet worden.

Beim G20-Gipfel im November 2014 waren im australischen Brisbane die weltweit bedeutendsten Politiker zusammengekommen. Neben Obama und Merkel nahmen auch Großbritanniens Premierminister David Cameron, Russlands Staatspräsident Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Li Xinping an den Konferenzen in Australien teil.

Der Gipfel stand unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen. Insgesamt etwa 6000 Polizisten sorgten für den Schutz der hochrangigen Staatsgäste.