Dramatische Zahlen aus New York: Der Bürgerkrieg im Sudan nimmt immer schlimmere Ausmaße an.
Die Vereinten Nationen haben die Zahl der getöteten Menschen in Darfur auf 300.000 beziffert. Das sind 100.000 mehr, als bisher angenommen wurde.
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"Fünf Jahre nach dem Ausbruch der Kämpfe hat die Welt noch keine Lösung für das Leiden von Millionen Menschen gefunden. Das macht mich traurig und wütend", sagte John Holmes, UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, am Dienstagabend im Sicherheitsrat in New York. Mindestens 2,7 Millionen Menschen hätten aus ihren Häusern fliehen müssen, berichtete Holmes. Darfur scheine "weiter denn je" vom Frieden entfernt zu sein.
Die sudanesische Regierung behauptet, es habe "nur" 10.000 Tote gegeben. Dagegen hat der Menschenrechtsanwalt Osman Salih schon vor Monaten berichtet, dass die Lage viel schlimmer sei, als die Weltöffentlichkeit glaube. Salih geht von 400.000 getöteten Menschen und fünf Millionen Vertrieben aus.
Der Krieg in der west-sudanesischen Wüstenregion Darfur brach aus, weil sich die mehrheitlich schwarzafrikanische Bevölkerung von der arabisch-stämmigen Regierung in der Hauptstadt Khartum übervorteilt fühlte. Auf den Aufstand der Rebellen reagierte das Regime von Präsident Omar al-Bashir mit Luftangriffen und Überfällen auf die Dorfbewohner.
Schlecht ausgestattete Soldaten
Rodolphe Adada, Sondergesandter der UN und der Afrikanischen Union (AU) für Darfur, stellte in New York fest, dass die gemeinsame Friedenstruppe der UN und der AU kaum handlungsfähig sei. Zu Jahresbeginn sollte diese Truppe mit 26000 Soldaten und Polizisten die 7000 überforderten AU-Soldaten ablösen.
Aber die Industrienationen liefern die Ausrüstung nicht, und al-Bashir besteht darauf, dass alle Soldaten Afrikaner sein müssen. Deshalb sind nur 10.000 schlecht ausgestattete Soldaten in Darfur stationiert. Nur mit viel gutem Willen könne die Truppe bis zum Jahresende zu 80 Prozent einsetzbar sein, sagte Adada.
Marina Peter, politische Beobachterin bei der Hilfsorganisation Sudan Focal Point Europe, sagt, Darfur brauche eine ähnliche Lösung wie Kenia nach den jüngsten Unruhen: "Man muss ständig am Ball bleiben, wie Kofi Annan das gemacht hat. Er ist nicht aus Nairobi abgereist, bis sich die zerstrittenen Parteien auf einen Kompromiss für eine neue Regierung geeinigt hatten."
Peter, die an Friedensgesprächen im Sudan beteiligt war, fordert zudem, dass die Weltgemeinschaft endlich mit einer Stimme sprechen müsse. China stellt sich im Sicherheitsrat meistens auf die Seite des Sudan. Denn China beliefert das Land mit Waffen und fördert dort Öl.
Als kleinen Fortschritt sieht Peter die Volkszählung im Sudan, die am Dienstag begonnen hat und bis 6. Mai dauert. Sie ist Teil des Friedensvertrages, den Khartum 2005 mit dem Süd-Sudan nach jahrzehntelangem Krieg geschlossen hat. Seither sind Vertreter der süd-sudanesischen Befreiungsbewegung SPLM an der Regierung beteiligt.
Dem Süden wurden zudem weitgehende Autonomie und ein Teil der Einnahmen aus dem Ölgeschäft versprochen. Mit den Daten der Volkszählung soll ein Wählerregister für die Parlaments- und Präsidentenwahlen 2009 erstellt werden. Sie gilt daher als wichtig für die spätere Machtverteilung in der Regierung und für den Volksentscheid 2011, bei dem der Süden abstimmt, ob er sich unabhängig erklärt.
Umstrittene Volkszählung
Über den Friedensfahrplan gibt es aber ständig Streit. So hat die SPLM der Volkszählung zwar zugestimmt. Ob sie das Ergebnis anerkennt, sei aber offen, teilte ein Sprecher mit. Die SPLM kritisiert, dass viele Kriegsflüchtlinge noch nicht zurückgekehrt seien und daher nicht gezählt würden.
Und weil beim Zensus die ethnische und religiöse Zugehörigkeit nicht erhoben wird, fürchtet die SPLM, dass Khartum vor der Unabhängigkeits-Abstimmung im Süden arabisch-stämmige Sympathisanten al-Bashirs ansiedelt. Die Rebellen in Darfur boykottieren die Volkszählung. Sie diene al-Bashir nur dazu, Darfur wieder zu betrügen, sagte ein Sprecher.
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(SZ vom 24.04.2008)
Russland unter Putin
Warum versuchen Sie es eigentlich nicht mal als Spin-Doktor für Despoten und Diktatoren??
@rellama. zu spät, da sind schon die chinesen.
Jemand müsste den Amerkanern erzählen, dort gibts neue Ölfunde, Schon morgen wäre die Invasion da.