Der Besuch des religiösen Oberhaupts der Tibeter im Kanzleramt hatte zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Peking und Berlin geführt. Angela Merkel hält den Empfang nach wie vor für richtig - sie ließe sich nicht vorschreiben, wen sie treffe.

Die Bundesregierung hat ihr grundsätzliches Interesse an guten Beziehungen zu China unterstrichen, zugleich aber die Entscheidung für den von Peking heftig kritisierten Empfang des Dalai Lama im September verteidigt.

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe immer wieder deutlich gemacht, dass sie sich keine Vorschreibungen machen lasse, wen sie empfange und wo sie jemanden als Gast empfange, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Montag in Berlin. "Diese Freiheit wird sie sich nehmen." Es gebe auch keinen Grund, mit der Entscheidung aus dem Spätsommer heute anders umzugehen als damals.

Steg sagte weiter, es gebe augenblicklich Schwierigkeiten und Irritationen im deutsch-chinesischen Verhältnis, und es sei völlig unstrittig, dass es grundsätzliche Differenzen darüber gebe, wie mit dem Dalai Lama, dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, umzugehen sei.

Dieser Dissens zwischen Peking und Berlin werde bleiben. Die Bundesregierung gehe aber unverändert davon aus, dass sich die Gemeinsamkeiten in kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen am Ende durchsetzten.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, sagte: "Wir brauchen China bei der Lösung wichtiger internationaler Fragen." Es gebe aber keine Planungen für eine Reise von Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD) nach Peking.

China hatte wegen des von Merkel als "privaten Gedankenaustausch" deklarierten Treffens mit dem Dalai Lama am 23. September im Kanzleramt mehrere Treffen auch auf Ministerebene abgesagt.

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(dpa/odg)