Dänemark Mordanschlag auf Mohammed-Karikaturisten

Ein Islamist dringt mit einer Axt in das Haus des Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard ein. Die Polizei stoppt den Täter mit Schüssen. Hat er Kontakte zu al-Qaida?

Fast fünf Jahre nach der Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in Dänemark ist einer der Zeichner von einem bewaffneten Mann mit Verbindungen zu al-Qaida angegriffen worden. Der Somalier drang am Freitagabend mit einer Axt und einem Messer in das Haus von Kurt Westergaard in Aarhus ein. Westergaard konnte Alarm schlagen, und die Polizei war binnen Minuten zur Stelle. Der Angreifer wurde von den Beamten angeschossen. Nach Behördenangaben wurde er mit Verletzungen am Knie und an einer Hand ins Krankenhaus gebracht.

Der Leiter des dänischen Geheimdienstes, Jakob Scharf, erklärte, der 28-Jährige habe enge Verbindungen zur somalischen Terrorgruppe Al Shabaab und zu al-Qaida-Führern in Ostafrika. Der Überfall auf Westergaard habe einen Terrorbezug, sagte Scharf weiter.

Der Somalier stehe im Verdacht, in Terroraktivitäten in Ostafrika verwickelt gewesen zu sein. Er sei vom dänischen Geheimdienst (PET) beobachtet worden, aber nicht in Zusammenhang mit Westergaard, und habe eine Aufenthaltsgenehmigung für Dänemark gehabt.

Nach Polizeiangaben flüchtete sich Westergaard in einen eigens gesicherten Raum, als der Bewaffnete ein Fenster seines Hauses einschlug. Zwei Minuten später seien Beamte eingetroffen. Im Haus hielt sich auch die fünfjährige Enkelin des Zeichners auf.

Seinem Arbeitgeber, der Tageszeitung Jyllands-Posten, sagte der 75-Jährige, der Angreifer habe "Rache" und "Blut" gerufen, während er versucht habe, in das Badezimmer einzudringen, in dem sich Westergaard und dessen Enkelin eingeschlossen hatten. "Es war beängstigend. Es war knapp. Wirklich knapp. Aber wir haben es geschafft", zitierte die Website der Zeitung Westergaard.

Eine Dachorganisation muslimischer Gruppen verurteilte den Angriff auf den Zeichner. Er distanziere sich von jeder Art von Extremismus, die zu solchen Taten führe, erklärte der dänische Verband von Muslimen am Samstag. Jyllands-Posten hatte 2005 insgesamt zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Eine von Westergaard gezeichnete gehörte zu den am heftigsten kritisierten, sie zeigte den Propheten mit einem Turban in Form einer Bombe. Die Karikatur hat bei Muslimen weltweit zu Protesten geführt, es gab mehr als hundert Tote.