Dachverband Deutscher Burschenschaften Nur Linke heißen hier "Extremisten"

Der Dachverband erklärt die außerordentliche Sitzung dagegen zum Erfolg: "Entgegen aller Unkenrufe stellte die Deutsche Burschenschaft ihre Fähigkeit zur Lösung schwieriger Situationen unter Beweis", heißt es in einer offiziellen Erklärung. Darin kommt auch das Wort "Extremismus" vor, jedoch in Verbindung mit einem Angriff auf den Veranstaltungsort. Am Vorabend hatten Unbekannte die Fenster der Sängerhalle zerschlagen. Linke Extremisten hätten mal wieder den Boden der Rechtsstaatlichkeit verlassen, heißt es dazu: "Damit wurde einmal mehr unter Beweis gestellt, daß Terror in erster Linie von linker Seite kommt, während die in den Medien so oft gescholtenen Burschenschafter sich stets auf dem Boden der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung bewegen."

Diese demokratische Erdung steht aber in Frage. Auch der Verfassungsschutz hat sich für das Treffen in Stuttgart interessiert. Anderthalb Jahren dauert bereits der Streit, wie mit rechtsextremen Tendenzen im Dachverband umgegangen werden soll:

[] Der Antrag zur Einführung eines "Arier-Nachweises" über die Deutschstämmigkeit von Mitgliedern der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczecks zu Bonn hatte im Juni vergangenen Jahres für Aufregung gesorgt. Christian Becker, damals noch "Alter Herr" der Raczecks, gründete die Initiative "Burschenschafter gegen Neonazis".

[] Während des Burschentags in Eisenach im Juni 2012 stellte die Initiative von Becker einen Antrag zur Auflösung des Dachverbandes. Rechtsextremismus solle nicht länger geduldet und offiziell finanziert werden, hieß es in der Begründung. Doch der Vorstoß scheiterte. Noch während des Burschentages traten fünf Führungsmitglieder zurück, darunter auch Michael Schmidt von der IBZ. Auslöser war die Wiederwahl des Vorstandsmitgliedes Norbert Weidner zum "Schriftleiter" der Dachverbands-Zeitung Burschenschaftliche Blätter.

[] Christian Becker wurde im September dieses Jahres wegen "verbandsschädigendem Verhalten" aus seiner Burschenschaft ausgeschlossen. Auf dem Blog der Initiative "Burschenschafter gegen Neonazis" prangert er bis heute rechtsextreme Tendenzen in Studentenverbindungen an.

In Stuttgart wollte der Dachverband den Neuanfang versuchen. Michael Schmidt von der IBZ hatte zuvor im Gespräch mit Süddeutsche.de Kompromissbereitschaft signalisiert, gleichzeitig aber auch ein klares Zeichen gegen rechts gefordert. Auch der Sprecher des DB ging vor dem Treffen davon aus, dass sich Liberale und Rechte einigen könnten. Doch eine entsprechende Vorbesprechung zwischen IBZ und der Burschenschaftlichen Gemeinschaft blieb nach Informationen von Süddeutsche.de ohne Erfolg.