Sie waren das Traumduo der CSU - doch in Sachen Staatshilfen für Konzerne stimmt es nicht mehr zwischen Landeschef Seehofer und Bundesminister Guttenberg.

Nach außen ist alles in Ordnung, wie immer bei der CSU. Horst Seehofer, der große Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident, sieht den Parteifreund Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor einer steilen Politik-Karriere. Er gehöre "zu den ganz großen Politik-Talenten", sagte er am Mittwochabend im Nürnberger Presse-Club. Der Bundeswirtschaftsminister habe einen breiten Horizont und mache auf internationalem Parkett eine gute Figur. "Trotzdem", so Seehofer, "hebt zu Guttenberg nicht ab. Er hat ein Gefühl für die Alltagsprobleme der Menschen".

Guttenberg und Seehofer, Getty Images

Zwischen Guttenberg und Seehofer gibt es Meinungsverschiedenheiten. (© Foto: Getty Images)

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In Wahrheit aber ist die weiß-blaue Harmonie wegen des ordnungspolitischen Eifers des Berliner Ministers gestört. Seehofer stört sich offenbar an der harten Linie, den krisengeschüttelten Handelskonzerns Arcandor von Staatsgeld auszuschließen.

So zeigt sich der Ministerpräsident jetzt verärgert über das Nein der EU zu Staatshilfen für Arcandor. Das Veto sei übereilt, sagt Seehofer. Vor allem die Behauptung der EU-Kommission, Arcandor sei bereits am 1. Juli 2008 - also vor Ausbruch der Finanzkrise - in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen, sei nach seinen Erkenntnissen falsch. Dabei hatte der vormalige Vorstandschef Thomas Middelhoff selbst bei seinem Amtsantritt 2005 von einer drohenden Insolvenz geredet.

Seehofer will nun in Brüssel auf eine genaue Prüfung des Falles Arcandor drängen - der Bayer ist durch das in Fürth sitzende Versandhaus Quelle betroffen. Es wurde einst von Grete Schickedanz hochgezogen.

Guttenberg dagegen, der bislang auf die Protektion des CSU-Chefs bauen konnte, wirkt geradezu erfreut über das Nein aus Brüssel, das Hilfen aus dem Deutschlandfonds praktisch unmöglich macht. Die Signale der Europäischen Kommission seien "sehr eindeutig", betont der Wirtschaftsminister. Demnach gehe er davon aus, dass ein solches Konzept "mit ganz großer Sicherheit nicht zum Tragen kommen kann".

Vom Löwenmut Seehofers, der alles nicht mal überprüfen will, ist nichts zu spüren. Guttenberg pocht dagegen für die Rettung des Karstadt-Konzerns Arcandor auf andere Lösungen. Dabei schliesst er auch einen Überbrückungskredit der staatlichen Förderbank KfW nicht aus. Aber: "Wir müssen sehen, dass wir schnellstens Investoren-Lösungen brauchen." Guttenberg verweist auf den Vorschlag des Karstadt-Konkurrenten Metro für einen Zusammenschluss.

Das Großtalent Guttenberg liegt alles in allem auf einer anderen Linie als Großmeister Seehofer. Aber das werden sie in der CSU schon noch klären.

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(sueddeutsche.de/dpa/jja/ihe)