Die CSU präsentiert ihr 100-Tage-Programm - die SZ hat sich das Papier zuvor angesehen. Im Mittelpunkt stehen Steuersenkungen als gesamtwirtschaftliche Wohltaten und ein "Baukindergeld". Das Konzept ist mit Kanzlerin Merkel abgestimmt.
In diesem Wahlkampf hat Horst Seehofer die Rolle des ewig Fordernden gespielt, ein Herold der Unzufriedenen sozusagen. Nun kommt der nächste Streich seiner CSU.
Kam infolge der Landtagswahl 2008 zu seinen Ämtern als CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident: Horst Seehofer (© Foto: ddp)
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Sollte die bayerische Partei an der nächsten Bundesregierung beteiligt sein, will sie die Mittel für Investitionen im Bundeshaushalt 2010 sofort freigeben, um damit die Wirtschaft in Gang zu bringen.
Dies ist nach Informationen der Süddeutschen Zeitung einer der Punkte des Sofortprogramms, das das CSU-Präsidium am späten Sonntagabend beschlossen hat.
Das Papier enthält Vorschläge, die die CSU in der Bundesregierung sofort umsetzen möchte. Das Sofortprogramm soll das Wirtschaftswachstum beschleunigen und Arbeitsplätze schaffen. In Bayern hatte die schwarz-gelbe Staatsregierung bereits in diesem Jahr Mittel für Investitionen freigegeben, bevor der Haushalt regulär beschlossen worden war.
Im Zentrum des Papiers steht die Steuerpolitik. Wie die SZ aus dem CSU-Präsidium erfuhr, will die CSU die Einkommenssteuer in zwei Schritten 2011 und 2012 weiter senken; bei der Erbschaftssteuer sollen Betriebsübergaben erleichtert sowie Geschwister, Neffen und Nichten bei den Freibeträgen bessergestellt werden.
Bei der Unternehmenssteuer will die CSU erreichen, dass Firmen mehr Zinszahlungen von der Steuer absetzen und frühere Verluste leichter mit Gewinnen verrechnen können. Auch erneuert sie ihre Forderung, für arbeitsintensive Betriebe die Mehrwertsteuer zu senken - konkret genannt wird in dem Papier nur die Gastronomie.
CSU: Mit aller Kraft gegen Fortsetzung von großer Koalition
Die CSU will zudem als Ersatz für die vor Jahren abgeschaffte Eigenheimzulage ein Baukindergeld einführen, um Familien den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern. Für erneuerbare Energien und Elektromobilität solle es eine "Forschungsoffensive" geben, hieß es aus der CSU.
Zudem enthalte das Sofortprogramm die Forderung nach "klaren Regeln" für Managergehälter - dort dürfe es nicht nur Boni, sondern es müsse auch Gehaltsabzüge geben, wenn schlecht gewirtschaftet würde.
Das Sofortprogramm der CSU ist für die Union keine Unbekannte. Bayerns Umweltminister Markus Söder erklärte bereits öffentlich, es sei mit der CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel abgesprochen.
Bei der Vorstellung des Papiers in München warben Spitzenvertreter der CSU abermals für eine schwarz-gelbe Koalition im Bund. "Es geht uns darum, eine bürgerliche Mehrheit zu bilden und damit stabile Verhältnisse zu schaffen", sagte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer.
Die CSU werde sich "mit aller Kraft" gegen eine Fortsetzung der großen Koalition zur Wehr setzen. "Wir werden alles tun, um eine große Koalition zu verhindern." Ramsauer sagte weiter, die CSU wolle im Fall ihrer Beteiligung auch an der künftigen Bundesregierung die Beratungen für den Bundeshaushalt 2010 beschleunigen.
Die Haushaltsberatungen müssten "wesentlich zügiger" vorangehen als nach der Wahl vor vier Jahren. Die CSU wolle mit dem Haushalt wichtige Impulse für mehr Wirtschaftswachstum setzen.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/odg/gba)
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Es freut mich dass SIE genug verdienen bzw. vom Einkommen genug übrig behalten. Es gibt genug Mitmenschen, die massiv an den Staat zahlen und nicht besser da stehen wie mit ALG-II nebst der Aufstockung (Quasi Einheitslohn).
Die Finanzierung ist nicht so schwer, es ist eigentlich eher eine Umverteilung, Vorbild wären die Niederlande, Schweden bzw. Irland. Jeder Arbeitnehmer hätte sein Existenzminimum (auf der Steuerkarte als Abgabenfreibetrag vermerkt) plus Werbungskostenpauschale und eines gewissen Abstandes zum Existenzminimum als Motivationshilfe abgabenfrei. Diese Idee stammt aus Irland / Schweden und deckt sich mit unserem SGB-II, §30. Das wären etwa 10.000 pro Erwachsenem und Jahr. Vermeidet zudem in vielen Fällen die Aufstockung, das ist bezüglich der Aufstocker bereits aufkommensneutral.
Alles, was diesen Grundfreibetrag übersteigt kann als Überschuss betrachtet und damit überhaupt verteilt werden. Um Abgabenspitzen zu vermeiden sollte die Summe aus Sozialversicherungsbeiträgen / Bemessungsgrenzen sowie Steuer mindestens konstant sein oder leicht steigen. So halten es die Niederlande. Endet eine Bemessungsgrenze, so steigt die Steuer. Selbstständige können / müssen halt statt der Rentenversicherung eine private Vorsorge bedienen.
Die verbleibende Aufgabe wäre es dann, anfänglich einen einzigen Abgabensatz nebst Bemessungsgrenzen festzulegen, aus dem die Sozialversicherungen nebst Steuer bezahlt werden und mit dem die bisherige Einnahmenhöhe der Sozialversicherungen und des Staates beibehalten wird.
Ich würde vermuten, dass 45-50% Abgabenquote bei einem völlig abgabenfreien Existenzminimum hinkommen wird. Den Mindestlohn einer Vollzeitkraft setzen Sie in diesem Fall auf die Höhe dieses Existenzminimums, so hält es z.B. Irland. Bei 1800 bezahlten Stunden pro Jahr würden bereits 6-7/h für einen Single ausreichend sein, aber eben Brutto wie Netto ausbezahlt werden. Verheiratet würden weitere 10k p.a. bzw. 830/Monat abgabenfrei sein, je Kind kämen ca 300/Monat hinzu, das entspricht jeweils dem Sozialeinkommen nach ALG-II incl. Miete. Alles drüber würde mit 50% belastet.
Ob Sie nun einen Einheitsabgabensatz machen (leicht zu berechnen) oder Stufen anwenden ist eine Frage der praktischen Ausgestaltung. In beiden Fällen kann jeder auf einem Bierdeckel ausrechnen, was von einer Lohnerhöhung bzw. Mehrarbeit übrig bleibt.
"Sie haben wirklich nicht viel Ahnung von unserem Steuersystem. Es bestraft den kleinen Mann und belohnt Spekulanten."
da haben Sie vollkommen recht. Es interessiert mich auch nicht. Ich verdiene genug. Ich bin bereit auch höhere Abgaben zu leisten wenn damit u.a. jenen geholfen werden kann die Hilfe nötig haben oder Bildung finanziert wird. Meinen Beitrag leiste ich gerne. Sind Sie in der Lage das nach zu vollziehen?
Das ändert nichts an der Tatsache, dass Sie soziale Gerechtigkeit nur durch Umverteilung erreichen können. Was Sie allerdings beabsichtigen ist mir vollkommen unklar. Soweit ich Sie verstehe möchten Sie höhere Bildungsausgaben (wie ich auch). Sie möchten auch das kleine und mittlere Einkommen entlastet werden sollen (wie ich auch). Bitte erklären Sie doch wie Sie das finanzieren wollen? Mit massiven Einschränkungen bei Renten, HartzIV? Mehrwertsteuererhöhung?
Sie haben wirklich nicht viel Ahnung von unserem Steuersystem. Es bestraft den kleinen Mann und belohnt Spekulanten.
Wenn Sie im Jahr 10400 Netto verdienen wollen (Existenzminimum plus Werbungskostenpauschale plus 1/h Arbeitslohn), dann müssen Sie bereits 370 Lohnsteuer und 2800 Sozialversicherungsbeiträge (Eigenanteile) im Jahr bezahlen. Dadurch ist eigentlich jeglicher Lohn unter 1100 im Monat quasi für den Staat, erst darüber bleibt etwas mehr als das Existenzminimum bei ihnen hängen.
Finden Sie das fair? Ich nicht wirklich. Den Spruch "Mehr Netto vom Brutto" der FDP unterschreib ich sofort, allerdings 'fürchte' ich diesen Wahlslogan etwas anders verstanden zu haben ...
"Also sind Sie für Steuererhöhungen.
Also sind sie nicht sozial."
syllogistisch unzulässiger Schluss. Hier also mal wieder Ihr Logikproblem. Wobei: ich bin überzeugt, sie können das. Logisch Denken meine ich. Was Sie allerdings derzeit daran hindert ist wohl die absolute ideologische Fixiertheit.
Zur Sache: natürlich sind Steuererhöhungen sozial gerecht. Genau genommen können Sie soziale Gerechtigkeit nur über Umverteilung durch Steuern sicherstellen. Egal, ob Sie damit Transfers oder bessere Bildungschancen finanzieren. Die Populisten von der CSU beabsichtigen genau das Gegenteil.
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