Ein Kommentar von Peter Fahrenholz

Zu den erfreulichen Konsequenzen des Rückzugs von Edmund Stoiber im Herbst gehört, dass dann auch die Zeit von Markus Söder als CSU-Generalsekretär abläuft.

Denn mit Söder wird weder ein Parteichef Horst Seehofer noch ein Parteichef Erwin Huber weiter zusammenarbeiten: Seehofer nicht, weil er Söder nicht leiden kann, und Huber nicht, weil er dann einen General aus der Berliner Landesgruppe der CSU braucht.

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Zu smart, zu wendig, zu prinzipienlos: CSU-Generalsekretär Markus Söder (© Foto: dpa)

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Generalsekretäre gehören generell zu einer Spezies, die von Amts wegen nicht gerade zartbesaitet ist. Und christsoziale Generalsekretäre waren immer besondere Rabauken; sie haben in der Regel schärfer polarisiert als andere und sich nur selten gescheut, selbst die dumpfsten Stammtisch-Reflexe zu wecken.

In der Öffentlichkeit waren sie deswegen immer äußerst umstritten, in den eigenen Reihen hat es ihnen nie geschadet, wie die Karriere von Edmund Stoiber zeigt. Markus Söder ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme.

Abgesehen vom unglückseligen Bernd Protzner ist Söder vermutlich der unbeliebteste Generalsekretär, den die CSU je hatte. Als zu smart, zu wendig, zu prinzipienlos erscheint Söder vielen in der eigenen Partei. Im Grunde sieht man ihn dort ähnlich, wie dies die politische Konkurrenz tut: als politischen Lümmel mit starker Neigung zum Wortdurchfall.

Auch ohne seinen Mentor Stoiber wird Söder nicht ins Bodenlose stürzen. Sein größtes Plus ist das Alter: Söder ist mit 40 Jahren einer der wenigen Jungen in der CSU-Spitze. So jemanden auszumustern, kann sich die CSU nicht leisten. Söder wird ein warmes Plätzchen im bayerischen Kabinett finden und kann in Ruhe abwarten, was noch alles aus ihm wird.

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(SZ vom 09.05.2007)