Mit großer Geste zieht sich Hillary Clinton aus dem Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. In der Stunde der Niederlage zeigt sie ungeahnte Größe und schwört die Partei auf Barack Obama ein. Nicht nur der fragt sich, wie Clintons politische Ambitionen nun aussehen.
Zum Schluss wählte Hillary Clinton noch mal den großen Auftritt: Rund 2000 Anhänger waren in das National Building Museum in Washington gekommen, um der Rede beizuwohnen, in der die New Yorker Senatorin ihre Niederlage im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur eingestand. Es war ein Abschied der großen Gesten.
Gibt sich im Zweikampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten Barack Obama geschlagen: Hillary Clinton (© Foto: Reuters)
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Clinton betonte die historische Dimension des Duells um die Präsidentschaftskandidatur zwischen ihr und Obama. "Kinder werden heute aufwachsen und es als ganz natürlich ansehen, dass ein Afroamerikaner oder eine Frau, ja, Präsident der Vereinigten Staaten werden kann." Keine Frau ist einer Kandidatur ums Weiße Haus je so nahgekommen wie Clinton.
Der Durchbruch sei nicht gelungen, eine Frau ins Rennen um das Weiße Haus zu schicken, sagte Clinton. "Obwohl wir dieses Mal nicht imstande waren, diese höchste und härteste Glasdecke zu durchbrechen, hat sie - Dank Ihnen - 18 Millionen Risse und das Licht scheint durch wie nie zuvor." Damit spielte Clinton auf die 18 Millionen Menschen an, die im Laufe des Vorwahlkampfs für sie gestimmt hatten.
So hart sie sich in den vergangenen Monaten mit Barack Obama auseinandergesetzt hatte, so uneingeschränkt warb sie nun für den Sieger des parteiinternen Wettstreits. "Heute beende ich meinen Wahlkampf", sagte Clinton. "Ich gratuliere ihm (Obama) zu seinem Sieg und zu seinem außergewöhnlichen Wahlkampf. Ich bitte Sie, gemeinsam mit mir so hart für Barack Obama zu arbeiten, wie Sie für mich gearbeitet haben."
Nach solchen Worten sehnte sich wohl nicht nur Obama, sondern auch die ganze demokratische Partei. Schließlich ist es ihr erklärtes Ziel, nach acht Jahren das Weiße Haus von den Republikanern zurückzuerobern. Vor Beginn des Vorwahlkampfes sah es auch so aus, als ob das den Demokraten locker gelingen würde - ganz gleich, welchen Kandidaten sie ins Rennen schicken würden.
Das zähe und nicht immer faire Duell zwischen Obama und Clinton hat die Partei gespalten und die Erfolgsaussichten deutlich schmaler werden lassen. Die jüngste Umfrage sieht Obama gerade einmal zwei Prozentpunkte vor dem republikanischen Kandidaten John McCain. Diesen Umstand dürfte auch Hillary Clinton im Hinterkopf gehabt haben, als sie ihre Anhänger wissen ließ, dass ihre "Differenzen mit Senator Obama im Vergleich mit Senator McCain und den Republikanern" klein seien.
Lesen Sie auf Seite 2, für welche Ämter Hillary Clinton außer der Vizepräsidentschaft noch gehandelt wird.
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Hillary Clinton ist in der Abstimmung unterlegen - das ist ein normaler Ablauf in einer Deokratie. Ihre Persönlichkeit hat die Herzen der Menschen gewonnen. Das ist ein Erfolg, der über einen Wahlsieg weit hinausgeht. Hillary Clinton hat der Welt ein Amerika präsentiert, das in der Welt wahrscheinlich so viele Freunde hat, wie sich die Bush-Regierung Feinde geschaffen hat.