Clinton vs. Obama Just words?

Kurz vor den Vorwahlen in Wisconsin wirft Kandidatin Clinton ihrem Konkurrenten Obama ein Plagiat vor: Bei seinen berühmten Reden soll er abgekupfert haben.

Wie wichtig Worte sind, erfährt derzeit Präsidentschaftsbewerber Barack Obama. Sein Wahlkampf basiert auf mitreißenden Reden. Mit seiner Wortgewalt hat Obama eine Welle erschaffen, die ihn bis ins Weiße Haus tragen soll.

Doch sind es seine Worte? Seine Konkurrentin Hillary Clinton wirft ihm nun vor, seine Reden abgekupfert zu haben. Obama habe Formulierungen verwendet, die wortwörtlich aus einer Rede von Deval Patrick, Gouverneur von Massachusetts, aus dem Jahre 2006 stammen. Youtube-Videos beweisen diese Anschuldigen. Als besonders verwerflich wertet Clintons Sprecher Howard Wolfson, dass Obama die Sätze aus Patricks Rede nicht als Zitat kenntlich gemacht habe.

Das Clinton-Camp nutzte Obamas Lapsus dazu, seinen ganzen Wahlkampf in Misskredit zu ziehen. Es sei bezeichnend, wenn die Basis seines Wahlkampfes, die mitreißenden Reden, nur abgekupfert seien. "Das wirft Fragen zu den Voraussetzungen seiner Kandidatur auf", sagte Wolfson. Clintons Mitarbeiter warfen Obama auch vor, aus dem Wirtschaftsprogramm abgeschrieben zu haben, das die Senatorin gestern veröffentlichte.

Obama räumte ein, dass er sich in einer Rede über die Macht von Worten ähnlich wie sein Freund Patrick geäußert habe. Er hätte das besser als Zitat präsentieren sollen, sagte Obama am Montag vor Journalisten. Trotzdem wies der Senator die Vorwürfe Clintons zurück und bestand darauf, dass die meisten seiner Worte seine eigenen seien: "Ich habe zwei Bücher geschrieben. Ich schreibe die meisten meiner Reden selbst", sagte er Reportern in Ohio.

In Bezug auf Gouverneur Deval Patrick, der Obamas Kampagne unterstützt, sagte Obama: "Deval und ich tauschen ständig Ideen aus und er hat auch schon Sätze von mir verwendet." Es sei vielmehr so, dass Clinton bei ihren Reden von ihm abkupfere.

Zu diesen Auseinandersetzungen kam es kurz vor den nächsten Vorwahlen in Wisconsin und Hawaii. Nach jüngsten Umfragen wird in Wisconsin ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Clinton und Obama erwartet. Dort sind bei der Vorwahl 92 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August zu vergeben.

Nach acht Siegen in Folge führt Obama mit 1280 zu 1218 Stimmen. Für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten sind 2025 Stimmen erforderlich. Beide Bewerber blicken schon auf Texas und Ohio, wo am 4. März wichtige Vorwahlen stattfinden.