CIA-Agenten und Mitarbeiter der Söldnerfirma Blackwater sollen vor vier Jahren die Tötung des Deutsch-Syrers Mamoun Darkazanli in Hamburg vorbereitet haben.
Der Hamburger Geschäftsmann Mamoun Darkazanli, ein deutscher Staatsbürger syrischer Herkunft, ist meist gutbürgerlich gekleidet und hat feine Manieren. Bei seinen Nachbarn in Hamburg-Uhlenhorst gilt er als höflich.
Mamoun Darkazanli: Vor gut vier Jahren sollen CIA-Agenten und Mitarbeiter der berüchtigten Söldnerfirma Blackwater seine Liquidierung vorbereitet haben. (© Foto: ddp)
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Bei Anti-Terror-Fahndern in den USA allerdings steht der 51-Jährige in einem verheerenden Ruf. Sie bezichtigen ihn, über viele Jahre Helfer der Terrorholding al-Qaida gewesen zu sein. Dem US-Magazin Vanity Fair zufolge soll Darkazanli auf einer Art Todesliste der CIA gestanden haben.
Vor gut vier Jahren sollen CIA-Agenten und Mitarbeiter der berüchtigten Söldnerfirma Blackwater, die mittlerweile unter "XE" firmiert, die Liquidierung Darkazanlis in Hamburg vorbereitet haben.
Ein Team habe den Kaufmann wochenlang observiert. Weder die deutschen CIA-Filialen noch deutsche Behörden seien eingeweiht gewesen. Das Programm soll dann "wegen des Mangels an politischem Willen" eingestellt worden sein. Auf der Todesliste habe neben Darkazanli beispielsweise auch der Pakistaner Abdul Qadir Khan gestanden, der in seiner Heimat als "Vater der Atombombe" gilt und nukleares Know-how an Staaten wie Libyen oder den Iran verkauft haben soll.
Khan ist international eine Berühmtheit, der Name Darkazanli hingegen ist nur Insidern geläufig. In den USA allerdings ist der Syrer zum Symbol für angebliches deutsches Versagen beim Anti-Terror-Kampf geworden. Den deutschen Sicherheitsbehörden war nach den Anschlägen vom 11. September von amerikanischen Regierungsmitgliedern vorgeworfen worden, deutsche Ermittler seien über viele Jahre nicht ausreichend gegen Darkazanli vorgegangen, obwohl dieser früh Kontakt zu Al-Qaida-Leuten gepflegt habe und unter anderem mit drei Mitgliedern der Hamburger Terrorzelle bekannt gewesen sei, die den 11. September vorbereitet habe: "Die deutsche Regierung hat islamistische Gruppen offenbar nicht als Bedrohung wahrgenommen", heißt es in einem Bericht des US-Kongresses.
Diese Passage zielte vor allem auf Darkazanli. Auch Spaniens Justiz hatte gegen ihn einen Haftbefehl verhängt, weil er zu einer spanischen Terrorzelle Kontakt gehabt haben soll. Aber das Bundesverfassungsgericht kippte 2005 auf eine Verfassungsbeschwerde Darkazanlis das deutsche Gesetz zum europäischen Haftbefehl.
Niemand war länger und hartnäckiger an ihm dran als die CIA. Seit 1993 hat sich der Geheimdienst für den Deutsch-Syrer interessiert. Bei einem in Afrika festgenommenen Terrorverdächtigen war Darkazanlis Hamburger Telefonnummer aufgetaucht. In den folgenden Jahren fand man seine Telefonnummer bei europäischen Dschihadisten. Mitte der neunziger Jahre vermittelte er den Kauf eines Schiffes, das für die Terrorgruppe des Osama bin Laden bestimmt war.
Ihm sei "nicht bekannt" gewesen, dass "der Erwerber dieses Schiffs der Chef der al-Qaida gewesen sein soll", stellte Darkazanli vor einigen Wochen in einer in einem Magazin abgedruckten Gegendarstellung fest.
Auch hatte er in den neunziger Jahren die Vollmacht für ein Konto, das Ermittler dem damaligen angeblichen Finanzchef von al-Qaida zuschrieben: "Mir ist bis heute nicht bekannt, dass der Inhaber des Kontos der Finanzchef der al-Qaida war", teilte Darkazanli in seiner Gegendarstellung mit.
Freundlich betrachtet ist Darkazanli ein Mann, der Pech hatte, immer wieder die falschen Leute zu treffen. Auch wird er häufiger reingelegt. Es gibt Fotos, die ihn angeblich bewaffnet am Hindukusch zeigen. Doch seine Frau Brigitte, die zu ihm hält, hat früh darauf hingewiesen, dass es sich um eine Montage handeln müsse.
Zwei Tage nach den Anschlägen in den USA vor mehr als neun Jahren durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamts die Wohnung der beiden in Hamburg-Uhlenhorst. Drei Wochen später wurden gegen ihn Ermittlungen wegen Terrorverdachts eingeleitet, die dann im Sommer 2006 von der Bundesanwaltschaft eingestellt wurden.
Weil die Behandlung des Falles Darkazanli auch unter deutschen Sicherheitsbehörden für Zoff gesorgt hatte, wurde die Einstellungsverfügung besonders sorgfältig formuliert. Sie ist mehr als 70 Seiten stark. Die Karlsruher Ermittler stellten fest, der Hamburger Kaufmann sei zwar immer wieder mal Ansprechpartner verschiedener al-Qaida-Verantwortlicher gewesen und habe auch mit Verantwortlichen der Terrorholding Handelsgeschäfte gemacht, aber diese Geschäfte ließen keinen konkreten Bezug zu terroristischen Zielsetzungen erkennen.
Der Mann, dem das amerikanische Hit-Team vor gut vier Jahren in Hamburg nachgestellt haben soll, um ihn dann möglicherweise zu liquidieren, lebte jahrelang in der Furcht, von einem amerikanischen Kommando entführt zu werden und möglicherweise in Guantanamo zu landen. Aber hat er sich auch vorstellen können, dass ein Killer-Kommando plante, ihn mitten in Deutschland zu liquidieren?
Er vertraue auf die Rechtsordnung in seiner deutschen Heimat, hat Darkazanli amerikanischen Reportern mitgeteilt.
Für einen aussichtsreichen Ermittlungsverdacht gegen Unbekannt wird der Vanity Fair-Bericht über die geplante Ermordung eines angeblich Verdächtigen sicherlich nicht reichen. Der Autor der Geschichte in dem Magazin heißt Adam Ciralsky und hat früher als Anwalt für die CIA gearbeitet. Seit etlichen Monaten arbeitet Ciralsky für den amerikanischen Fernsehsender NBC an einer Serie mit dem Titel "The Wanted", die von der Suche nach angeblichen Terrorverdächtigen und angeblichen Kriegsverbrechern handelt. Im Herbst 2009 hieß es, ein amerikanisches Fernsehteam wolle nach Deutschland reisen, um den Fall Darkanzli zu filmen.
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(sueddeutsche.de/segi/boen)
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Die schärfste Waffe der wenigen Terroristen sind die, die jede Meldung bis zur Größe des Untergangs der Welt aufplustern, und die vielen Ballerköpfe auf der Gegenseite, die ihnen durch ihren ungebremsten ideologischen Kampfeseifer viel zu viel Gewicht verleihen.
Gestatten Sie bitte diese, leicht abgewandelte Wiederholung Ihrer Überschrift:
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Schönen langweiligen Abend noch an Sie, Sie Sauerköpfe!
Welcher Clown mit Multinicks hat denn diesen Thread gefunden?
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Grün
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