Was in den Folterkellern der CIA geschah, muss bekannt werden - auch wenn es das Land spaltet.
Sie wussten, dass sie unrecht tun. Zumindest gab es auch bei der CIA genug Mitarbeiter, die erhebliche Bedenken hatten gegen die brutalen Verhöre der Terrorverdächtigen von al-Qaida. Das FBI zog seine Leute sogar ab, weil es mit den sadistischen Folterknechten der CIA nichts zu tun haben wollte.
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Die Lobby der CIA- Zentrale in Langley, Virginia. (© Foto: AFP)
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Die Bush-Regierung ordnete höchste Geheimhaltung an, weil es diesen Zynikern an den Hebeln der Macht in Washington klar war, dass die Vorgänge in den Verliesen der CIA mit ihren öffentlichen Erklärungen gegen Folter und Misshandlung von Gefangenen nie in Einklang zu bringen wären und deshalb besser vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen blieben.
Nun hat die Obama-Administration widerstrebend einen internen, fünf Jahre alten CIA-Report über die sogenannten verschärften Verhörmethoden veröffentlicht - in Auszügen. Die mutmaßlich brisantesten Partien des Berichts sind geschwärzt. Aber allein die bekannt gewordenen Details - Drohungen mit der Ermordung der Kinder eines Gefangenen, Scheinhinrichtungen - zeigen zweierlei: einen widerlichen Sadismus im Namen von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, der auch nicht mit dem Hinweis darauf gerechtfertigt werden kann, wie sehr sich Amerika nach den Anschlägen bedroht fühlte. Zum anderen kann es keinerlei Zweifel mehr daran geben, dass die Regierung Bush bewusst und gezielt die Misshandlung und Folter von Gefangenen in US-Gewahrsam nicht nur zugelassen, sondern verlangt hat.
Die jetzt publizierten Details genügen indes nicht. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, die ganze Wahrheit zu erfahren, über die Vorgänge in Amerikas Folterkellern und über die Versuche der Regierung von George W. Bush, sie zu vertuschen. Tatsächlich hat Justizminister Eric Holder nun einen Sonderermittler eingesetzt, der zumindest die schlimmsten Auswüchse untersuchen soll.
Präsident Barack Obama ist davon nicht begeistert. Aber er ist seinem Minister nicht in den Arm gefallen. Es ist nur zu verständlich, dass Obama die Aufarbeitung der Sünden seines Vorgängers lieber sein lassen wollte. Der Glaubensstreit um die Gesundheitsreform hat noch einmal vor Augen geführt, wie tief das Land weiterhin in zwei unversöhnliche Lager gespalten ist. Die Republikaner sind zu allem bereit, um Obama zu schaden. Sie wollen nur eines: Der Präsident soll scheitern. Deshalb betreiben sie Fundamentalopposition, und wollen keine Gesundheitsreform, obwohl auch die Konservativen wissen, wie dringend nötig sie wäre. Wenn man die verquere Debatte über diese Reform verfolgt, kann man nur ahnen, was auf die USA zukommt, wenn es nun zu Ermittlungen gegen CIA-Agenten und gar zu Gerichtsverfahren wegen Folter kommt.
Die Republikaner werden versuchen, wieder eine Atmosphäre kollektiver Hysterie wie nach den Anschlägen von 2001 zu erzeugen. Damals verhinderte die Angst vor einem neuen Terroranschlag jeden vernünftigen Gedanken. Rechtsstaatliche Bedenken wurden leichthin zur Seite geschoben. Die Republikaner werden Obama vorwerfen, er setze die Sicherheit des Landes aufs Spiel. Das hat der frühere Vizepräsident Dick Cheney bereits im Frühjahr getan. Nun dürfte daraus eine massive Kampagne werden.
Dennoch kann es keine Alternative zu einer Aufarbeitung der Vorgänge in den Gefängnissen der CIA geben. Was dort geschah, war schlicht unrecht und nicht mit den Prinzipien amerikanischer Rechtsstaatlichkeit und dem im Land tiefverwurzelten Bewusstsein für Menschenwürde in Einklang zu bringen. Die logische Konsequenz dieser Ermittlungen wird sein, dass ebenfalls diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden, die Misshandlung und Folter zugelassen, gerechtfertigt oder gar in Auftrag gegeben haben: George W. Bush und sein Vize Dick Cheney sind es, die zu verantworten haben, dass Amerika Anstand und Ansehen verloren hat.
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(SZ vom 26.08.2009)
ICE-Strecke
Bitte, BITTE liebste Redakteure übersetzt bitte niieee NIE wieder das englische Wort "administration" im Zusammenhang mit Politik als "Administration". Das ist Blödsinn.
Herr Obama hat die Präsidentschaftswahlen in den USA gewonnen, seine Partei stellt die Regierung. Noch mal für die ganz Begriffsstutzigen: englisch administration = deutsch Regierung (jedenfalls in diesem Zusammenhang).
Und weil wir gerade dabei sind: Wenn ich noch einmal lesen muss, dass irgendein Popsternchen auf irgendeiner Bühne "performte" statt schlicht aufzutreten, muss ich meinen Mageninhalt in einen Briefumschlag entleeren und diesen an die betreffende Redaktion senden ...
Mit freundlichen Grüßen
Die Situation in Deutschland ist doch auch nur graduell anders: Da Deutschland nicht als autarker und global agierender Aggressor auftritt, bleiben uns Menschenrechtsverletzungen und begründete Anklagen wegen Folter wie sie in Guantanamo, Abu Graib und sonstigen amerikanischen Gefängnis-Außenposten hoffentlich erspart.
Andererseits muss man konstatieren, dass das Muster, nach dem sich diese Verfehlungen lange Zeit unter den Teppich kehren ließen und lassen HÖCHST BEANNT sind: Herr Schäuble und Frau v.d. Leyen sind mit tatkräftiger Unterstützung des deutschen Verwaltungs- und Sicherheits-Apparates schon zu Großmeistern geworden Unwahrheiten und Angst-Phantasien zu missbrauchen um Gesetze gegen uns Bürger durch Bundestag und Bundesrat zu peitschen.
Wer sich über die tatsächlichen Notwendigkeiten zur Bespitzelung, informationellen Vereinzelung von Bürgern und den Repressalien gegen freie Meinungsäußerung (z.B. G8 in Heiligendamm oder willkürlicher Ausspähung mit Hilfe des § 129a StGB), der stößt ganz schnell auf eine Mauer des Schweigens - die stets mit höheren Interessen des Staates gerechtfertigt werden, die angeblich gegenüber der Öffentlichkeit geheim gehalten werden müssten.
Und hinter dieser Geheimniskrämerei lassen natürlich genauso Schand-Taten verstecken, wie der Terror der CIA außerhalb der Staatsgrenzen der USA. Damit haben wir hier strukturell mit exakt gleichen Schwächen zu kämpfen, wie die Gegner der Folter während der Amtszeit von G.W. Bush: Schäuble als politischer Phänotyp eines schwarzen "Think-Tank" und die von ihm orchestrierten Sockenpuppen à la v.d. Leyen, Bosbach, Guttenberg, Ziercke, Uhrlau etc. repräsentieren in erschreckender Weise genau den katastrophalen Politik-Stil der vergangenen US-Administraion: Angst, Unsicherheit verbreiten und die daraus generierte Kopflosigkeit der Bevölkerung und der Opposition ausnutzen, um Gesetze durchs Parlament zu prügeln, die unter demokratischen Umständen undenkbar wären.
Die latent und fast beiläufig immer mitschwingende abstrakte Bedrohung durch den "internationalen Terrorismus" wird in regelmßigen Abständen und natrlich zu Großevents wie der Bundestagswahl wieder aufgefrischt, um daran zu erinnern, welche Politik-Strömung vermeintlich Sicherheit verbreitet - so wie man bekanntlich auch durch "in die Hände Klatschen" Elefanten vertreiben kann ..
Wenn du den Fnord nicht siehst, kann er dich auch nicht essen,
F. Mayer
diesen Artikel ausdrucken und zur jeden CDU Stand, den ich in der Innenstadt gehe mitnehmen und die Anhanger von Merkel mal fragen was Sie von diesen "Verhör-Methoden" halten, ihre "FÜhrerin" fand den Bush ja so toll... mal gucken wie gut das ruber kommt...
Der Artikel ist komplett, wenn noch darauf hingewiesen wird, dass dies alles dicke Freunde von Tante Angie und ihrem Gefolge zu verantworten haben. (Sollte man schon dazufügen, die Blödzeitung erklärt ihrem DummDumm-Wahlvieh ja auch, dass "dinieren" festlich essen bedeutet. *LOOOL, uuuuuaaaaaaahh!!!*)