Die beiden verschleppten Deutschen sind nach mehr als drei Monaten wieder frei. sueddeutsche.de dokumentiert den Verlauf der Geiselnahme:

24. Januar: René Bräunlich und Thomas Nitzschke, die für die sächsische Firma Cryotec arbeiten und im Irak eine Industrieanlage übergeben sollen, werden in Baidschi rund 200 Kilometer nordwestlich von Bagdad entführt. Das Auswärtige Amt in Berlin bildet einen Krisenstab unter Leitung von Staatssekretär Klaus Scharioth.

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In der Leipziger Nikolaikirche hielten im Februar Christen und Muslime eine gemeinsame Mahnwache ab (© Foto: AP)

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27. Januar: Erstes Lebenszeichen der Geiseln: Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira strahlt ein Video aus, auf dem die beiden Männer am Boden kauernd mit vier bewaffneten, vermummten Geiselnehmern zu sehen sind. Darin rufen Bräunlich und Nitzschke die Regfierung in Berlin auf, alles für ihre Freilassung zu tun.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilt die Entführung und fordert die sofortige Freilassung. Die Entführergruppe Ansar el Tawhid wal Sunna (Anhänger der göttlichen Einmaligkeit und der Sunna) bekennt sich, erhebt aber zunächst keine Forderungen.

31. Januar: Der Sender al-Dschasira strahlt ein zweites Video aus, in dem die Kidnapper ein 72-stündiges Ultimatum stellen. Sie verlangen die Schließung der deutschen Botschaft in Bagdad, den Abzug aller deutscher Firmen aus dem Irak und die Einstellung jeglicher Zusammenarbeit der Bundesregierung mit den irakischen Behörden.

2. Februar: Die Mütter der beiden Entführten richten einen Fernseh-Appell an die Entführer.

3. Februar: Kurz vor dem mutmaßlichen Ablauf des Ultimatums richtet sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) über al-Dschasira an die Geiselnehmer und fordert sie zur Freilassung der Deutschen auf. Auch der Chef der beiden Verschleppten, Peter Bienert, wendet sich in einem vom deutschen Auslandsfernsehen DW-TV ausgestrahlten Appell an die Entführer.

13. Februar: In einem dritten Video, das der arabische Sender al-Arabija sendet, sprechen die Entführer von einer "letzten Warnung". Sie drohen, die Ingenieure zu töten. Das Band zeigt Bräunlich und Nitzksche in orangefarbener Häftlingskleidung gefesselt auf dem Boden hockend. Hinter ihnen stehen vier Männer in bodenlangen schwarzen Kutten, drei von ihnen mit automatischen Waffen in der Hand.

18. Februar: Der ehemalige irakische Nationaltrainer Bernd Stange setzt sich in einem Fernsehaufruf für die Freilassung der Ingenieure ein.

21. März: Die ARD berichtet unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise von "indirekten Lebenszeichen" der Geiseln. Zudem heißt es, die Entführung habe offenbar einen kriminellen und keinen politischen Hintergrund. Es gehe im Kern um Lösegeldzahlungen. Das Auswärtige Amt will die Meldung zum Schutz der Betroffenen nicht kommentieren.

9. April: Von den Deutschen gibt es offenbar ein neues Lebenszeichen. Dem Auswärtigen Amt liege ein Video vor, das "noch ausgewertet werden muss", sagte eine Sprecherin. Nähere Angaben zu dem Band machte sie nicht.

2. Mai: Außenminister Frank-Walter Steinmeier verkündet, dass die Geiseln frei und in sicherer Obhut sind.

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(sueddeutsche.de/AFP/AP)