Chronologie des Konfliktes Die Kosovo-Tragödie

2004

Am Abend des 16. März strahlt das kosovarische TV einen Bericht über einen albanischen Jungen aus, in dem behauptet wird, Serben hätten den Zwölfjährigen und dessen Freunde mit einem Hund in den Fluss getrieben, woraufhin drei Jungen ertrunken seien.

Diese Nachricht löst im Kosovo ein Pogrom aus. In den nächsten Tagen schlagen Albaner gegen die Serben los: 19 Menschen sterben, 900 werden verletzt. In der Politik setzt ein Umdenken ein. Die Gewalt wird als Ausdruck der Unzufriedenheit der Albaner interpretiert, die nicht mehr hingehalten werden wollen. Die Statusfrage kommt auf die Tagesordnung: Der lange Weg des Kosovo in die Unabhängigkeit geht in die letzte Runde.

17. Februar 2008

Für viele Serben wird der Verlust des Kosovo schmerzvoll sein. In Belgrad dürften nicht wenige Politiker die Unabhängigkeit des Kosovo als neuerliche Katastrophe bewerten: Das Jahr 2008 wird wie schon 1389 in die Geschichtsbücher eingehen. Serbien steht vor einem Neuanfang. Dazu gehört: die Abkehr von den nationalistischen Illusionen der Vergangenheit.