Mit der von Bundeskanzler Schröder am 14. März ausgerufenen "Agenda 2010" und dem Kurswechsel in der rot-grünen Politik kam es zu heftigen Debatten in der SPD und mit den Gewerkschaften. Mehrfach drohte der Kanzler mit Rücktritt, falls die Partei sein Reformprogramm nicht mitträgt.
14. März: Schröder kündigt in einer Regierungserklärung massive Einschnitte in die Sozialsysteme an. Sozialverbände und Gewerkschaften lehnen die "Agenda 2010" umgehend ab.
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11. April: Eine Gruppe von SPD-Parteilinken startet das erste bundesweite Mitgliederbegehren in der Geschichte der Partei.
14. April: Das SPD-Präsidium beschließt einen Sonderparteitag am 1. Juni, auf dem über das Reformpaket - und damit über die Regierungsfähigkeit der Partei - abgestimmt werden soll.
28. April: Die Vorstände der Partei und der Bundestagsfraktion billigen den von Schröder für den Parteitag vorgelegten Leitantrag zur "Agenda 2010" mit breiter Mehrheit. Der Kanzler drohte vor der Abstimmung mit Rücktritt, falls die Partei seinem Kurs nicht folgt.
6. Mai: Ein Spitzengespräch mit Schröder im SPD-Gewerkschaftsrat wird kurzfristig von den Gewerkschaften abgesagt. Ein vorangegangenes Treffen des Kanzlers mit DGB-Chef Michael Sommer war ergebnislos geblieben.
8. Mai: Der DGB legt unter dem Titel "Mut zum Umsteuern" ein Gegenkonzept vor, das vor allem auf die Stärkung der Nachfrage, der Investitionen und des Konsums abzielt.
19. Mai: Der SPD-Parteivorstand verabschiedet nach einer erneuten Rücktrittsdrohung des Kanzlers einen geringfügig veränderten Leitantrag. Damit will die SPD-Spitze den Kritikern entgegenkommen.
21. Mai: Schröder erhält auch in Potsdam - auf der letzten von vier Regionalkonferenzen zur "Agenda 2010" - viel Beifall, aber auch Kritik.
23. Mai: Die SPD feiert ihr 140-jähriges Bestehen. Laut Schröder kommen die Reformen denen zu Gute, "die Arbeit haben, und denen, die Arbeit suchen".
24. Mai: Die Gewerkschaften setzen ihre Kampagne gegen die "Agenda 2010" mit einem Aktionstag und 90 000 Teilnehmern in 14 Städten fort.
26. Mai: Die Gewerkschaften kündigen an, eine Protestpause bis zum Herbst einzulegen, und zeigen sich wieder gesprächsbereit.
27. Mai: Nach einer zweitägigen SPD-Fraktionsklausur ruft Schröder seine Partei zu mehr Reformbereitschaft auf. Fraktionschef Franz Müntefering kündigt an, bei den Reformen aufs Tempo zu drücken.
1. Juni: Knapp 90 Prozent der Delegierten des SPD-Sonderparteitages stimmen der Agenda 2010 zu.
(sueddeutsche.de/dpa)
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