Chronologie der Ereignisse in Syrien Wie sich Assad an der Macht hält

Mit Hoffnung auf Reformen begannen nach den Umwälzungen in Tunesien und Ägypten im Jahr 2011 die Proteste in Syrien. Doch der Konflikt zwischen Oppositionellen und Präsident Assad ist zum Bürgerkrieg geworden. Gekämpft wird auch mit Giftgas. Die Vernichtung seiner Chemiewaffen könnte Assad vor einem Militärschlag der USA bewahren. Die Eckpunkte des Konflikts im Überblick.

Es begann mit kleinen Demonstrationen, die Machthaber Baschar al-Assad von seinen Truppen unterdrücken ließ. Die Proteste in Syrien haben sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Die Rebellen fordern den Umsturz, Machthaber Assad antwortet mit brutaler Gewalt. Mehr als Hunderttausend Menschen haben bisher ihr Leben verloren, Millionen mussten fliehen. Nicht nur Assad, auch Rebellengruppen tragen dafür Verantwortung, wie Menschenrechtsorganisationen betonen.

Die Vereinten Nationen bleiben untätig - wegen der Blockade von Syriens Verbündetem Russland und der zögerlichen Haltung von China. Seit dem mutmaßlichen Giftgasangriff im August 2013 spitzt sich die Lage noch mehr zu, die USA erwägen einen Militärschlag gegen Assad. Die wichtigsten Ereignisse im chronologischen Überblick:

2011: Oppositionelle wagen den Aufstand

Februar: Nach den Aufständen in Tunesien und Ägypten erreicht der Arabische Frühling auch Syrien. Anfang Februar rufen Oppositionelle einen "Tag des Zorns" aus, der aber ohne große Resonanz bleibt.

März: Syrer demonstrieren in Damaskus, Daraa und Nawa, es soll sich bereits zu diesem Zeitpunkt um Tausende Demonstranten handeln. In Daraa setzen sie das Hauptquartier der regierenden Baath-Partei in Brand. Zahlreiche Menschen sterben bei der Niederschlagung der Proteste durch die Armee. Präsident Assad sieht hinter den Aufständen ausländische Verschwörer.

April: Aus dem Ausland kommen erste kritische Reaktionen. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zeigt sich beunruhigt. Präsident Assad hebt die Notstandsgesetzgebung auf, eine der Hauptforderungen der Demonstranten. Trotzdem kommt es in mehreren Städten wieder zu Protesten, die Regierung setzt gegen Demonstranten Panzer ein. Am 22. April schießen Heckenschützen auf Demonstranten, Panzer dringen in Daraa ein. Es ist der bis dahin blutigste Tag in Syrien, einige Medien berichten von mehr als 30, andere sogar von mehr als 70 Toten.

Mai: Die USA reagieren mit Sanktionen gegen Syrien, das EU-Waffenembargo tritt in Kraft. Präsident Assad kündigt Reformen an.

Juni: Syrische Oppositionelle treffen sich in der Türkei. Wieder kommt es in mehreren Städten zu Protesten, etwa 30 Menschen werden getötet. Die Arabische Liga, in der auch Syrien Mitglied ist, verurteilt die Gewalt gegen die Demonstranten.

Juli: Im ganzen Land gehen Hunderttausende auf die Straßen, allein in Hama sollen dabei 130 Menschen Demonstranten zu Tode gekommen sein. Assad macht gleichzeitig formale Zugeständnisse: Neben seiner Baath-Partei sind fortan auch andere Parteien zugelassen.

August: US-Präsident Barack Obama fordert Assad explizit zum Rücktritt auf. Mehrere arabische Staaten ziehen ihre Botschafter aus Syrien ab.

September: Die EU verhängt ein Ölembargo. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad, neben Russland und China ein Verbündeter Syriens, fordert von Assad, auf Gewalt zu verzichten.

Oktober: Oppositionelle gründen den Syrischen Nationalrat, um die unterschiedlichen Kräfte zu bündeln. Er unterstützt auch die Freie Syrische Armee, eine bewaffnete Oppositionsgruppe. Russland und China blockieren im UN-Sicherheitsrat eine Resolution gegen Assad.

Dezember: Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, spricht von mehr als 5000 Zivilisten, die durch Sicherheitskräfte Assads getötet worden seien. Die Arabische Liga schickt eine Beobachtermission nach Syrien. Hunderttausende Syrier gehen Ende Dezember erneut auf die Straße.