Chronik der Ukraine-Krise:Der Weg in den neuen Ost-West-Konflikt

Alles begann mit einer verweigerten Unterschrift. Seit der damalige ukrainische Präsident Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU ablehnte, kommt die Ukraine nicht zur Ruhe. Im Osten der Ukraine stellen sich die Minenarbeiter gegen die Separatisten.

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Alles begann mit einer verweigerten Unterschrift. Seit der damalige ukrainische Präsident Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU ablehnte, kommt die Ukraine nicht zur Ruhe. Im Osten der Ukraine stellen sich die Minenarbeiter gegen die Separatisten.

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1. Dezember 2013: Nach monatelangem Lavieren erteilt der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch dem Assoziierungsabkommen mit der EU eine Absage. Daraufhin nehmen die Proteste im Land zu; es kommt auch zu Gewalt. Die Demonstranten fordern von ihrer Regierung eine Annäherung an die EU. Als dies nicht passiert, verlangen Hunderttausende auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, dem Maidan, den Rücktritt Janukowitschs.

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Februar 2014: Die Demonstrationen in der Ukraine laufen in der Euromaidan-Bewegung zusammen. Während die Regierung mit Gewalt auf die Proteste reagiert, besetzen die Demonstranten den Maidan.

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18. bis 20. Februar 2014: Bei gewaltsamen Zusammenstößen werden fast 90 Menschen getötet. Beide Seiten beklagen Opfer. Wer die Täter sind, ist auch Monate später noch ungewiss.

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22. Februar 2014: Nach der tödlichen Gewalt auf dem Maidan fliegt Präsident Janukowitsch (hier am Tag zuvor im Präsidentenpalast in Kiew) in die ostukrainische Stadt Charkiw, lehnt aber einen Rücktritt ab. Das ukrainische Parlament erklärt ihn später für abgesetzt. Nachfolger wird der frühere Parlamentspräsident Alexander Turtschinow. Zusammen mit Arsenij Jazenjuk, dem neuen Premier, bildet er die Spitze der ukrainischen Übergangsregierung. Beide gehören zur Vaterlandspartei der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.

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27. Februar 2014: Russisch sprechende Bewaffnete ohne Abzeichen übernehmen die Kontrolle über die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim. Sie besetzen Flughäfen, Truppenstützpunkte und Regierungsgebäude. Moskau dementiert, dass es sich bei den Bewaffneten um russisches Militär handelt - Präsident Wladimir Putin spricht stattdessen von "örtlichen Selbstverteidigungskräften", die sich eben Uniformen besorgt hätten - eine Behauptung, die er später revidiert. Das prorussische Parlament der Krim setzt die Regierung ab und fordert eine Volksbefragung zum künftigen Status der Region.

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16. März 2014: Unter den Augen der so genannten prorussischen Selbstverteidigungskräfte stimmt die Mehrheit der Krim-Bewohner in einem Referendum für den Beitritt zu Russland. Nach dem Sturz der Krim-Regierung ist der weitgehend unbekannte, moskautreue Sergej Aksjonow (Bild) neuer Regierungschef auf der Halbinsel. Die USA und die EU verschärfen ihre Strafmaßnahmen.

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6. April 2014: Nach dem Anschluss der Krim an Russland kommt es im Osten der Ukraine zu Unruhen. Bei Demonstrationen besetzen moskautreue Aktivisten Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkiw und Donezk sowie später in weiteren Orten. Sie fordern Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus.

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13. April 2014: Die Übergangsregierung in Kiew reagiert mit einem "Anti-Terror-Einsatz" auf die Proteste im Osten. Der Einsatz gegen die Separatisten in der Stadt Slawjansk fordert Tote und Verletzte. Kiew wirft Moskau vor, die Unruhen mit eingeschleusten Provokateuren zu schüren. Russlands Außenminister Sergej Lawrow weist die Vorwürfe zurück. Im Bild: Prorussische Aktivisten schieben auf einer Barrikade in der Nähe des Polizeihauptquartiers in Slawjansk Wache.

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18. April 2014: Nach langer Zeit endlich ein Entspannungssignal: Bei einem internationalen Treffen in Genf verabschieden die USA, Russland, die Ukraine und die Europäische Union einen Friedensfahrplan. Wichtigster Punkt: Die Separatisten in der Ostukraine sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen. Das teilen US-Außenminister John Kerry (links), sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow (rechts) und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton nach dem Treffen mit.

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22. April 2014: Doch die Konfliktparteien halten sich nicht an die Genfer Vereinbarungen. Die Separatisten weigern sich, die besetzten Gebäude zu räumen; die Regierung in Kiew setzt ihren Militäreinsatz im Osten des Landes fort. Als Reaktion auf die Militäroffensive im Osten der Ukraine beginnt Russland wenige Tage später ein Manöver im Grenzgebiet. Putin verurteilt den ukrainischen Armee-Einsatz als "sehr ernstes Verbrechen", das Folgen für die Regierung in Kiew haben werde. Der Kreml und Washington beschuldigen sich gegenseitig, nichts zu einer Entspannung der Lage beizutragen. Im Bild: Ukrainische Sicherheitskräfte passieren am 24. April einen brennenden Kontrollpunkt in der Nähe von Slawjansk.

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25. April 2014: In Slawjansk wird eine achtköpfige Militärbeobachtermission der OSZE festgesetzt, darunter vier Deutsche. Separatistenführer und selbst ernannter Bürgermeister, Wjatscheslaw Ponomarjow wirft ihnen vor Nato-Spione zu sein. Auf einer Pressekonferenz präsentiert er(links im Bild) die Gefangenen wie Trophäen.

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2. Mai 2014: Es ist der blutigste Tag seit dem Umsturz in Kiew Ende Februar. Bei einer erneuten Militäroffensive in Slawjansk gibt es neun Tote, in der Hafenstadt Odessa sterben mindestens 42 Menschen bei Straßenschlachten und einem offenbar gezielt gelegten Brand in einem Gewerkschaftshaus.

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3. Mai: Die Separatisten lassen nach einer Intervention eines russischen Gesandten die OSZE-Militärbeobachter wieder frei. Sie landen wohlbehalten in Berlin-Tegel, wo sie unter anderem von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen empfangen werden. Im Hintergrund steht Oberst Axel Schneider, der die OSZE-Militärbeobachtermission geleitet hat.

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11. Mai 2014: Die Separatisten lassen die Bevölkerung in der Ostukraine in einem umstrittenen Referendum über die Unabhängigkeit der Region abstimmen. Nach Angaben der prorussischen Kräfte sprechen sich dabei angeblich 89 Prozent für eine Abspaltung von Kiew aus. EU und USA erkennen das Referendum nicht an, Beobachter vor Ort sprechen von einer "Farce". Außenminister Frank-Walter Steinmeier sag, die Wahl kann und dürfe nicht ernst genommen werden. Russlands Präsident Putin, der die Separatisten zunächst um eine Verschiebung der Abstimmung ersucht hatte, erklärt das Ergebnis des Referendums für legitim. Die Separatisten erklären einen Tag später die Unabhängigkeit der Regionen Lugansk und Donezk.

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13. Mai 2014: Nahe Slawjansk sterben bei einem Gefecht mit prorussischen Separatisten sechs ukrainische Soldaten. Der Konvoi soll in der Nähe der Rebellenhochburg Slawjansk aus einem Hinterhalt beschossen worden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bekräftigt in Kiew zeitgleich die Notwendigkeit eines nationalen Dialogs. Unter der Schirmherrschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) soll ein Runder Tisch im Kiew seine Arbeit aufnehmen.

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17. Mai 2014: Im Osten der Ukraine versuchen Stahlwerk- und Minenarbeiter, die prorussischen Separatisten zu verdrängen. Die Arbeiter sind in Betrieben tätig, die Rinat Achmetow gehören, dem reichsten Mann des Landes. Er hatte sich deutlich gegen die prorussischen Separatisten ausgesprochen. Nach dem ergebnislosen Auftakt findet auch der zweite Runde Tisch zur Krisenbewältigung in der Millionenstadt Charkow, im Osten des Landes, statt.

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17. Mai 2014: Im Osten der Ukraine versuchen Stahlwerk- und Minenarbeiter, die prorussischen Separatisten zu verdrängen. Die Arbeiter sind in Betrieben tätig, die Rinat Achmetow gehören, dem reichsten Mann des Landes. Er hatte sich deutlich gegen die prorussischen Separatisten ausgesprochen.

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25. Mai 2014: Während der Präsidentschaftswahl verprügeln und entführen Separatisten im Osten der Ukraine Wahlhelfer, verwüsten Abstimmungslokale und stehlen Wählerverzeichnisse und Computer - Sabotageakte mit Terrormethoden. Die Unterstützung für die Extremisten hält sich aber in Grenzen.

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26. Mai 2014: Petro Poroschenko entscheidet die Präsidentschaftswahl für sich und erhält mehr als 50 Prozent der Stimmen, ein zweiter Wahlgang ist deshalb nicht nötig. Bereits vor der Wahl galt Poroschenko als Favorit, was wohl auch an dem Mangel an Alternativen lag. Auf einer Pressekonferenz betont er, die Annexion der Krim durch Russland nicht anerkennen und sich Europa annähern zu wollen.

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