Christian Wulff und Carsten Maschmeyer Freundesdienste auf Mallorca

Bundespräsident Wulff macht Urlaub in der Villa des Unternehmers Maschmeyer - das zeigt, aus welcher Welt der Ex-Landeschef kommt. Er muss sich deshalb nicht anpöbeln lassen, unklug war die Wahl seines Feriendomizils trotzdem.

Ein Kommentar von Kurt Kister

Der Bundespräsident ist aus dem Urlaub zurück, und dennoch reden die Leute über den Urlaub des Bundespräsidenten. Das ist kein gutes Zeichen für Christian Wulff. Die Familie Wulff hat zehn Tage in einem Haus des Hannoveraner Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca zugebracht.

Wulff hat eine Ferienwohnung in der Villa gemietet und bezahlt; soweit ist alles in Ordnung. Als die Reise organisiert wurde, war Wulff noch Ministerpräsident von Niedersachsen; geflogen ist er in der Touristenklasse schon als Bundespräsident.

Do ut des

Nun gibt es sicherlich Leute, denen allein eine freundschaftliche Beziehung der Wulffs zu einem Glamourpaar wie Maschmeyer und seiner Gefährtin Veronica Ferres als verwerflich erscheint. Im Internet lassen sich alle Arten von Pöbeleien nachlesen. Das rüde, meist anonyme Vor-sich-hin-Schimpfen auf dem digitalen Gehsteig kann man einerseits getrost vergessen. Andererseits war Wulffs Wahl des Urlaubsquartiers zwar nicht verwerflich, aber dennoch unklug.

Maschmeyer steht für jene Welt, aus der Angela Merkel und dann auch die Bundesversammlung den Regional- und Wirtschaftspolitiker Wulff ins Schloss Bellevue gehievt haben. Bei einem Ministerpräsidenten spielen do ut des, geschickt eingefädelte Kompromisse und mächtige Freundschaften durchaus eine Rolle. Das gehört zur Politik.

Ein Bundespräsident aber muss sich aus der Politik in diesem Sinne verabschieden; er definiert sich über Begriffe wie Respekt, Vorbild, Autorität. Der Präsident hat jeden Anschein zu vermeiden, er sei in irgendeiner Form irgendjemandem speziell dienlich - und selbst wenn es nur um einen Freundesdienst geht. Das hat Wulff in Maschmeyers Villa nicht bedacht.

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