Lafontaines Ehefrau Christa Müller ärgert die Linke mit ihrem konservativen Familienbild. Die Partei verlangt nun klare Worte von ihrem Chef - vergeblich.
Der Haussegen hängt schief. Zwar sicher nicht zwischen den Ehepartnern Oskar Lafontaine und Christa Müller.
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Christa Müller vertritt und lebt die traditionelle Rollenverteilung. Bei ihrer Partei kommt sie damit nicht gut an. (Archivbild von 2000) (© Foto: AP)
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Aber es knirscht bei den Linken, dessen Chef Lafontaine ist - wegen seiner Frau beziehungsweise ihres Familienbildes. Denn das hat mit der Politik von Bundespartei und Bundestagsfraktion so gut wie nichts zu tun, obwohl Müller auch familienpolitische Sprecherin der Linken ist.
Vielmehr trifft Frau Müller den Nerv von Konservativen und zollt bewusst Hausfrauen und Müttern und damit der traditionellen Rollenverteilung im Westen Anerkennung.
"Das Glück meiner Familie ist mir wichtiger"
Die Diplom-Volkswirtin Müller provoziert als inzwischen überzeugte Hausfrau im Saarland die Bundespartei mit Äußerungen wie "Das Glück meiner Familie ist mir wichtiger als mein Job" und "Ich vermisse nichts". Punktuell stützt sie auch Ansichten von Bischof Walter Mixa und befürchtet durch die von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) angestrebte Verdreifachung der Krippenplätze einen "Zwang zur Fremdbetreuung".
Die Wortwahl erinnert ein wenig an den Begriff der "Fremdarbeiter", mit dem ihr Mann im Wahlkampf 2005 für Aufregung gesorgt hatte.
Ein Parteifunktionär empört sich: "Meine Frau ist stocksauer auf Frau Müller und ich bin es auch."
Absurde Debatte
Die frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Kirsten Tackmann, sagt: "Für Ost-Frauen ist das eine absurde Debatte."
Dass Frauen Kinder haben und arbeiten, sei etwas ganz Normales. Lafontaine müsse klarstellen, dass seine Frau nicht für die Partei spreche.
Gleichwohl nimmt Tackmann das Thema ernst: "Es gibt Menschen, die so denken wie Frau Müller. Das müssen wir akzeptieren." Wichtig sei die soziale Absicherung von Müttern.
Müller sorgt seit längerem mit ihren Ansichten für Ärger in der Partei. In ihrer Forderung nach einer Art Mütter-Gehalt (im ersten Jahr 1600 Euro pro Kind und bis zum 20. Lebensjahr 500 Euro) sieht Tackmann viel eher einen Zwang für Frauen: zu Hause zu bleiben.
Die drei K.'s der Frau Müller
Denn in der Regel hätten Frauen ein geringeres Gehalt als ihre Männer. So wäre es automatisch ein finanzieller Vorteil, wenn sie daheim blieben. Von freier Entscheidungswahl keine Spur, argwöhnt Tackmann.
Partei-Leitlinie ist, Eltern mehr Wahlfreiheit bei der Erziehung ihrer Kinder ermöglichen. Zugleich aber wird der Kinderkrippenausbau, ein Rechtsanspruch auf eine kostenlose Betreuung ab dem ersten Lebensjahr sowie mehr Teilzeitjobs für Männer und Frauen gefordert.
Der in Beschlüssen verankerte Schwerpunkt der Familienpolitik der Linken liege auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und nicht auf den "drei K's einer Christa Müller: Kinder, Küche und Kontrolle".
So lautete die wütende Reaktion von Lisa - der feministischen Frauenarbeitsgemeinschaft der Linken - auf das Streitgespräch zwischen Müller und von der Leyen im Spiegel Ende Juli.
Angeblich sind viele Ost-Frauen der Linken von der Ministerin begeistert - allein schon, weil sie die DDR-Bezeichnung "Krippe" wie selbstverständlich verwende. Damit entlaste ausgerechnet eine CDU- Politikerin Mütter in der DDR vom Vorwurf (des Westens), den kleinen Kindern durch staatliche Betreuung große Schäden zugefügt zu haben.
Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch sagt süffisant, es sei zulässig, dass sich "ein Landesvorstandsmitglied auch von der Saar" äußere. Manches sei aber gerade für die neuen Länder problematisch, sagt er diplomatisch.
Oskar Lafontaine sagt nix
Am 25. August wird sich der Parteivorstand unter Lafontaine mit dem Thema befassen. Die Vorstellungen seiner Frau hätten "Null Chancen" auf Verwirklichung, sagt ein Mitglied.
Lafontaine sagte kürzlich dem Kölner Stadt-Anzeiger, der Saar- Landesverband setze sich für Wahlfreiheit und finanzielle Anerkennung häuslicher Erziehung und Pflege ein. Das dürften auch die Ost-Linken unterschreiben.
Viele wollen aber, dass sich ihr Vorsitzender von den Äußerungen seiner Frau distanziert. Der Frieden in der Partei ist ihnen wichtiger, als der im Hause Lafontaine.
Oskar Lafontaine hat sich bisher nicht zu dem Thema geäußert.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(dpa/Kristina Dunz)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
"Ein oder zwei Kommentare genügen - und alle kennen Ihre Meinung !"
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Weshalb schreiben Sie Kommentare - doch nicht etwa damit die Leser Ihre Meinung nicht kennen?
Im übrigen - Sie brauchen meine Kommentare ja nicht lesen - mit meinem Bild sind sie ja gut erkennbar.
Nicht traurig sein - wenn Sie mal im Rente sind, können Sie auch mehr Kommentare schreiben ...
Lieber unterwegs,
tut mir leid, Ihr Altershobby, Kommentare im sued-café zu schreiben, verleitet Sie leider zu einem penetranten "Haare-in-der-Suppe-Sucher".
Ein oder zwei Kommentare genügen - und alle kennen Ihre Meinung !
rack66: hat in seinem Beitrag "@club-der-bunten " sehr richtig festgestellt:
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"(Auch die von) Frau Müller geäußerte Ansicht ist ein Polarisierungsversuch. Sie sagt ja nicht, dass sie eben lieber zu Hause bleiben will, weil sie das FüR SICH den besseren Weg hält, sondern sie verallgemeinert und behauptet, dass Kinder unter drei Jahren von ihren Müttern (noch nicht einmal auch Vätern!) betreut werden müssen."
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Also wenn das keine Diskrepanz ist ...
Dieser Zeitungsartikel ist ein schlapper Versuch Zwist zu sähen wo es keinen gibt. Wer es nicht glaubt sollte nachlesen unter Die Linke im Bundestag / Themen / Familienpolitik dort ist nachzulesen :
" Die Familienpolitik der LINKEN. will allen Menschen im Land die Entscheidung für Kinder erleichtern und die Lebensbedingungen von Familien konsequent verbessern. Alle Frauen und Männer sollen die freie Entscheidung darüber treffen können, wie sie ihre Kinder betreuen und aufziehen wollen. Keine Entscheidung und keine Lebensweise darf benachteiligt werden, solange das Wohl des Kindes im Mittelpunkt steht."
IN sofern gibt es auch keine Diskrepanz zu Frau Müller und ihrer Entscheidung ! Richtig ist aber auch das die Partei einen Schwerpunkt in Sachen Kinderbetreuung aus naheliegenden Gründen vertritt. SORRY SZ SORRY
... hier werden sozusagen in der Keimzelle der Gesellschaft, der Familie, grundlegende Werte sichtbar :
Hier stimmen Reden und Handeln überein !
Solche Familien gibt es sicherlich häufiger. Der Glücksfall ist, dass bei der Familie Lafontaine-Müller die entsprechende öffentliche Wahrnehmung gewährleistet ist und damit viele dümmlichen rechts-links Klischees entlarvt werden.
Danke Christa, danke Oskar !
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