Mit der Zerstörung eines eigenen Satelliten demonstriert China dem Westen seine technischen Fähigkeiten.
Satellit beobachtet Satellit beim Absturz. Gäbe es eine Schlagzeile aus dem All, würde sie wohl so lauten.
Das "kill vehicle" der Rakete zerstörte den Wettersatelliten Feng Yun 1C - in 800 Kilometern Höhe. (© Foto: dpa)
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Denn es waren die Amerikaner, die mit Hilfe von Beobachtungsatelliten zunächst den Abschuss einer chinesischen Rakete vom Xichang Raumfahrt Zentrum aus erspähten.
Kurze Zeit später war der Wettersatellit Feng Yun 1C zerborsten, getroffen vom ,,kill vehicle'', vom Projektil der Rakete.
So geschehen in 800 Kilometern Höhe über dem Erdboden, vermutlich vier Grad westlich von Xichang am 11. Januar, um 5 Uhr 28 Nachmittag, Ortszeit New York.
Das natürlich sind noch inoffizielle Informationen, Amerikas Geheimdienste haben sie nicht bestätigt, doch auch nicht dementiert.
Bekannt wurde der chinesische Raketenflug erst am Donnerstag, durch einen Bericht des Magazins Aviation Week & Space Technology.
Wieder einmal demonstriert China, dass es fest entschlossen ist, technologisch und militärisch aufzuholen, um endlich als eine den USA und Russland ebenbürtige Supermacht zu gelten. Nun ist es einfacher, einen eigenen Satelliten abzuschießen als einen fremden - dessen Flugdaten kennt man schließlich genau.
"Niemand respektiert den anderen, wenn er nicht kann"
Zudem hat Peking wohl mit eher kruder Technik Feng Yun 1C zerbersten lassen - in Millionen Teile, von denen mindestens 800 größer sind als zehn Zentimeter, wie US-Forscher schätzen. Damit ist überdies Weltraummüll entstanden, der andere fliegende Objekte gefährden wird.
Doch sollte Peking seine Methoden verfeinern und feindliche Objekte im All ins Visier nehmen, dann bedeutet das unmittelbare Gefahr für militärische und zivile Satelliten der Feinde Chinas. Spionage-Satelliten fliegen ebenfalls in etwa 800 Kilometern Höhe. Chinesische Militärexperten bestätigen die Absicht Pekings, eine glaubhafte Abschreckung aufzubauen.
,,Die Beziehungen zwischen Staaten hängen von ihren Fähigkeiten ab. Niemand respektiert den anderen, wenn er nicht kann'', sagte Wang Chaozhi, Professor der Luft- und Raumfahrtuniversität der Deutschen Presseagentur in Peking nach dem Abschuss.
Andere Beobachter verweisen auf die angespannte Lage in Asien. Chinas alter Rivale Japan etwa habe begonnen, gemeinsam mit der US-Regierung an einem technisch fortgeschrittenen Raketenschild zu arbeiten. Chinas Abschuss eines Satelliten könne deshalb auch als symbolische Warnung an Japan gedacht sein, dass China ,,so etwas auch könne'', sagte ein Militärexperte in Peking.
Furcht vor Wettrüsten
Fest steht, dass China seit Jahren seine militärischen Kapazitäten ausbaut. Es konstruiert Mittel- und Langstreckenraketen, die erstmals auf mobilen Fahrzeugen montiert sein werden. Bislang waren alle chinesischen Atomraketen in Silos stationiert, die vergleichsweise leichter zu orten sind. Peking hat begonnen, die neuen Systeme zu testen. Auch ein nuklearbetriebenes U-Boot ist im Bau.
Einen Satelliten mit einer Rakete abschießen - das konnten aber bislang nur die USA und Russland. Weshalb Chinas Vorstoß auch die Furcht vor einem Wettrüsten im Weltall aufkommen lässt.
Die frühere Sowjetunion hatte zwischen 1968 und 1982 etwa ein Dutzend solcher Tests gemacht, in Amerika fanden ähnliche Versuche zuletzt 1986 statt, das war noch im Kalten Krieg.
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