China will mit Vertretern des Dalai Lama reden - das ist schon mal gut. Doch nun muss die Regierung in Peking glaubhaft machen, dass sie es ernst meint und nicht nur die Olympischen Sommerspiele retten will.
Es ist gut, dass China jetzt Bereitschaft zum Dialog mit dem Dalai Lama zeigt. Die kommunistische Führung kann dabei nur gewinnen.
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Geben Treffen wie dieses bald keinen Ärger mehr mit China? Kanzlerin Angela Merkel mit dem Dalai Lama 2007 (© Foto: dpa)
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Selbst wenn dieser Dialog nicht zustande käme, hätte allein die Ankündigung des Gesprächsversuchs das Image des verbohrten und kritikscheuen Regimes ein Stück weit verbessert. Sollte eine Annäherung allerdings gelingen, so böte sich eine echte Chance auf Entspannung in Tibet.
Die stark religiösen Tibeter verehren den Dalai Lama wie einen Gott. Jedes Entgegenkommen seitens der Pekinger Führung könnte die Gefahr verringern, dass aus den Pekinger Sommerspielen eine Dauer-Demonstration von Exiltibetern wird.
Allerdings muss China dieser Ankündigung jetzt glaubhaft weitere Signale folgen lassen. Auf keinen Fall darf es den Verdacht aufkommen lassen, eine Bereitschaft zum Dialog nur vorzutäuschen - so wie es bereits jetzt vereinzelte Kritiker behaupten.
Dazu muss China schnell handeln. Die Verhaftungswelle in Tibet, die Indoktrination tibetischer Mönche und die öffentlichen Beschimpfungen des Dalai Lama dürfen nicht fortgesetzt werden, wenn dieser neue Vertrauensvorschuss nicht rasch verspielt werden soll.
Wenn es Peking ernst meinte mit seiner Dialogbereitschaft, dann hätte es auch keinen Grund mehr, Treffen des Dalai Lama mit westlichen Regierungschefs zu kritisieren. Warum sollten Bush, Sarkozy oder Merkel nicht mit dem Tibeter reden dürfen, wenn Chinas Führung mit seinen Gesandten verhandelt?
An dieser Frage wird schon bald abzulesen sein, ob die Ankündigung vom Freitag bloß ein taktischer Schachzug vor den Olympischen Spielen war - oder aber ein erster Schritt auf dem Weg zu einer dauerhaften Lösung der Tibetfrage.
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(SZ vom 26.4.2008/bavo)
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